Artikel in der Star Tribune
Auch die Star Tribune widmete anlässlich des Finales der Serie Buffy einen Artikel. Wir haben ihn für Euch natürlich übersetzt:
Diesmal ist es wirklich das Ende der Welt.
Das ist richtig. Nach sieben Staffeln, zwei Sendern und 140 Folgen Kampf gegen Vampire, Dämonen und eine Apokalypse nach der anderen wird "Buffy - Im Bann der Dämonen" in drei Wochen aufhören zu existieren.
Ihre Rede war schnell, aber tödlich. "Die Show, wie wir sie kennen, ist vorbei," gab Hauptdarstellerin Sarah Michelle Gellar letzten Monat "Entertainment Weekly" bekannt.
Und das bedeutet Verzweiflung für mich und 3 oder 4 Millionen andere Buffyaholics, für die "Slayfest" eine Tradition an Dienstag Abenden geworden ist. Nach dem 20. Mai werden wir absolut keine Ahnung haben, woher wir unseren großartigsten Mix aus übernatürlichem Horror, Girl-Power, gotischer Romantik und Teenager-Komödie bekomemn sollen. Und die Zukunft der dunklen Spinoff "Angel" ist auch zweifelhaft.
Ich gestehe meine Besessenheit von einer Fernsehserie mit einem so wunderbar lächerlichen Titel wie "Buffy the Vampire Slayer", ich bin nie gut darüber hinweg gekommen in freundlichen Gesprächen. Hier ist nun eine Show, die nach einem Film von 1992 überarbeitet
wurde, die ihr Debut auf dem Kinderkanal WB hatte, über eine Teenagerin, die auserwählt ist, die Welt vor vielen bösen Sachen zu beschützen. Und immer noch haben Erfinder Joss Whedon &
Co. konstant hohe Fernsehqualität hervorgebracht, nur um von den meisten Zuschauern,
Kritikern und Emmy-Wählern übersehen zu werden.
Wenn du nie über den nicht ernst gemeinten Humor des Titels und den Vorspann hinausgekommen
bist, war "Buffy" wahrscheinlich nichts für dich. Für den rest von uns war es ein
geschätztes Kult-Geheimnis. Aber es ist nicht zu spät, bei der Buffymanie mitzumachen, es kommen noch 4 letzte Folgen auf UPN, und die ersten drei Staffeln sind nun auf DVD
erhältlich und mehr kommen noch. Hier sind nun die Gründe eines Fans, warum "Buffy" als
moderner Klassiker gehandelt wird.
Bei "Buffy" war das Übernatürliche immer nur eine Metapher für die Prüfungen und Traumata des alltäglichen Lebens
Von Beginn an erlaubte das Platzieren der Sunnydale Hoghschool über dem Höllenschlund eine viel clevere Erklärung für das Thema "die Schule ist die Hölle". Nach dem Abschluss verschob sich der allegorische Fokus zu den Stolpersteinen des jungen Erwachsenseins.
Nahezu jeder Handlungsstrang drehte sich um seine eigene schlimme Metapher. Dieses Vampirpack, was auf dem Friedhof herumwanderte, hätte genauso eine Highschool Gang sein können. In der zweiten Staffel, als Buffys guter vampirischer Freund Angel auf magische Weise böse wurde, nachdem sie Sex hatten, klang es wie eine typische Böser-Freund-Situation für mich. (Er beendete seine Handlung und bekam eine eigene Show.) Und als Buffys Hexenfreundin Willow wegen schwarzer Magie beinahe ihr letztes Jahr ruinierte, war es eigentlich eine Story über Abhängigkeit. Die Liste lässt scih fortsetzen.
Indem er seine Heldin weiblich machte, schlug Joss Whedon eine große Blase gegen das bestehende Horrorcliché vom dummen, blonden Opfer.
Diesmal wurde das Mädchen die Jägerin, ein frischer Wind für jeden, der jemals entmutigt von diesem Genre war. Die Besetzung mit dem ehemaligen Serienstar Gellar -- die genauso passend für die Rolle der Daphne in Scoobie Doo und ihrer anderen Rolle als Modell für Maybelline zu sein scheint" -- war der ironische Gnadenschuss. Die Liste von komplexen weiblichen Rollen war eine der besten in Hollywood; es gab sogar die erste lesbisch-hexerische Romanze im Fernsehen.
Dies war nie eine One-Woman-Show.
Ein brillantes Ensemble von wenigstens 15 Hauptcharakteren machte "Buffy" im Grunde genommen zu einer Serie über Menschen. Für unzufriedene Jugendliche jeden Alters gab es mindestens einen Charakter, mit dem sie sich identifizieren konnten (für mich war es Xander, der witzige, ewig platonische beste Freund der Jägerin). Die Entwicklung eines Charakters war immer der Schlüssel: Mitglieder der sogenannten Scooby-Gang konnten sich weiterentwickeln und ändern, für drei Staffeln verschwinden, in Ratten und zurück verwandelt werden oder sogar sterben -- eine Möglichkeit, die nie zu weit von den Ängsten der Zuschauer entfernt war. Die Scoobies sprachen miteinander wie auch richtige Freunde in einer schrulligen, Slang bepackten Sprache, an die sich Newcomer erst einmal gewöhnen müssen.
"Buffy" beherrscht ein klares, moralisches Zentrum. Obwohl die Serie häufig von religiösen Gruppen wegen seiner Inhalte unter Beschuss genommen wurde, haben seine Protagonisten einen Sinn für Richtig und Falsch und Charaktere, die sich dem Bösen zuwandten, büßten schließlich dafür.
Trotzdem war in den letzten Jahren das Hauptthema von "Buffy" und auch "Angel", dass jeder von uns moralische Konflikte hat. Jeder Charakter ringt mit dem gut/böse-Kampf im Innern,
von den Vampiren mit Seele Angel und Spike über die reuige Mörderin Faith zu den Dämonen, die Menschen wurden, wie Anya. Sogar die Jägerin wurde beim Sex mit dem Feind erwischt -- wortwörtlich.
Seit die Serie über die Anfangsschwierigkeiten hinaus war, wurde "Buffy" zum Mittel für Experimente. Ihre Autoren spielten routinemäßig mit radikalen Änderungen des Tons, betäubenden Wendungen und der Fähigkeit, ansteckenden Humor und unbarmherzige Dunkelheit zu liefern -- oftmals zur selben Zeit.
Die letztjährige gefeierte komplette Musical-Episode ("Once More, With Feeling") war mehr als eine Spielerei. Die Musik machte logischen Sinn innerhalb der Story und die Lieder waren oft ziemlich gut. Und der Tod von Buffys Mutter in Staffel 5 führte zu einer sparsamen Episode voller Kummer ("The Body"), was vielleicht die herausragendste Stunde der Serie war.
Die finale Schlacht?
Die meiste
n Fernsehserien haben nur ein oder zwei Jahre gute Ideen. Einige Kultserien ("Twin Peaks," das erste "Star Trek") waren sehr kurzlebig und die Entscheidung, das natürliche Leben einer
Serie zu verlängern, ist meistens eher eine geschäftliche als eine künstlerische. Dass "Buffy" sieben Staffeln lang Erfolg hatte, ist irgendwie ein Rätsel. Sogar die bescheidenen Einschaltquoten sind seit Jahren im abnehmen und der Wechsel von WB zu UPN war keine Hilfe.
Puristen mögen argumentieren, dass es bergab ging, nachdem die Scoobies die Highschool am Ende der 3. Staffel -- ein Problem, dem andere Teen-Dramas gegenüber standen. Aber trotz eines stotternden College-Jahres in Staffel 4 entwickelte Whedon erfolgreich einen mehr erwachsenen Brennpunkt.
Andere behaupten, dass die Serie entgleiste, als die Jägerin eine jüngere Schwester in der 5. Staffel erhielt (ich dachte, es war eine gute Idee), oder um die Zeit als sie das zweite Mal starb. Das letzte Mal, als Buffy sich heldenhaft opferte - bei der 100. und letzten WB-Folge -- war der Moment bewegend genug, um ein hervorragendes Serienende zu sein.
Aber was habt Ihr erwartet? Buffy wechselte zu UPN und wurde innerhalb ein paar Minuten mystisch wiedergeboren. Ihre Wiederauferstehung schien den Fans zu einfach. Das Hauptthema dieser Staffel - wie Buffy damit zurechtkommt, aus dem Himmel zurückgeholt worden zu sein und in einer ziemlichen Hölle der materiellen Existenz zurück zu sein -- war immer noch eine der besseren Ideen der Serie. "Buffy" wurde tiefgründiger und dunkler, was irgendwie Sinn macht nach dem 11. September.
Achtung! Im nächsten Absatz gibt es einen Spoiler zur 7. Staffel!
Immer noch gibt es ein Limit, wieviele beinahe-Weltuntergänge eine Serie überstehen kann (25 oder 30 würde ich denken), also zugegebenermaßen könnte "Buffy" zur richtigen Zeit enden.
Gerade jetzt bereitet die Jägerin ihre Freunde und potentielle Jägerinnen (also potentielles Spinoff Material) auf einen finalen Kampf gegen The First Evil vor. Wie findet Ihr das?
Es ist besser flammend auszugehen als uns öde Jahre (siehe "Akte X") zu geben. Die Ironie ist: Während "Buffy" einer beunruhigten Zeit in den späten 90ern entsprang, scheint es, dass die Welt viel gefährlicher geworden ist als alles, was der Höllenschlund produzieren kann. "Buffy" brachte viel Freude, Tränen und Zufriedenheit für die, die es Jahre begleiteten. Aber die Vampirjägerin geht nun weg und wir brauchen sie immer noch. Und das schmerzt wirklich.
Den Originalartikel gibt es href="http://www.startribune.com/stories/459/3859080.html"hier
Sweety - myFanbase
06.05.2003 17:35
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