Bewertung: 8
Danny Boyle

Lebe lieber ungewöhnlich

Celine: "Eine Millionen Dollar?"
Robert: "Ja, hast du ein Problem damit?"
Celine: "Ja allerdings! Robert, eine Millionen Dollar sind nicht gerade angemessen für eine Frau wie mich! Wenn die Leute erfahren, dass ich nicht mehr wert war, als eine Millionen kann ich mich nicht mehr in der Öffentlichkeit sehen lassen."

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Inhalt

Für Putzmann Robert (Ewan McGregor) läuft es nicht gut in seinem Job, denn er soll durch einen Roboter ersetzt werden. Entrüstet beschließt er kurzerhand, die Tochter seines Chefs, Celine (Cameron Diaz), zu kidnappen. Doch es ist gar nicht so einfach, die zickige Celine unter Kontrolle zubringen, schon gar nicht für den schusseligen Robert. Und es kommt noch schlimmer, denn Celines Vater Mr. Naville (Ian Holm) hetzt die zwei Kopfgeldjäger O'Reilly Holly Hunter) und Jackson (Delroy Lindo) auf ihn los. Was Mr. Naville jedoch nicht ahnt, ist, dass die zwei in Wahrheit Engel sind, die Robert und Celine verkuppeln sollen.

Kritik

Ungewöhnlich ist der Film allemal. Schon in den ersten Minuten des Filmes wird klar, dass es sich nicht um eine normale Komödie handelt. Zwar floppte der Film bei Kritikern und Publikum, was eben an der Ungewöhnlichkeit des Filmes liegt, denn wer unrealistische und knallig bunte Komödien nicht mag, sollte die Finger von diesem Film lassen. Aber für neugierige und experimentierfreudige Filmliebhaber kann sich "Lebe lieber ungewöhnlich" als richtiger Glücksfang entpuppen.

Die bunten und schrillen Outfits, gewöhnungsbedürftige Frisuren und die Location, die zwischen Straßen, Bars und Buisinessfirmen hin und her pendelt, all das mag zunächst einmal die Zuschauer abschrecken. Aber nach einer kurzen Gewöhnungszeit ist man wie gefesselt von der Geschichte, denn man muss sich nur darauf einlassen. Während der Anfang nicht ganz überzeugen kann, geht es aufregend und spannend zum Hauptteil. Schaffen die Engel ihre Mission? Finden Robert und Celine zueinander? Kann sich Robert aus der brenzligen Situation befreien? Keine der Fragen ist mit einem eindeutigen Ja oder Nein zu beantworten, was die Spannungskurve erheblich höher steigen lässt. Vor allem das originelle Ende unterstreicht den ganzen Film und kann den schwachen Anfang wieder wett machen.

Eine Mischung aus Roadmovie, Comedy und Magie, und das alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht gerade einfach. Aber der britische Regisseur und Oscarpreisträger Danny Boyle hat alles im Griff. Die Handlung ist ideenreich und die zwei Engel bringen Pep und Schwung in den Film. Die Entführungsgeschichten und die Geiselnahme inklusive dem "Stockholm-Syndrom" werden auf amüsante und ironische Weise rübergebracht. Vor allem die Liebesgeschichte, die sich zwischen Entführer Robert und dem "Opfer" Celine entwickelt, ist glaubwürdig und gefühlvoll inszeniert. Die cleveren und vor allem zickigen Kommentare von Celine sind lustig und sorgen mitunter für eine der besten Szenen im Film. Die Witze können punkten, wie es in einer guten Komödie so sein sollte. Eigentlich hegt man eine starke Abneigung gegen Gauner und Gangster, doch den Charakter Robert muss man einfach gerne haben. Das mag nicht zuletzt an dem überragenden Ewan McGregor liegen, der wie gewohnt mit viel Charme seinem Charakter Robert Leben einhaucht. Ebenso Cameron Diaz, die trotz ihres ungewöhnlichen Haarschnitts mit Kollege McGregor perfekt harmoniert. Holly Hunter und Delroy Lindo tragen mit ihren genialen Rollen als Engel ebenfalls zum perfekt besetzten Film bei.

Fazit

Eine schöne und lustige, aber auch etwas ungewöhnliche, bizarre und chaotische Komödie mit Starbesetzung. "Lebe lieber ungewöhnlich" ist zwar Geschmackssache, aber definitiv einen Blick wert.

Tanya Sarikaya - myFanbase
11.02.2010

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