Bewertung: 2
Diane English

Women, The

Von großen und kleinen Affären.

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Inhalt

Als die wohlhabende New Yorkerin Mary (Meg Ryan) erfährt, dass ihr Mann Steven sie mit der Parfümverkäuferin Crystal (Eva Mendes) betrügt, ist sie am Boden zerstört. Unterstützt von ihren Freundinnen, der Karrierefrau Sylvia (Annette Bening), der vierfachen Mutter und wieder schwangeren Edie (Debra Messing) sowie der lesbischen Nachtschwärmerin Alex (Jada Pinkett Smith), will sie ein neues Leben ohne Ehemann beginnen, doch das ist leichter gesagt als getan. Marys Weltbild ist ruiniert, sie ist mit der Erziehung ihrer Tochter Molly (India Ennenga) überfordert und dann muss Sylvia, um ihre Karriere zu retten, auch noch Mary in den Rücken fallen.

Kritik

Der Titel ist Programm. In "The Women", ein Remake des gleichnamigen Films von 1939, ist kein einziger Mann zu sehen, nicht einmal als Statist im Hintergrund. Erst in den allerletzten Minuten taucht ein Mitglied des männlichen Geschlechts auf, jedoch kein Mann im klassischen Sinne.

Geredet wird natürlich pausenlos über Männer, schließlich wurde die Hauptfigur Mary gerade von ihrem Göttergatten betrogen. Mehr passiert im ganzen Film nicht. Mary leidet unter dem Fehltritt ihres Mannes und teilt dies den verschiedenen Frauen in ihrem Leben - ihren Freundinnen, ihrer Tochter, ihrer Mutter, der Geliebten ihres Mannes und einigen anderen Damen mit. Es gibt ein paar kleine Streits unter den Frauen, die sich allesamt in Wohlgefallen auflösen, und schließlich findet Mary erwartungsgemäß zu sich selbst, um auch ohne Mann etwas aus ihrem Leben zu machen. Dies wird dann über fast zwei Stunden gestreckt. Die Anzahl guter Gags lässt sich dabei an einer Hand abzählen, wobei man am Ende immer noch genügend Finger übrig hat, um in New York ein Taxi heranzuwinken. Es passiert absolut nichts Unerwartetes, Schwungvolles oder besonders Witziges.

In einigen Inhaltsbeschreibungen, die zu "The Women" kursieren, wird behauptet, Mary und ihre Freundinnen würden sich rächen. Das ist weit übertrieben und weckt falsche Hoffnungen auf einen Film à la "Der Club der Teufelinnen". Marys Rache an ihrem Mann und seiner Geliebten besteht im Wesentlichen darin, dass sie irgendwann aufhört zu leiden und Karriere als Modedesignerin macht.

Die auftretenden Frauen sind allesamt ausgesprochen klischeehaft. Meg Ryans Hauptcharakter Mary ist eine typische Familienmutter aus der Oberschicht, die ihr Leben für perfekt hält und nichts hinterfragt, bis sie plötzlich von der Affäre ihres Mannes erfährt. Sylvia, gespielt von Annette Bening, ist eine Karrierefrau, die Kinder nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde, bis sie durch Mary und deren Probleme lernt, dass Familie und Freunde wichtiger sind als der Job. Die Charaktere Alex (Jada Pinkett Smith) und Edie (Debra Messing) machen überhaupt keine Entwicklungen durch und dienen in erster Linie als lustige Sidekicks: Alex, die als toughe Lesbe mit Häuslichkeit hadert, und Edie, die etwas naive, fröhliche Mutter, die teure Autos mit Muttermilch voll schmiert. Wie es überhaupt kommen kann, dass diese vier unterschiedlichen Frauen befreundet sind und regelmäßigen Kontakt halten, wird für den Zuschauer kein bisschen deutlich. Die Ehebrecherin Crystal, porträtiert von einer selten vollständig angezogenen Eva Mendes, ist derweil eine gewissenlose Femme Fatale, die an einem Mann nur dessen Platinkreditkarte liebt.

Fazit

Der Versuch von "The Women", auf der "Sex and the City"-Erfolgswelle mit zu schwimmen, endet mit einem Bauchplatscher. Die Story ist zu langweilig und die Charaktere erweisen sich als zu klischeehaft.

Maret Hosemann - myFanbase
14.06.2009

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