Bewertung: 8

Review: #3.06 Licht und Schatten

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Dark
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Nach dieser Episode muss man erst einmal durchatmen und seine Gedanken sortieren. Wer gehört zu wem? Wer ist wo? Wer liegt richtig? Und warum gibt es so viele Marthas? Bisher hatte ich noch nie das Gefühl, von "Dark" überfordert gewesen zu sein, doch dieses Mal hat es mich tatsächlich aus der Bahn geworfen. Denn nachdem man die Serie bereits um eine Parallelwelt erweitert hat, vergrößert man das Serienuniversum nun noch weiter, indem man aufzeigt, dass es selbst innerhalb der Welt zwei Facetten gibt. Diese Offenbarung funktioniert in Bezug auf Jonas und sein Schicksal wunderbar. Gleichzeitig steht man kurz vor dem Punkt, an dem einem alles zu viel wird. Zwar macht es Spaß, die Serie sich selbst erklären zu lassen, wenn es dadurch gelingt, Entscheidungen zu verdeutlichen und sich selbst zu bestätigen, doch es wird alles immer verwickelter und so kurz vor dem Serienfinale sehe ich noch nicht, wie der ewige Knoten gelöst werden könnte. Was mir an dieser Episode besonders schwer fiel, war die Unterscheidung der Marthas. Denn mittlerweile haben wir es mit fünf davon zu tun, von denen sich drei im Teenager-Alter befinden. Klar, die Martha mit der großen Verletzung im Gesicht, lässt sich als diejenige zuordnen, die wir in #2.08 Enden und Anfänge kennengelernt haben. Und die mit dem frischen Kratzer unterm Auge ist wiederum die Martha, die gerade erst mit Jonas geschlafen hat und nun versucht, seinen Tod und die Apokalypse irgendwie zu verhindern. Doch wer ist die dritte Martha, die sich in der Gewalt von Adam befindet und keinerlei Verletzungen vorzuweisen hat? Handelt es sich bei ihr ebenfalls um die zweite Facette der bekannten Welt, in der Jonas nicht gestorben ist? Ich gehe zwar fest davon aus, dass uns die nächste Episode genau darauf eine Antwort liefern wird, ebenso wie diese Episode das Schicksal von Jonas auf glaubwürdige Weise offengelegt hat, dennoch stört es ein wenig, vor ein derartiges Rätsel gestellt zu werden. Abgesehen davon lag bei dieser Episode die gesamte Zeit über etwas in der Luft, wodurch man wie gebannt auf den Fernseher starren musste. Hinter jeder Ecke vermutet man mittlerweile eine neue aber dennoch logische Wendung und so versucht man, sich jedes noch so winzige Detail einzuprägen. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war die gewinnende Bedeutung von Mads' Tod, die nun als Erklärung dafür dient, dass Ulrich durch die Zeit reist. Natürlich ist dieses Motiv nicht ganz so stark wie die Suche nach Mikkel in Staffel 1, doch es erklärt sich beinahe von selbst. Genau aus diesem Grund kann man "Dark" nur gratulieren, weil es die Serie bisher immer wieder geschafft hat, in sich kongruent zu bleiben.

Randnotizen

  • Schön, dass auch der gealterte Egon in dieser Staffel noch einen Platz gefunden hat.
  • Es fällt mir erst jetzt wie Schuppen von den Augen, wie passend Marthas und Jonas' Sohn bei Bernd zum Apfel griff. Ein grandioses Symbol für die im Paradies verbotene Frucht ist, die von ihm personifiziert wird.


Fazit

Diese Episode ist ganz anders als die letzte und steht ihr dennoch in nichts nach. Spannungsgeladen kommt sie mit vielen Erklärungen und noch mehr Fragen daher, die einen nicht mehr loslassen.

Marie Florschütz - myFanbase

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