Bewertung: 8

Review: #5.07 Und noch einmal

Foto: David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Man kann Hank viele Dinge vorwerfen (und das habe ich auch häufig genug gemacht), man kann aber nicht sagen, dass Hank nicht alles tun würde, um Becca und Karen zu schützen und ihr Glück genießen zu lassen. Dafür nimmt er es sogar in Kauf, in der Gunst der beiden weiter deutlich zu sinken, obwohl er gar nichts getan hat.

Maybe she has been through enough

Es sind diese Momente von "Californication", die ich so liebe. Hank verhält sich wie ein Erwachsener, der das beste für die Menschen will, die er liebt, auch wenn er selbst sich da deutlich zurück nehmen muss. Da Richard mal wieder Mist gebaut hat, was Karen wohl endgültig das Herz brechen würde, springt Hank ein, hilft nicht nur Richard finanziell aus der Patsche sondern nimmt auch noch die Bekanntschaft der Frau auf sich, die Richard in seinem Alkoholkonsum begattet hatte. Die Konsequenzen hat er wohl selbst nicht erahnt, denn Holly legt eine richtige Show hin, die an Obszönität und Direktheit keinesgleichen kennt. Drea De Matteo muss diese Rolle richtig Spaß gemacht haben und der Gastauftritt ist wirklich gelungen, auch wenn es mir an der ein oder anderen Stelle fast zu viel war. Dass Hank bei seiner Linie bleibt, ist aller Ehren wert. Das kurze Gespräch mit Tyler, der das Spiel durchschaut hat, hat sehr viel offenbart. Tyler nutzt das Wissen natürlich aus, um sein Drehbuch in Hanks Gedächtnis zu bringen. Es könnte auf jeden Fall schlimmer für Hank kommen. Außerdem glaube ich, dass es gar nicht so schlecht ist, dass Tyler die Wahrheit kennt. Eventuell ist es hilfreich, wenn er Becca gegenüber Hank verteidigt, denn diese äußert sich am Ende der Episode mit den wohl verletzendsten Worten, die man einem Vater sagen kann. ("Stay the fuck away, I like you much better when you are in New York!") Das Gemeine daran ist, dass Beccas Aussage zu so vielen Momenten gepasst hätte, ausgerechnet hier Hank aber großes Unrecht tut. Aber so ist das Leben. Hank hat mir jedenfalls lange nicht mehr so leid getan wie gegen Ende der Episode. Wie eine Selbstfolterung lässt es alles über sich ergehen, wohl wissend, dass er selbst wirklich viel Mist gebaut hat und es eben auf diese Weise ganz uneigennützig seinen Liebsten gegenüber wieder gut machen will. Chapeau, Hank!

I just wanted to say Goodbye

Neben der sehr kurzweiligen Storyline um Hank und Co. drehte sich der zweite Teil der Episode natürlich um Charlie. Hier passierte im Prinzip das, was zu erwarten war. Lizzy wird gefeuert, weint sich bei Charlie aus, die beiden schlafen miteinander, aber weil Marcy nicht ohne Babysitter zurecht kommt, wird Lizzy wieder eingestellt. Es gibt Serien, wo ich diese Erzählweise enorm langweilig finden würde, mich über die Vorhersehbarkeit beschweren würde und wohl noch weitere Gründe fürs Lamentieren finden würde. Nicht aber bei "Californication", denn trotz kleinerer Defizite wird diese zu erwartende Storyline doch um ein paar Ereignisse ergänzt, die einfach gelungen sind. Zunächst fand ich die unaufgeregte Erzählweise im Kontrast zur eher durchgedrehten Holly-Story sehr gut gewählt, weil man sich so auch auf eine gewisse Art und Weise "erholen" konnte. Außerdem hat man durch die unterschiedlichen Erzählungen, was denn da nun eigentlich im Pool passiert ist, offen gelassen, welch ein Mensch Lizzy nun eigentlich ist. Passiert ihr all dies nur zufällig oder kalkuliert sie ganz bewusst mit dem Mitleid, dass ihr Charlie zukommen lässt, um ihre Interessen durchsetzen zu können. Ihre verschiedenen Hobbys wirken auch so, las wenn sie sich das alles immer nur ausdenkt. Dass man diesen Charakter noch nicht vollkommen durchblicken kann bzw. bis hierhin wie das hilflose, kleine Mädchen inszeniert, scheint mir also doch zu auffällig. Ich hoffe sehr, dass mich dieser Eindruck nicht täuscht und da eben doch noch mehr dahinter steckt und zumindest Charlie vielleicht noch in ein Fettnäpfchen tritt. Das würde auch ihm somit mal wieder eine richtige Storyline geben. Hier bin ich also sehr gespannt, was da noch kommen wird.

Fazit

Die Abwesenheit von Kali und Sam haben gar nicht gestört, weil man eine sehr witzige, leicht überzogene, aber ungeheuer tiefgründige Geschichte um Hank erzählt hat und nebenbei dezent und unaufdringlich auch Charlie und Lizzy so weiter gebracht hat, dass man sich hier sogar auf die kommenden Episoden freut, weil trotz aller naheliegenden Vermutungen noch nicht klar ist, was die Autoren wirklich beabsichtigen.

Emil Groth - myFanbase

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