Bewertung: 4
Eli Roth

Hostel

Wenn man reich ist, kann man sich alles kaufen sogar die Macht, Menschen zu foltern und zu töten. Dies müssen drei Jungs am eigenen Leib erfahren, als sie sich auf ihrem Europatrip in die falsche Herberge einmieten.

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Die beiden amerikanischen Studenten Paxton und Josh reisen gemeinsam mit dem Isländer Oli durch Europa. In Amsterdam rät ihnen ein Bekannter, in die Slowakei zu fahren und sich in einer speziellen Herberge einzumieten, da es dort besonders willige Frauen gäbe. Tatsächlich lernen die drei Freunde dort die attraktiven Mädchen Natalya und Svetlana kennen, die nicht mit ihren Verführungskünsten geizen. Doch der Vergnügungstrip wird zum Albtraum, denn Natalya und Svetlana sind nur Lockvögel, die die Jungs in eine Fabrikhalle locken, in der reiche Geschäftsleute gegen Bezahlung entführte Touristen foltern und ermorden können.

Kritik

Man hat vorweg so einiges über diesen Film gehört. So sollen Zuschauer während oder nach der Vorstellung auf die Toilette geflüchtet sein, um sich zu übergeben. Da mich solche Meldungen immer neugierig machen, auch wenn ich sie nicht unbedingt glaube, habe ich mir den Film schließlich auch angesehen, und zwar in der ungekürzten Fassung. Wenn schon, denn schon! Um es nicht unnötig spannend zu machen: Nein, ich musste mich nicht übergeben, mir wurde kein bisschen schlecht und das Bedürfnis, wegzusehen und meine Nase lieber in die Chipstüte zu vergraben, hatte ich auch kein einziges Mal.

Sicher gibt es Zuschauer, denen bei dem Anblick von heraushängenden Augäpfeln und abgetrennten Gliedmaßen ein bisschen mulmig wird, was auch völlig Okay ist, doch wenn man ein wenig Horrorfilm-Erfahrung hat, dann muss man sagen, dass "Hostel" nichts bietet, was man nicht schon irgendwann, irgendwo gesehen hat. Die Story ist absolut simpel, falls man das Laufen von Punkt A nach Punkt B überhaupt als Story bezeichnen kann. Die erste Hälfte des Films dreht sich um Party und Sex, ohne das dabei etwas wirklich Bemerkenswertes oder Originelles passiert. Im Grunde ist die erste Hälfte ziemlich langweilig. In der zweiten Hälfte wird dann (endlich) gemetzelt, wobei es eigentlich nur eine wirklich drastische Szene gibt, ansonsten kommt einem irgendwie die Formulierung "viel Lärm um nicht" in den Sinn. In Zahlen ausgedrückt: 08/15.

Die drei Hauptcharaktere wecken beim Zuschauer keine wirkliche Sympathie, da sie in erster Linie nur naive Partyhengste sind, über deren Leben man so gut wie nichts erfährt und die sich auf der ganzen Reise eigentlich nur für das interessieren, was unterhalb ihrer Gürtellinie passiert.

Fazit

"Hostel" schafft es nicht, aus der Masse an blutigen Horrorfilmen, die in den letzten Jahren produziert wurden, heraus zu stechen. Dies ist schon ein wenig enttäuschend, wenn man bedenkt, dass ein Filmspezialist wie Quentin Tarantino an "Hostel" beteiligt war.

Maret Hosemann - myFanbase
21.11.2006

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