Bewertung: 6
Timur Bekmambetov

Wanted

He's the man!

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Inhalt

Wesley Allan Gibson (James McAvoy) hat ein total langweiliges Leben. Als Arbeit hat er einen tristen Bürojob, seine Freundin betrügt ihn mit seinem besten Kumpel und er nimmt Tabletten gegen sein Herzrasen. Das Einzige, was ihn wirklich kümmert, ist der Fakt, dass ihn nichts kümmert.

Doch sein Leben soll sich schlagartig ändern. Es stellt sich heraus, dass seine Krankheit vielmehr eine Gabe ist. Durch die 400 Herzschläge pro Minute ist es ihm eigentlich möglich, Dinge viel schneller wahrzunehmen und blitzartig zu reagieren. Und es gibt noch weitere solcher Superhelden, die sogar in einer Organisation vereint sind. Diese hat sich zur Aufgabe gemacht, das Universum im Gleichgewicht zu halten, was sie dadurch bewerkstelligen, dass sie den Menschen, die dieses Gleichgewicht durcheinander bringen, das Leben nehmen.

Bevor Wesley nun seiner plötzlichen Bestimmung folgen kann und dem angeblichen Mörder seines Vaters den Garaus machen darf, muss er zunächst lernen, mit seiner Gabe umzugehen. Knallhartes Training nach spartianischem Vorbild und erste Aufträge zum Mord bestimmen die nächste Zeit und als er endlich soweit ist, kommt er einem Geheimnis auf die Spur, das alles in Frage stellt.

Kritik

Die Superheldenfilme schießen wie Pilze aus dem Boden. Ein Comic nach dem nächsten wird verfilmt. "Wanted" reiht sich dort problemlos ein, aber man muss wirklich ein Fan dieses Genres sein, um mit der Fülle zurecht zu kommen. Gerade inhaltlich hat man als Allroundkinogänger so seine Mühen. Es gibt also Menschen, die mit einer so hohen Herzfrequenz eine so schnelle Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit haben, dass sie mit einer Pistole einer Fliege einen Flügel abschießen können. Na gut, das lässt immerhin einige Möglichkeiten zu. Dass das Heil der Welt aber darin liegt, das Unheil einfach zu töten, lässt sich dann schon heftig diskutieren, wenn man das ernst nehmen wollte. Wenn man dann aber noch weiß, dass das Schicksal darüber entscheidet, welche Menschen das Gleichgewicht aus den Fugen bringen, indem es über eine alte Webmaschine in Form eines Binärcodes die Namen ausspuckt, die es hinzurichten gilt, der kann sich sicher sein, dass man für diesen Film keine besonderen Fähigkeiten benötigt. Es geht hier also nicht um Held gegen Antiheld, sondern eher darum, wie man mit seiner vermeintlichen Bestimmung umzugehen hat.

Am besten ist der Film eigentlich, wenn man sich inhaltlich gar nicht so sehr damit auseinander zu setzen versucht. Das macht Vieles einfacher. "Zum Berieseln" sollte auf der Eintrittskarte stehen. Das ist dann nämlich auch richtig gut möglich. Was der Film an Actionszenen zu bieten hat, lässt sich mehr als sehen und ist wahrhaftig unterhaltsam. Durch die Fähigkeiten der "Superhelden" lassen sich rasante Szenen immer wieder durch Zeitlupenaufnahmen unterbrechen, die einem die Unmöglichkeit der Szenerie aufzuklären versuchen. Wenn man es dann mit den Gesetzen der Physik auch nicht ganz so genau nimmt, dann ist der Kinoabend perfekt. Ob man dann in Zeitlupe sehen muss, wie sich eine Kugel ihren Weg durch den Schädel bahnt, bleibt jedem selbst überlassen. Auch wird kein Wort über die grob geschätzt 10 000 zivilen Opfer verloren, aber wenn man sich schon einfach nur mit Action berieseln lässt, kann man sich von solchen Nebensächlichkeiten auch nicht den Spaß verderben lassen.

Ein weiteres Plus ist natürlich die Starbesetzung in diesem Film, die sicherlich auch beim Rühren der Werbetrommel behilflich war. Den Schauspielern wurde zwar sicherlich nicht ihr ganzes Talent abverlangt, aber wer will schon immer 100 Prozent geben müssen?

Fazit

Mit zwei zugedrückten Augen und der richtigen Einstellung kann man sich von den beeindruckenden Actionszenen zu einem gelungenen Kinoabend überreden lassen. Wer aber was Richtiges erwartet, sollte in das weitere Programm schauen.

Emil Groth - myFanbase
01.09.2008

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