Bewertung: 5
Marcus Nispel

Freitag, der 13. (2009)

"Jason, sag hallo zu Mami... in der Hölle!"

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Inhalt

Eine Gruppe von Freunden durchforstet den Wald rund um den Crystal Lake auf der Suche nach einer geheimen Hanfplantage, doch was sie dabei finden, ist der Tod, denn sie werden von Jason Voorhees (Derek Mears) brutal ermordet. Unter den fünf ist auch Whitney Miller (Amanda Righetti), deren Bruder Clay (Jared Padalecki) begibt sich nun auf die Suche nach seiner verschwundenen Schwester nach Crystal Lake. Zusammen mit Jenna (Danielle Panabaker), die mit Freunden ein Party-Wochenende am See verbringen will, durchforstet er die Wälder um das legendäre Feriencamp. Dabei wird Jason auf die Gruppe aufmerksam und will einen nach dem anderen mit seiner Machete in die ewigen Jagdabgründe schicken. Schaffen sie es, dem Fluch ein Ende zu bereiten und Jason zu entkommen?

Kritik

29 Jahre ist es her, seit der berühmte Film-Serienmörder Jason Voorhees das erste Mal mordete und Angst und Schrecken verbreitete. Nun liefern Regisseur Marcus Nispel und Produzent Michael Bay nach dem Remake von "The Texas Chainsaw Massacre" wieder eine Neuauflage eines Horrorklassikers.

Bei diesem Remake fällt sofort auf, dass er nicht eine bloße Nachmache vom ersten Jason-Film ist, sondern vielmehr viele Elemente aus mehreren Jason-Filmen zusammenwürfelt, manchmal sogar ein bisschen abwandelt und damit eine weitere Geschichte erzählt, die in der heutigen Zeit spielt. Was natürlich nicht unbedingt schlecht ist, aber doch schon einige chronologische Fehler mit sich zieht. Weiterer Minuspunkt sind die meiner Meinung nach vielen unnötigen Sexszenen und die sich durch den ganzen Film ziehenden vulgären Dialoge. Ich glaube, ich hab selten in einem Film so oft irgendwelche Schimpfwörter gehört wie hier und ich bin alles andere als spießig, aber selbst mir waren das zu viele Brüste und nackte Tatsachen. Lieber hätte ich mir mehr Morde gewünscht, die mir den kalten Schweiß den Rücken herunterlaufen lassen.

Aber natürlich ist nicht alles schlecht, schließlich muss sich das Kinogeld ja auch lohnen. So kommt es, dass gleich im etwa 20-minütigen Vorspann die ersten Opfer auf brutale Weise ermordet werden, bevor es in der Gegenwart lustig weitergeht. Der Film weiß durch eine düstere Atmosphäre und einem guten Soundtrack Spannung aufzubauen. Doch leider wird der ansonsten gute Film allzu oft durch dumme Charaktere mit einem IQ eines Butterbrotes unterbrochen, die nicht weiter als bis zur nächsten Ecke denken können. Die Mordszenen des rachelüsternen Jason Voorhees sind allesamt gut inszeniert und zum Teil auch sehr innovativ und schaffen es wahrscheinlich auch, einen unerfahrenen Horrorfilmgucker zu erschrecken und zu schockieren, doch wer von Filmen wie "Hostel" und "Saw" abgehärtet ist, der wird sich zwar am blutigen Gemetzel erfreuen, aber nicht sonderlich schockiert sein. Natürlich erfüllt der Film wieder alle möglichen Horrorfilmklischees, von drogensüchtigen Opfern, die nur auf den nächsten Joint warten und bis dahin überleben (müssen), bis hin zu dummen Blondinen mit praller Oberweite, die nur im Weg sind und schnellstens umgelegt werden sollten. Natürlich darf auch der obligatorische Quoten-Schwarze und -Asiate nicht fehlen.

Natürlich fallen einem aufmerksamen Serienfan sofort mindestens drei Schauspieler auf, die man schon irgendwo gesehen hatte. Wie wäre es zum Beispiel mit Jared Padalecki, der für seine Rolle des Sam Winchester in "Supernatural" bekannt ist? Er mimt in dem Film überzeugend einen besorgten Bruder, der verzweifelt nach seiner vermissten Schwester sucht. Allerdings sollte man sich darauf vorbereiten, dass er in dem Film eine andere Synchronstimme hat. Oder Ryan Hanson und Amanda Righetti? Ryan Hanson spielt genau wie in "Veronica Mars" einen totalen Vollpfosten, der nur an das eine denkt, und schafft dies erstaunlich gut. Amanda Righetti, die undankbare Schwester von Kirsten aus "O.C., California", spielt hier Jareds Schwester und kann ebenfalls überzeugen. Das gilt natürlich auch für die meisten der anderen Schauspieler, solange sie denn mehr zu tun haben, als nur ihre Brüste zu zeigen und zu reden, als würden sie aus dem letzten Loch kommen. Vielleicht hat sie Jason auch nur aus Mitleid getötet? Man weiß es nicht.

Fazit

Wer sich mit Horrorfilmen nicht anfreunden kann, der sollte auch um diesen Film einen Bogen machen. Die anderen werden wohl auf ihre Kosten kommen, doch sollten sie nicht mit all zu hohen Erwartungen an den Film ins Kino gehen.

Anja Schmidt - myFanbase
22.02.2009

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