Bewertung: 8
Adam Brooks

Vielleicht, vielleicht auch nicht

"Jetzt, wo ihr geschieden seid, könntest du mir eigentlich mal erzählen, wie du meine Mum kennengelernt hast."

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Inhalt

Die Liebe spielt nicht selten ihr ganz eigenes Spiel. Dies muss auch der Mittdreißiger und Werbespezialist Will Hayes (Ryan Reynolds) akzeptieren, als er in seinem neuen Appartment vor seinen Scheidungsunterlagen brütet. Seine Tochter Maya (Abigail Breslin) steht dieser Situation mit Fragen und Hilflosigkeit gegenüber und möchte wissen, wie sich ihre Eltern kennengelernt haben. Um die brennenden Fragen seiner Tochter zu beantworten, lässt Will die letzten 15 Jahre Revue passieren, in denen er Beziehungen mit drei vollkommen unterschiedlichen Frauen führte. Zum einen seine Jugendliebe Emily (Elizabeth Banks) aus seinem Heimatstädtchen Wisconsin, die er zurückließ, um in der Weltmetropole New York seine Karriere als ambitionierter Jungpolitiker zu verfolgen. Hier lernt er neben einer vollkommen neuen Welt auch zwei Frauen kennen. Die quirlige und stets freilebende April (Isla Fisher), die mit ihm in der Wahlzentrale des zukünftigen Präsidenten arbeitet, sowie die ehrgeizige Politjournalistin Summer (Rachel Weisz).

Drei Frauen, eine Geschichte und ein riesengroßes Rätsel. Um seiner Tochter nicht gleich zu Beginn alles zu verraten, hat Will die Namen seiner drei Liebschaften geändert. Maya sieht sich vor einem großen Rätsel, versucht dieses romantische Puzzle Stück für Stück in die richtige Form zu bringen und erkennt, dass die Liebe und das Leben unvorhersehbar ist. Will hingegen muss sich eine ganz andere Frage stellen: Ist seine Geschichte wirklich schon erzählt?

Kritik

Drehbuchautor und Regisseur Adam Brooks, der schon an Projekten wie "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns", "French Kiss" und "Wimbledon" als Autor mitwirkte, stellte sich mit "Vielleicht, vielleicht auch nicht" keiner leichten Aufgabe. Und verrichtete sie nahezu großartig. Mit seinem Team brachte er eine komplexe und über einen Zeitraum von 15 Jahren spielende Geschichte absolut stimmig und detailgenau auf die Leinwand, ohne in Fallen zu stolpern.

Die überwiegenden Rückblicke, versüßt mit gelegentlichen Sprüngen in die Gegenwart, sind nie verwirrend und immer nachvollziehbar. Die liebevoll gezeichnete Beziehung zwischen Vater und Tochter rückt mit jedem Riss in die Gegenwart mehr ins Geschehen und ist schnell Dreh- und Angelpunkt des Films. Ob Freundschaft oder Liebe, Gewissenskonflikte oder eine Ausgabe des Romanklassikers "Jane Eyre" weiß Brooks in "Vielleicht, vielleicht auch nicht" wunderbar in ein großes Ganzes zu verpacken, ohne dabei je in Kitsch oder Albern-Banales zu driften. Natürlich bedient sich Brooks auch klassischer Instrumente einer Liebeskomödie, verfolgt aber stets seine Vorstellung, um sich von klassischen 0815-Produktionen abzusetzen. Mit "Vielleicht, vielleicht auch nicht" gelingt ihm dies auf ganzer Linie. Der Film schafft dies schlichtweg deswegen, weil er nicht krampfhaft versucht, aus jeder Szene einen Lacher zu schlagen und aus dem Käfig der Trivialität auszubrechen.

Zur Verkörperung seiner Charaktere holte er sich eine Truppe attraktiver und ausfallsicherer Stars an Board. Allen voran Ryan Reynolds und Isla Fisher, deren Leistungen unglaublich charmant und stimmig wirken. Gerade Reynolds' Darstellung des ambitionierten Collegeabgänger voller Träume und Hoffnungen, der schnell und kompromisslos auf den Boden der Tatsachen gerissen wird und später als desillusionierter Mittdreißiger vor seinen Scheidungsunterlagen sitzt, ist überdurchscnittlich und immer charmant. Auch Abigail Breslin, wie geschaffen für die Rolle des kleinen zehnjährigen Naseweis Maya, weiß in ihren kurzen Momenten zu glänzen.

Fazit

"Vielleicht, vielleicht auch nicht" ist großes romantisches Kino. Eine charmante, witzige, herzerwärmende und nie alberne Liebeskomödie, die neben der Story durch die immer sympathischen und durchaus ihr Fach begreifenden darstellerischen Leistungen glänzt. Für die Höchstwertung fehlt lediglich der kleine Tick Tempo.

René Krieger - myFanbase
02.04.2008

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