Bewertung

Review: #1.13 Vaterfluch

Foto: Jesse Spencer, Dr. House - Copyright: 2004 FOX BROADCASTING COMPANY; Nigel Parry/FOX
Jesse Spencer, Dr. House
© 2004 FOX BROADCASTING COMPANY; Nigel Parry/FOX

Das spannende an "Dr. House" sind bei weitem nicht immer die Fälle, in die das Team verstrickt werden, auch wenn man keine Mühe scheut, möglichst exotische Erkrankungen aus der Trickkiste zu ziehen und die Zuschauer darauf aufmerksam zu machen, was da draußen in der Welt alles herumschwirrt, was uns umbringen könnte. Nein, was bei "Dr. House" fasziniert, sind die zwischenmenschlichen Dinge, die sich um das Team herum abspielen, auch wenn sie im Moment noch einen recht kleinen Raum einnehmen.

Dieses Mal befassen wir uns etwas näher mit Robert Chase, dessen Vater unverhofft im Princeton Plainsboro Teaching Hospital erscheint. Natürlich interessiert sich vor allem House dafür, warum Dad so plötzlich auftaucht, doch noch interessanter ist die Tatsache, dass Chase gar nicht schnell genug verschwinden kann, als er seinen Vater das erste Mal sieht.

Wir wissen auch nach einer halben Staffel nur sehr wenig über die einzelnen Charaktere in House' Team. Daher ist die Idee, ein Familienmitglied auftauchen zu lassen, um einen kleinen Einblick in die Vergangenheit von Chase zu erhaschen, gar nicht mal so schlecht. Wir erfahren schließlich, dass Chase' Mutter sich zu Tode gesoffen hat, nachdem ihr Mann sie verlassen hatte und dass Chase dies noch immer schwer auf der Seele liegt, da er sich um sie kümmern musste. Doch anders als man vermuten mag, gibt er er zwar seinem Vater die Schuld daran, er hasst ihn jedoch nicht. Vielmehr versucht er sich einzureden, dass es ihm gleichgültig ist, wo er ist und was er gerade tut.

Das funktioniert auch, solange man diese bestimmte Person nicht im Blickfeld hat. Chase hat es über die Jahre geschafft, seine Erwartungen an seinen Vater herunter zu schrauben und so erreicht, dass die Enttäuschungen, denen er in seiner Kindheit ausgesetzt war, nun nicht länger auf ihm lasten. Er hat gelernt, ohne seinen Vater zu existieren, auch wenn er am Ende selbst zugibt, dass egal was ein Vater tut, man ihn als Sohn immer lieben wird.

Leider wird es wohl zu spät sein, sich mit dem Vater auszusöhnen, denn Chase Senior kommt nicht etwa in die Staaten, um seinen Sohn zu besuchen, sondern weil er sich Rat von einem Kollegen erhofft. Leider kann Wilson ihm nicht vielmehr mitteilen als dass die Diagnose Lungenkrebs infaust ist und er nun nur noch drei Monate zu leben hat. Leider schafft er es am Ende nicht, seinem Sohn reinen Wein einzuschenken, sondern verabschiedet sich von Robert ohne ein Wort darüber, dass dieses Treffen wahrscheinlich ihr letztes war. Wenigstens haben beide im Zuge dieser Episode angefangen, aufeinander zuzugehen.

Natürlich spiegelt sich die Problematik zwischen Chase Junior und Chase Senior in gewisser Weise auch im medizinischen Fall wieder, der sich dieses Mal um einen Jungen dreht, der gleich zwei seltene Erkrankungen mit sich herumschleppt – Milzbrand und Lepra. Bis es zu der Diagnose kommt, gibt es einige interessante Szenen zwischen House und Chase, sowie Chase und seinem Vater, der bei der Diagosefindung zeitweise behilflich ist. Doch am Ende ist es wieder einmal House selbst, dem der richtige Geistesblitz kommt und am Ende als brillanter Arzt dasteht.

Fazit

Vater – Sohn – Geschichten haben immer einiges an Potential, denn wie wir schon aus etlichen anderen Serien, Büchern oder Filmen wissen, haben selbst die besten Cowboys Vaterkomplexe. Daher ist die ganze Thematik nicht unbedingt sehr innovativ, allerdings ist sie stellenweise ganz passabel umgesetzt, wenngleich ich gestehen muss, dass es schon spannendere und vor allem spektakulärere Episoden gab als diese hier.

Melanie Wolff - myFanbase

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