Interviews mit James, Josh und Michelle

PRO7.de hat drei Interviews mit James, Joshua und Michelle veröffentlicht. Die drei sprechen darin vor allem über ihre Arbeit am Dawson´s Creek-Set und die vierte Staffel, die gerade auf PRO7 zu sehen ist. Josh möchte sich nach dem Ende von Dawson´s Creek mehr auf seine Filmkarriere konzentrieren und keine Serie mehr drehen. Michelle spricht darüber, was sie über ihre Vorbildfunktion gegenüber ihren Zuschauern denkt und James erzählt vom Leben zwischen Wilmington und Hollywood.

Achtung: Die Interviews erhalten einige Informationen über Folgen, die noch nicht im Free-TV gelaufen sind.

Interview mit Dawson Leery alias James van der Beek Sie drehen seit vier Jahren in Wilmington. Was ist das Beste und das Schlechteste daran, in North Carolina zu arbeiten? Das Beste daran ist, dass North Carolina vom Rest der Filmindustrie isoliert ist. Das tut uns allen gut. Das Schlimmste ist, dass es auch vom Rest der Welt isoliert ist. Als Schauspieler sind mein Leben und meine Karriere sonst an New York oder Los Angeles gebunden. Wilmington liegt sehr weit südlich von New York und 3000 Meilen von L.A. entfernt. Es gibt keine direkten Flüge. Aber es ist ein schöner Ort, und ich fühle mich mit dem Team hier sehr wohl. Bekommen Sie einen Kulturschock, wenn Sie zurück nach L.A. gehen? Was machen Sie dort als Erstes? Ursprünglich stamme ich aus Connecticut, und es war ein Kulturschock, von dort hierher zu kommen. Und in L.A. ist es wieder anders. Jedes Land hat eben völlig unterschiedliche Regionen. In Wilmington ist alles ein bisschen lockerer, irgendwie gemächlich – die Menschen lassen sich nicht hetzen. Wie sieht Ihre Wohnung hier aus? Was ist anders als zu Hause? Es ist hier eigentlich wie zu Hause. Man versucht, sich so gut wie möglich einzuleben (...) Und es gehört einfach zu meinem Job, zeitweise woanders zu leben. Wie sieht ein typischer Tag am Set für Sie aus? Z.B. der heutige Tag – wie hat er angefangen, wie wird er weitergehen? Der Tag heute ist ziemlich kompliziert. Dieser ganze Regen ... Naturgewalten hat man eben nicht im Griff. Das Wetter ist nicht immer auf unserer Seite, so wie heute. Irgendwie müssen wir damit klarkommen, aber das macht die Arbeit auch interessant. Ein typischer Tag sieht so aus: Es geht ganz früh ans Set, wir starten meistens, bevor die Sonne aufgeht, also muss ich um sechs Uhr aufstehen. Die frühste Zeit, zu der ich abgeholt wurde, war 4.50 Uhr. Dann kommt man zum Drehort, bekommt Haare und Make-up gemacht, frühstückt, und wird noch mal geschminkt. Dann zieht man die entsprechende Kleidung an, und los geht’s. Wir beginnen mit einer Probe, danach wird das Licht eingestellt – dazwischen wartet man einfach ab. Eine Szene wird zunächst von einer Seite gedreht. Nach einer Wartezeit, in der die Kamera auf die gegenüberliegende Seite gebracht wird, wird dieselbe Szene von der anderen Seite aufgenommen. Dann kommen noch die Nahaufnahmen, und zwischendurch warten wir wieder. So ist es eigentlich nur ein kleiner Teil an aktiver Arbeit, und dazwischen braucht man viel Geduld. Bei dieser langen Zusammenarbeit lernt man sich ja immer besser kennen und nimmt sich gegenseitig auch mal auf den Arm. Hat man Ihnen auch schon einen Streich während einer Szene gespielt? Wollen Sie meine ehrliche Meinung hören? Auf diese Frage werden Sie von den Cast-Mitgliedern unterschiedliche Antworten bekommen. Ich habe den Eindruck, dass wir alle schnell mit dem Dreh durchkommen wollen, um dann nach Hause zu gehen. Die Arbeit nimmt durchschnittlich 14 Stunden pro Tag in Anspruch. Ich habe nichts gegen Späße und viel Lachen, aber wenn es die Arbeit verzögert und den Tag verlängert, muss es nicht sein. Manchmal kommt man allerdings nicht drum herum. Dann muss die ganze Crew mitmachen, und es macht großen Spaß. Dann stimmt es also nicht, dass Katie Holmes Ihnen einmal Salz in eine Cola geschüttet hat, die Sie in einer Szene trinken mussten? Doch, aber das ist eine ganz alte Geschichte aus der ersten Staffel. Da war alles noch sehr neu und aufregend. Jeder geht mit diesem Thema anders um. Ich bin auch kein Spielverderber. Mir kommen selbst genügend Ideen, anderen Leuten Streiche zu spielen. Aber das passiert eher hinter der Kamera. Wie verbringen Sie ihre drehfreie Zeit? Unternehmen Sie etwas mit Ihren Kollegen oder haben Sie sich mit Leuten aus Wilmington angefreundet? Wir verstehen uns alle super, doch wir arbeiten den ganzen Tag miteinander und freuen uns, wenn wir mal ein wenig Abstand voneinander haben. Jeder versucht, so gut es geht, sein eigenes Leben zu leben. Wir unternehmen auch Dinge gemeinsam, aber wir verbringen sicherlich nicht jede freie Minute zusammen. Ich frage das, weil Sie und Joshua Jackson doch am Anfang zusammen gewohnt haben, oder? [lacht] Ja, das ist nun wieder eine ganz andere Geschichte. Es hat gut geklappt – aber man sollte eigentlich nicht mit jemandem zusammen wohnen, mit dem man auch arbeitet. Man klebt sonst ja förmlich an dem anderen. Es ist fast, wie verheiratet zu sein. Wir haben uns für das zweite Jahr dann jeder eine eigene Wohnung gesucht. Was war das Verrückteste, das Ihnen hier in Wilmington passiert ist? Eine Dame verfolgte mich, als ich aus dem Lebensmittelladen kam. Sie hat in meine Tüte geschaut und gesagt: "Ich möchte sehen, was ein Filmstar isst." Ich habe sie gebeten, von meinen Lebensmitteln wegzugehen. Da lief sie zu meinem Auto, wischte mit dem Finger etwas Staub ab und sagte: "Vielen Dank, das werde ich meinen Kindern mit nach Hause bringen." Das war ziemlich verrückt! Man nennt Wilmington inzwischen das „Hollywood des Ostens“. Warum glauben Sie, ist es ein Zentrum der Filmindustrie geworden? Was kann es bieten? Wilmington hat etliche Arten von Locations zu bieten, die man so an keinem anderen Ort bekommt. Es überrascht mich selbst immer wieder, was für Locations die Verantwortlichen aus dem Hut zaubern. Außerdem findet man hier ein gewisses Flair, ein Studio und – durch die Größe der Stadt – auch genügend Leute für die Crew. Deswegen kommen Produktionsfirmen hierher Die Serie spielt eigentlich in Capeside, einem fiktiven Ort in Neuengland. Werden beim Dreh irgendwelche Tricks angewendet, damit es nicht aussieht wie in North Carolina, sondern weiter oben an der Ostküste? Es gibt genug Locations, die nach Neuengland aussehen. Viele Straßen und Blöcke erinnern an Boston oder Cape Cod. Allerdings gibt es hier eine spezielle Pflanzenart, die dort oben nicht blüht. Manchmal wird sie aus dem Bild geschnitten, manchmal aber auch nicht. Es sieht sehr schön aus, wie die Blüten an den Häusern hängen, und deswegen vernachlässigt man oft, dass es nicht so aussieht wie in Neuengland. Die Realität ist eben, dass die Serie im Süden gedreht wird. Das sieht man auch manchmal, doch ich glaube nicht, dass das schlecht ist. Was erwartet den Zuschauer in der vierten Staffel? Ich glaube, sie wird ihm gefallen. Die Autoren sind so gut drauf wie noch nie zuvor. Sie haben den Charakteren Spielraum gelassen, erwachsen zu werden und sich zu verändern. Es ist nicht immer und immer wieder dieselbe Geschichte, sondern wirklich etwas ganz anderes. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich glaube, dass es den Zuschauern gefallen wird. ---------------------- Interview mit Pacey Witter alias Joshua Jackson Es beeindruckt mich, dass Ihre Film- und Fernsehkarriere so toll läuft. Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie auf die letzten vier Jahre zurückblicken? Es ist schwer, die letzten vier Jahre in einen Satz zu packen. Aber wenn ich es versuchen soll, dann würde ich sagen: Ich hatte einen guten Lauf. [lacht] Ich wurde vom Achtzehn- zum Zweiundzwanzigjährigen – das macht beim Erwachsenwerden eines Mannes einen großen Unterschied. Beruflich haben sich für mich durch den Erfolg von "Dawson’s Creek" viele Türen geöffnet. Diese Sachen haben dann wieder andere Türen geöffnet. Die verschiedenen Projekte haben mir großen Spaß gemacht. Es war wirklich ein Haufen toller Dinge, die mir in den letzten vier Jahren passiert sind. Ihr Charakter Pacey hat ebenfalls eine große Veränderung durchgemacht. Können Sie für mich ein bisschen zusammenfassen, was er mit seinem Leben angestellt hat, um zu dem Punkt zu kommen, an dem er jetzt ist? Die einfachste Zusammenfassung ist: Er hat gelebt. So wie ich es im Moment sagen kann, gibt es einen Unterschied zwischen einem Film und einer Serie. Beim Film arbeitet man in einer geschlossenen Handlung. Ein Film hat einen definierten Beginn und ein definiertes Ende. Bei einer Serie hingegen lebt etwas weiter und verändert sich. Pacey hat gelebt und ist erwachsen geworden. Er hat den Abschluss an der High School gemacht und kommt nun in die nächste Phase seines Lebens. Ist das nicht das Problem eines Teenage-Dramas? Was passiert denn mit den Charakteren, wenn sie erwachsen sind? Ja, das ist sicher schwierig, aber zum Glück nicht mein Problem. Ich hoffe, dass die intelligenten Denker, die hinter "Dawson’s Creek" stehen, sich einen guten Weg einfallen lassen, wie es weitergehen kann. Ich muss nur noch fünf Tage arbeiten, habe dann frei und mache Urlaub. (...) Vielleicht spielt die Serie nach Beendigung der High School woanders, und Sie kommen nicht mehr zurück. Was werden Sie in Erinnerung behalten? Das ist ein sehr ernstes Thema. Meiner Meinung nach haben die Leute hinter der Kamera einen sehr großen Teil der Serie ausgemacht. Wenn wir irgendwo anders mit einer neuen Crew drehen werden, wird es nicht dasselbe sein. Ich werde die Menschen sehr vermissen – sie haben ihr Zuhause zu unserem gemacht. Die meisten Leute im Team sind von Anfang an dabei, und meine Erfahrung mit ihnen war wirklich toll. Außerdem ist Wilmington eine kleine Gemeinde, man ist schnell bei der Arbeit und hat keine Verkehrsprobleme. Die Sommer hier unten sind wunderschön. Man verbringt die ganze Zeit am Wasser, und es ist wie im Paradies. Meine Hoffnung ist, dass wir hierher zurückkommen und die Produzenten und Autoren einen Weg finden, das möglich zu machen. Wenn Sie zwischen einem Oscar und einem Emmy wählen könnten? Welchen hätten Sie lieber? Ich sag’ Ihnen was, das ist ein Dilemma und bringt mein Leben total durcheinander. "Oscar" oder "Emmy", "Emmy" oder "Oscar". Mhmm, wenn ich wählen könnte, ich weiß auch nicht! [lacht] Welcher ist denn schwerer? Das weiß ich leider auch nicht. Wird Ihre Serienkarriere nach Dawson’s Creek zu Ende sein? Mit Sicherheit. Wenn man für eine Serie unterschreibt, muss man eine lange Verpflichtung eingehen. In absehbarer Zeit bin ich sicherlich an dem Punkt, an dem ich meine Freiheit wieder zurück haben möchte und mehr Zeit für mich selbst brauche. Ich bin jetzt auch finanziell in der Lage, diese Zeit zu nutzen, um z.B. zu reisen. Und ich finde, dass es wirklich toll ist, wenn man mit zweiundzwanzig Jahren sagen kann: "O.K. ich nehme mir jetzt mal ein halbes Jahr Auszeit." Aber das geht eben nur, weil ich jetzt hart arbeite. Pacey hat viel erlebt - wie jeder Charakter der Serie. Alle sind immer so grüblerisch, beleuchten ihr Denken und Handeln. Haben Sie dabei irgendetwas für sich selbst gelernt? Ich habe sicherlich viel gelernt. Vielleicht nicht unbedingt direkt aus der Serie. Aber hier am Set kann man fürs Leben lernen. Man arbeitet mit vielen professionellen Menschen zusammen, und man lernt dieses Team sehr gut kennen. Der Prozess der Veränderung in der Serie, auch der Veränderung im Leben, ist das Dazulernen. Diese vier Jahre hier, von achtzehn bis zweiundzwanzig, wären normalerweise meine College-Jahre und meine ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt gewesen. Es war sehr gut für mich, in dieser sicheren und behüteten Umgebung zu sein. Man behandelt die Leute mit Respekt und wird ebenso mit Respekt behandelt. Wenn man morgens vorbereitet ans Set kommt, möchte jeder nur, dass man sein Bestes gibt. Es ist eine tolle Umgebung, in der jeder den anderen unterstützt. ---------------------- Interview mit Jen Lindley alias Michelle Williams Es gibt eine Szene in der vierten Staffel, in der Sie der Direktor der Schule verweisen will. Was steckt dahinter? Er meint es wohl nicht ganz so ernst, aber zuerst sieht es so aus. Er will uns einen Denkzettel verpassen. Warum, was haben Sie angestellt? Irgendetwas bestimmt! Ich weiß nicht mehr genau, was ich diesmal getan habe. Es muss allerdings etwas Schlimmes gewesen sein. Man sagt ja, Dawson’s Creek sei ein Teenage-Drama. Aber es geht ziemlich zur Sache, was Sex und Drogen betrifft. Sie und Andi kamen in einer Folge mit Ecstasy in Berührung, und Andis Leben war gefährdet. Bekommen Sie darauf spezielle Reaktionen und denken darüber nach? Früher schaute man sich „Beverly Hills 90210“ an, da gab es kein Ecstasy. Aber so weit ich weiß, haben die sich auch mit Drogen und Alkohol beschäftigt. Meiner Meinung nach geht „Dawson’s Creek“ direkter an die Sachen heran. Man redet offen darüber und beschönigt nichts. Manche sagen, dass die Inhalte bisweilen zu hart für ein Teenage-Drama sind. Ich glaube nicht, dass das so stimmt. Bei der Produktion gibt es Leute, die speziell auf diese Dinge achten. Wenn jemand zu viel trinkt, muss er sich danach immer übergeben. Wir versuchen, so verantwortungsvoll wie möglich mit diesen Themen umzugehen. Sie sind nun neunzehn. Na ja, eigentlich schon zwanzig. Sie haben schon mit sechzehn Ihren High School-Abschluss gemacht. Sie sind also vier Jahre älter als Ihr Charakter in der Serie. (...) Können Sie sich überhaupt an Ihre High-School-Zeit erinnern? Ich war eigentlich nur ein Jahr auf einer normalen High School, deswegen habe ich kaum Erinnerungen an die so genannte High-School-Zeit. Ich hole diese Erfahrung beim Dreh nach. Was passiert mit Jen in der vierten Staffel? Da muss ich erst mal überlegen, was passiert ... Ich glaube, es geht ihr gut. Eines Tages taucht Drew, ein alter Freund aus New York, in Capeside auf. Aber das Wichtigste ist, dass sie eine Therapie beginnt, um die Dinge, die mit ihrem Vater passiert sind, zu verarbeiten. Denken Sie bei der Auswahl Ihrer Filmrollen an die Vorbildfunktion, die Sie vielleicht übernehmen? Z.B. haben Sie in "If These Walls Could Talk II" mitgespielt und hatten eine sehr provokative Rolle. Ich denke nicht darüber nach, ob ich eine Vorbildfunktion für die Masse einnehme. Ich denke über meine eigenen Wertvorstellungen nach und darüber, wie die Rollen da hineinpassen. Ich wollte jetzt gerade sagen, dass ich keine politischen Stellungnahmen abgebe, aber das stimmt so nicht ganz. "If These Walls Could Talk II" war ein politisches wie persönliches Statement. Doch das steht bei der Entscheidung nicht im Vordergrund. Es geht vielmehr darum, gute Rollen zu finden. Quelle: PRO7.de



Sandra - myFanbase
14.11.2002 00:00

Kommentare