Bewertung: 3
Tom Vaughan

Starter for 10

"Brian, are you trying to flirt?"

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Inhalt

Brian Jackson (James McAvoy) ist sein ganzes Leben lang schon fasziniert vom Wissen. Sein Ziel ist es, einfach alles zu wissen und aus diesem Grund besucht er auch als einer der wenigen aus seinem kleinen Arbeiterdorf die Universität. Dort angekommen sieht er sich schnell mit allerhand Problemen konfrontiert: Er tritt in die Quizmannschaft der Universität ein, wo er sich sofort in seine hübsche Mitstreiterin verliebt. Doch da gibt es auch noch die politisch engagierte Rebecca (Rebecca Epstein), die ihn mit ihrer unkonventionellen Art begeistert. Als dann seine Mutter (Catherine Tate) auch noch mit dem örtlichen Eisverkäufer zusammenkommt und ihn sein bester Freund aus seinem Heimatstädtchen an der Uni besucht, gerät Brian in eine Spirale von problematischen Ereignissen.

Kritik

Der britische Film "Starter for 10" lief im Jahre 2006 auf diversen Festivals in den USA und startete dann Ende 2006 in den britischen Kinos und Anfang 2007 in den USA. Nach Deutschland schaffte er es erst im September 2008 als DVD. Der Grund dafür hat einen Namen: James McAvoy, der durch Filme wie "Abbitte", "Der letzte König von Schottland" und "Wanted" ungeheuer bekannt geworden ist. Ich denke auch, dass dieser Film ohne den Namen McAvoy niemals den Weg nach Deutschland gefunden hätte, denn dafür ist er einfach zu unspektakulär, vorhersehbar und durch und durch belanglos.

Die Gründe dafür sind vor allem in der Geschichte zu finden, die in der kurzen Laufzeit von 85 Minuten einfach viel zu viel will: da wären die Liebesirrungen und -wirrungen von Brian, die aufgrund der wahnsinnig unsympathischen Alice, die wirklich gar nichts an Persönlichkeit vorweisen kann und dazu auch noch recht dürftig von der hier unbekannten Schauspielerin Alice Eve verkörpert wird, ziemlich lahm, unlustig und stellenweise richtig nervig herüberkommen. Alice symbolisiert eigentlich nur das hübsche Blondchen, in das sich der Hauptprotagonist zwangsläufig verlieben muss, bis er herausfindet, dass er doch jemand anderen will.

Diese andere ist dann auch die wesentlich sympathischere und kann auch als eine der wenigen Stärken des Films gesehen werden. Ihr Name ist Rebecca und verkörpert das absolute Gegenteil von Alice: individuell, politisch engagiert und liebenswert. Leider sieht man nur sehr wenige Szenen mit ihr, weil sich der Film in der ersten Hälfte fast gänzlich auf Alice konzentriert, wobei der Zuschauer genau weiß, für wen sich Brian am Ende entscheiden wird.

Andere Storystränge wären dann noch Konflikte mit dem neuen Freund der Mutter und der Umgang mit dem Tod des viel zu früh verstorbenen Vaters, die Teilnahme an einer Quizshow, und der Konflikt mit einem alten Freund, der Probleme mit dem Gesetz bekommt. Das wird aber alles nur halb angerissen und überhaupt nicht vertieft, so dass man sich die ganze Zeit fragt, auf was der Film eigentlich hinaus will. Ein Puzzleteil wird neben das nächste gelegt und keines will sich so recht zu einem stimmigen Großen und Ganzen zusammenfügen.

Positiv zu erwähnen wäre noch die Musik, die den Flair der 80er, in dessen Zeit der Film spielt, gut herüber bringt und natürlich James McAvoy, der mal wieder als etwas trottliger Durchschnittstyp überzeugen kann.

Fazit

Ein Film, der zu keinem Zeitpunkt in sich stimmig wirkt, bei dem die Charaktere nie vertieft oder dem Zuschauer wirklich näher gebracht werden und der zudem mit einer extrem nervigen und unsympathischen Hauptcharakterin aufwarten kann, muss als misslungen bezeichnet werden. Da rettet auch der wie immer tolle James McAvoy überhaupt nichts dran.

Moritz Stock - myFanbase
26.09.2008

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