Amber im Girlfriends Magazin
In der Mai-Ausgabe des britischen Lesben-Magazins "Girlfriends" ist ein Interview mit Amber Benson, dessen Übersetzung wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Tara spricht von der anderen Seite
Wir sprachen mit der 26jährigen Amber Benson über den Einfluss der lesbischen Buffy-Beziehung, ihre eigenen Gefühle bezüglich Taras Tod und die Bedeutung von Willows und Taras Sexualität.
Girlfriends: Du wurdest Zeugin des Wirbels um den Tod deiner Serienfigur. Wie war das?
Amber Benson: Vielen Menschen tat Taras Tod weh. Mir tat es weh. Es war nicht meine Entscheidung so zu gehen. Ich persönlich wünschte ich hätte bleiben können. Ich verstehe, warum [die Autoren] es gemacht haben; sie wollten Willows Charakter diesen überraschenden Handlungsbogen geben. Aber es war fürchterlich wie sie starb, und es war das erste Mal, dass es etwas wirklich brutales wie das bei Buffy gab. Ich denke nicht, dass Joss [Whedon] sich dessen bewusst war, dass es so enden würde, als er es gemacht hat. Er sagte uns immer, dass Willow und Taras Freundschaft auf der Freundschaft zwischen ihm und seiner Frau beasieren. Er wollte mich sogar zurückhaben, aber als böse Tara. Es war meine Entscheidung, dies nicht zu tun. Es hätte zu viele Menschen verletzt.
Girlfriends: Buffy ist eine ziemlich sexuell angehauchte Serie. Was dachtest du über die ziemlich keusche Natur von Willow und Taras Beziehung?
Benson: Alyson und ich dachten manchmal, dass wir uns mehr küssen müssten. Zum Teil lag es daran, dass WB es langsam angehen wollte, aber als wir zu UPN kamen, ließen sie uns tun, was immer wir wollten und so änderten sich die Dinge. Willow und Tara hatten die beste Beziehung der Serie - sie zogen Buffys Schwester Dawn auf. Sie haben einen positiven Präzedenzfall geschaffen, um Homosexualität zum Status Quo zu machen. Die Autoren hätten sie auf dem Teppich übereinander herfallen lassen können, aber das hätte es herabgesetzt, was sie einander bedeuteten. Ein schwules Crewmitglied erzählte mir einmal, dass es für einen Schwulen oder eine Lesbe keine Rolle spielt, mit wem du schläfst, du versuchst einfach nur, dein Leben zu leben. Dein Sexleben ist nur ein Teil davon. Ich persönlich denke, dass sie mit Buffys Sexualität zu weit gegangen sind. Willow und Tara hatten eine gesündere Beziehung und gaben ein besseres Beispiel ab.

Girlfriends: Buffy-Fans sind so aktiv und engagiert. Es gibt eine große Zahl von Webseiten. Fanfiction. Wie sind die Willow und Tara Fans für dich?
Benson: Unsere Fans teilen sich auf in lesbische und schüchterne Mädchen Our fans, und schüchterne Lesben sind ungefähr hundertmal mehr beeinflusst von Willow und Tara. Viele Fans schrieben, wie sie ihre erste Beziehung anfingen, weil sie sahen, dass diese schüchternen Mädchen fähig dazu waren. Ich hatte so viele großartige Begegnungen mit Fans. Das Buffy Posting Board macht jedes Jahr eine Party, um Geld für die Make-a-Wish-Stiftung zu sammeln. Eines der Mädchen dort kam zu mir und begann zu weinen und ich begann zu weinen und sie brachte ihre Freundin zu mir rüber und ihr Vater war auch da und so glücklich und aufgeregt und stolz auf sie.
Wir hatten ein paar negative Reaktionen von diesen "Ieeh, sich küssende Mädchen"-Typen. Aber ich kann nur sagen: "Schaltet es aus, wenn es euch nicht gefällt". Meistens schaut eine breite Masse Menschen Buffy, die kapiert, was passiert.
Girlfriends: Was machst du jetzt? Können dich Fans immer noch auf Buffy Conventions trffen?
Benson: Ich mache gerade etwas für meinen Film Chance. Es ist ein digitaler Videofilm über ein Mädchen, das sich selbst findet und danaben Beziehungen mit Jungs und Mädchen hat. Ich habe gerade einen Film mit C. Jay Cox beendet, der Letter Days heißt. Er hat Sweet Home Alabama gemacht. Dieser ist über einen männlichen Mormonen und einen Typen, der in einer schwulen Kommune in Hollywood lebt. Sie treffen sich und kommen zusammen, aber die Mormonengemeinschaft versucht zu stören. Es sollte bald bei Festivals gezeigt werden. Ich mache noch eine Convention und dann bin ich fertig. Ich trete lieber auf Charitys auf. Ich denke die Menschen nutzen diese Conventions auch aus.
Girlfriends: Du hast einige der Willow und Tara Comicbücher mitgeschrieben. Wirst du weiterhin an solchen serienbezogenen Projekten arbeiten?

Benson: Wir haben wunderbare Rückantworten von Frauen und Lesben wegen dieser drei Comics über Frauen, die einander lieben, bekommen. Es war großartig. Es öffnete mir auch die Augen, was Comics angeht. Superhelden haben am Anfang wirklich Comics ausgemacht, die meisten Frauen haben keinen Bezug zu diesen frauenrettenden Superhelden. Ich überhaupt nicht. Wir müssen großartige Frauen in Comics finden. Comicbücher wären nicht in dem Schlammassel wo sie sind, wenn sie eine weibliche Leserschaft hätten. Ich werde nicht noch einen Willow und Tara Comic machen, weil es merkwürdig wäre, aber Chris [Gardner] und ich machen vielleicht einige andere Comics zusammen.
Girlfriends: Bist du froh, den Beitrag geleistet zu haben, den du geleistet hast?
Benson: Willow und Tara waren dabei, Homosexualität zu etwas Natürlichem zu machen. Wir haben das gemacht. Und weißt du, am Ende glaube ich wirklich, wenn du nicht die Medien nutzen kannst, um die Welt zu ändern, dann ist es das nicht wert.
Nina - myFanbase
14.04.2003 19:10
Kommentare
Weitere News
18.02.2026 | Mad Men