Bewertung: 8
Mikael Håfström

Zimmer 1408

The Dolphin Hotel invites you to stay in any of its stunning rooms. Except one.

Foto: Copyright: 2008 Universum Film GmbH
© 2008 Universum Film GmbH

Inhalt

Der Schriftsteller Mike Enslin (John Cusack) schreibt Bücher über Hotels, die sich damit rühmen, dass es angeblich in ihnen spukt. Er reist von einem Ort zum nächsten und verbringt jeweils eine Nacht im gruseligsten Zimmer der Herberge. Als Skeptiker versucht er, übernatürliche Phänomene aufzuspüren und sie zu belegen, was ihm bisher noch nicht gelungen ist. Einen Geist hat er noch nicht zu Gesicht bekommen und er rechnet auch nicht damit.

Eines Tages erreicht ihn eine Postkarte des Dolphin Hotels. Der Satz "Betreten sie nicht das Zimmer 1408" weckt sofort seine Neugier und so beschließt Enslin, dem mysteriösen Hotel einen Besuch abzustatten. Er versucht ein Zimmer zu reservieren, doch Manager Olin (Samuel L. Jackson) will mit allen Mitteln verhindern, dass Enslin dort einzieht. Doch Enslin bleibt beharrlich und zieht letztendlich doch im mysteriösen Zimmer 1408 ein, in dem noch kein Gast länger als eine Stunde überlebt hat.

Kritik

Irgendwo zwischen Freddy Kruegers Jagd auf Jugendliche und Jigsaws Angriff auf die Menschlichkeit ist dem Horror-Genre etwas abhanden gekommen. Vorbei ist die Zeit der atmosphärischen Spukszenarien oder der überraschenden Schockmomente. Es dominiert der Ekel, der Terror und die Verstümmelung. Der Zuschauer ist mittlerweile zum Voyeur geworden, dem es nach bluttriefenden Leichen und möglichst grässlich verstümmelten Kreaturen gelüstet. Was am Ende eines Films wie "Saw" oder "Hostel" zurückbleibt ist ein ungutes Gefühl im Magen, denn machen derartige Filme wirklich Spaß?

Gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, die sich gerne gruseln. Stephen King kommt meist ganz ohne aufwendige Folterapparate aus und schafft in seinen Büchern eine bedrohliche Umgebung, die manchmal nicht weniger auswegslos erscheint als ein abgeschiedenes Folterhostel im alten Osteuropa. "Zimmer 1408" lebt von der gespenstischen Atmosphäre, vom Knistern und Knacken, von unvorhersehbaren Veränderungen und vor allem von John Cusack. Er trägt den Film, spielt dabei glaubwürdig und doch so herrlich einfach. Niemand anderem hätte ich 90 Minuten lang in einem beengten Hotelzimmer zusehen wollen.

Sicher erfindet "Zimmer 1408" das Rad nicht neu. Dennoch besinnt sich der schwedische Regisseur Mikael Håfström der guten alten Tradition des Gruselkinos, das auf die Bohrmaschine im Auge gut verzichten kann. Dabei setzt er zuerst auf den Aufbau einer glaubhaften Figur, bevor er sie den eigenen Dämonen gegenüber stellt. Denn auch wenn es so aussieht, "Zimmer 1408" zeigt nicht den Kampf eines Mannes gegen ein Hotelzimmer. Es geht viel mehr um den Kampf gegen die eigenen Dämonen, die das übernatürliche Zimmer aus Mike Enslin regelrecht hervorzuprügeln versucht. "Es" will ihn zwingen, sich mit den unverarbeiteten Dingen in seinem Leben auseinander zu setzen und bietet ihm dann einen einfachen Weg aus seiner Misere. Dabei wird wieder die eigene Tendenz von Enslin aufgegriffen, denn er sucht immer nach einem einfachen Ausweg, den er meist im Alkohol oder in einer neuen Stadt findet.

Leider geht dem Film zum Ende hin ein wenig die Luft aus. Die zu Anfang geschickt aufgebaute Spannung kann bis kurz nach dem Einzug von Enslin in das verdammte Zimmer aufrecherhalten werden, dann versucht man die Geschichte durch möglichst spektakuläre Effekte in die Länge zu ziehen. Einige Versuche gelingen, andere wiederum schlagen komplett fehl. Weniger wäre hier sicherlich mehr gewesen.

Fazit

Eine durchaus gelungene Adaption einer Stephen King-Kurzgeschichte, die zwischendrin ein wenig schwächelt, aber insgesamt doch zu überzeugen weiß. 8 Totenköpfe von 9!

Melanie Brandt - myFanbase
30.09.2007

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