Bewertung: 8
Paul Haggis

Im Tal von Elah

In einer entscheidenden Schlacht standen sich die Philister und die Israeliten gegenüber. Aus den Reihen der Philister trat ein Riese hervor - Goliath von Gat. Dieser forderte die Israeliten tagtäglich im Tal von Elah auf, gegen sie zu kämpfen. Doch wer den Riesen sah, der floh vor ihm. Der junge David erklärte sich dazu bereit, den Philister zu besiegen. Er ging ohne ein Schwert, nur mit einem Sack voll Steine bewaffnet, auf den Mann zu. Mit der Steinschleuder schoss er den Stein genau auf die Stirn Goliaths, sodass dieser tot zu Boden fiel.

Foto: Copyright: Concorde Home Entertainment
© Concorde Home Entertainment

Inhalt

Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) ist verzweifelt. Nachdem schon der erste Sohn des Sergeant im Krieg gefallen ist, ist nun sein anderer Sohn Mike (Jonathan Tucker) nach seinem Aufenthalt im Irak spurlos verschwunden. Also macht sich Hank auf zum Ort des Geschehens. Seine Frau Joan (Susan Sarandon) bleibt verzweifelt zurück. Lange jedoch muss Hank nicht nach seinem Sohn suchen, denn schon bald werden auf einem verlassenen Feld menschliche, verbrannte Leichenteile gefunden, die als die seines Sohnes identifiziert werden.

Doch wieso wurde der junge Mann, der bei seinen Kollegen beliebt war, umgebracht und seine Leiche verbrannt? Um diese Frage zu beantworten ermittelt Hank gemeinsam mit der Polizistin Emily Sanders (Charlize Theron). Doch mit dem, was ans Tageslicht kommt, hätte keiner der beiden jemals gerechnet.

Kritik

Was hat nun die Geschichte des Tals von Elah mit eben jener Geschichte des verschwunden jungen Offiziers zu tun? Wer den Film gesehen hat, der kann sich zumindest denken, was Regisseur Paul Haggis mit diesem ungewöhnlichen Titel sagen wollte.

Nach dem Oscarprämierten Film "L.A. Crash" ist Paul Haggis mit "Im Tal von Elah" wieder ein Film gelungen, der zum Nachdenken anregt. Doch das Thema dieses Films ist nicht die Kriminalität in Los Angeles, sondern die verzweifelten Menschen, die aus dem Krieg wieder nach Hause kommen. Wie können noch kaum erwachsene Männer das Erlebte verarbeiten und wieder ein ganz normales Leben beginnen? Obwohl es vielen Menschen gelingen könnte, in ein neues Leben zu starten, so gibt es auch viele, die danach an schweren Depressionen und noch schlimmeren Symptomen leiden. Der Film erzählt von eben jenen Menschen, die nach dem Krieg keinen festen Platz mehr in der Welt zu haben scheinen. Offen und auch versteckt übt Paul Haggis damit extreme Kritik an der derzeitigen US-Politik in Bezug auf den Irak-Krieg.

Hank Deerfield tut dem Zuschauer schon im ersten Moment leid. Tommy Lee Jones schafft es, dem Zuschauer die Gefühle zu zeigen, die ein verzweifelter, in sich gekehrter und altmodischer Mann haben muss, der so etwas durchmacht. Er ist es, der den Film über die Länge trägt und er lässt dennoch genug Platz und Raum, um den anderen Darstellern nicht die Show zu stehlen. Charlize Theron ist als maskuline Polizistin ebenfalls in Bestform und auch Susan Sarandon schafft es, trotz viel zu wenig Screentime, dem Zuschauer die Trauer und die unendliche Verzweiflung der Mutter nahezulegen.

Fazit

Ein spannender, interessanter und herzzerreißender Thriller, der zum Nachdenken anregt und einen so schnell nicht wieder loslässt.

Eva Klose - myFanbase
12.02.2008

Diskussion zu diesem Film