Bewertung: 7
Kevin MacDonald

Letzte König von Schottland, Der

"Ich selbst halte mich jedenfalls für den mächtigsten Mann der Welt." - Idi Amin

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Inhalt

Nicholas Garrigan hat sein Medizinstudium abgeschlossen und will sich nun ins wilde Abenteuer stürzen. Durch zufälliges Globusdrehen verschlägt es ihn nach Uganda, wo er in einem Dorf an der Seite von Dr. Merrit und dessen Frau Sarah (Gillian Anderson) für das gesundheitliche Wohl sorgen will. Eines Tages stellt sich der neue Staatspräsident Idi Amin, der durch einen Putsch an dieses Amt gelangt ist, im Dorf vor. Voller Hoffnung auf Besserung ihrer Lage erfährt er großen Zuspruch im Volk und auch die britischen Unterstützer erhoffen sich Einiges. Die Versprechungen überzeugen auch Nicholas, der das alles aber nach wie vor als Abenteuer sieht. Das soll sich schon bald ändern.

Als Idi Amin bei einem Autounfall verletzt wird, ist es Nicholas, der ihn versorgt. Dabei verschafft er sich Respekt bei Amin. Ein paar Tage später lässt Amin Nicholas zu sich rufen und bittet ihn darum, sein Leibarzt zu werden. Nach einigem Zögern lässt sich Nicholas überreden. Von nun an gehört er zu den engsten Vertrauten des Präsidenten und gerät, naiv und jung wie er ist, immer mehr in die Fänge der Macht…

Kritik

"Der letzte König von Schottland" ist ein Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, die sich in Afrika, diesmal Uganda, ereigneten. Diese Idee ist nicht neu, muss sie aber auch nicht sein. Mit "Wer Feuer sät…" und "Der ewige Gärtner" kommt man aber um einen Vergleich nicht herum, weil allein der Standort Afrika schon viele Parallelen vorgibt. So hat man schnell den Eindruck, dass Musik und Drehorte die gleichen sind und der Film wirkt im Drumherum so einfach nur als Kopie von Vorgängern. Dieser Eindruck bleibt aber glücklicherweise nicht der einzige im Film, wird er durch seine Handlung und die Schauspieler doch zu einem neuen Erlebnis.

In der Rolle des Leibarztes, der als Erzählperspektive dient, aber nur fiktiv ist, kann James McAvoy die Naivität, Abenteuerlust, Unbesorgtheit und Überraschtheit dieses zunächst sorgenlosen jungen Mannes sehr gut darstellen. Die Lebenslust wird regelrecht auf den Zuschauer übertragen. Die Wandlung der Figur ist dadurch sehr gut nachvollziehbar und man empfindet als Zuschauer echtes Mitleid. Trotzdem steht die wirklich gute Leistung ein wenig im Schatten eines herausragenden Forest Whitaker, der die Rolle des Idi Amin spielt. Als kraftvoller Anführer posiert er vor dem Volk, als verletzlicher Mensch gibt er sich mit Magenschmerzen und als skrupelloser Mörder mimt er den Machtbesessenen. Mal sucht er verzweifelt nach Rat, mal gibt er sich als guter Freund, der nur das Beste will und mal sieht man ihn als Medienpartner, der sich geschickt nach außen darstellt. Aber immer ist er kalkulierend, bedacht um jeden Schritt. Dabei nimmt man ihm die ganze Zeit ab, dass diese Figur glaubt, richtig zu handeln und im Recht zu sein. Diesen Charakter muss man erstmal mit all seinen Facetten spielen und Whitaker gelingt dies so großartig, dass der Gewinn von Golden Globe und Oscar als beste männliche Hauptrolle nahezu verpflichtend waren.

So sieht man dann doch einen Film, der durch große Leistungen besticht, bei dem sich die Nebenrollen wunderbar einfügen und alle Kleinigkeiten drumherum, die den Film zu einem Gesamtwerk machen, stimmig sind.

Fazit

Ein guter Film, ein herausragender Forest Whitaker und ein bisschen Geschichtsunterricht machen den Film durchaus lohnenswert.

Emil Groth - myFanbase
03.03.2007

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