Interview mit Anthony Stewart Head
Buffys Rupert Giles spricht über seine Karriere.
6. Januar 2003 - Während die meisten Fans Anthony Stewart Head als den manchmal spießigen - wenn auch in hohem Maße coolen - Rupert Giles bei "Buffy die Vampirjägerin" kennen, hatte er aber auch eine ziemlich abwechslungsreiche Karriere beim Theater (die von "Godspell" zur Rolle des Frank-n-Further in "Rocky Horror" reicht) und im Fernsehen.
Außerdem spielt er zur Zeit eine der Haupotrollen bei der BBC-Serie "Manchild" (man kann sich das als britische, männliche Version von "Sex and the City" vorstellen), die man zur Zeit hier in Amerika auf BBC Amerika sehen kann.
Fox Home Video hat auch kürzlich die komplette dritte Staffel von Buffy auf DVD herausgebracht.
Ohne weitere Umschweife unser Interview mit Anthony Stewart Head...
IGN FILMFORCE: Also, Sie wurden in London geboren?
ANTHONY STEWART HEAD: Camden Town, im Osten Londons
IGNFF: 1954, glaube ich?
HEAD: Ja.
IGNFF. Sie wurden in so etwas wie eine Showbiz-Familie geboren, richtig?
HEAD: Nun ja, in gewisser Weise schon. Nicht riesig - es war nicht wie eine Hollywood Showbiz Familie. Aber meine Mutter war eine Schauspielerin und mein Vater war Dokumentarfilmregisseur, wurde später Dokumentarfilmproduzent. Er arbeitete für eine unabhängige Firma - er machte Lehrfilme fürs Verteidigungsministerium für verschiedene Chemieriesen. Später folgte auch mein Bruder - Ich denke, er hat wirklich einige Sachen als Kind gemacht. Ich denke, er hat einige Radio-Hörspiele und so was gemacht. Aber ich denke nicht, dass es das ist, was man eine Showbiz Familie nennt. Es war nicht wie die Arnazes oder die Fishers.
IGNFF: Oder die Osmond Familie.
HEAD: Oder die Osmons - ja, Gott hilf uns.
IGNFF: Wie würden Sie das Umfeld im Haus beschreiben - war es kreativ?
HEAD: Es war ziemlich kreativ... Wir waren von ziemlich kreativen Menschen umgeben. Mein Onkel und meine Tante waren genauso künstlerisch. Meine Tante begann als Schauspielerin und interessierte sich dann für Bühnenmanagement. Sie und ihr Mann (ein Maler) begannen, alle möglichen merkwürdigen Sachen zu machen ... Puppen zu machen und Puppenstücke aufzuführen und was nicht alles.
Wir lebten in Camden Town während meiner ersten 6 Jahre und es war eine sehr künstlerische Gemeinschaft. Als wir nach Hampton kamen, wo ich die meistem meiner Kinder- und Jugendjahre verbrachte, passierte es - Ich liebte das Schauspiel von Anfang an und in der Schule war ein Lehrer, er versuchte ein Stück über Robin Hood zusammenzukriegen, ich sollte die Rolle von Guy of Gisbourne spielen. Ich war so aufgeregt darüber, wir probten nur einmal. Ich glaube, sein Bruder, der Direktor, vermasselte es - unterstreicht das! - und wir machten es nie wieder. Ich fragte immer wieder, wann wir wieder proben würden. "Sei still, Head!" Er war sehr verärgert.
Aber es gab glücklicherweise die Mutter von einem meiner besten Freunde, die jedes Jahr eine Veranstaltung organisierte, wo alle Kinder einbezogen wurden. Sie hatten diesen großen Spielraum, der so große wie ein Ballsaal war, sie mieteten eine Bühne und die Mütter machten die Kostüme. Ich war nur zweimal beteiligt - einmal machten wir "Jack of Dreams" - im nächsten Jahr spielten wir "Des Kaisers neue Kleider" und ich spielte den Kaiser. Ich wurde sehr infiziert.
IGNFF: Vom Kaiser-Spielen?
HEAD: Nun, einfach hinunter zu gehen, weil da gab es diesen Umzug, wo der Kaiser seine neuen Kleider zeigt, und wie ich mit meinen langen Unterhosen hinunter ins Publikum gehe und alle Köpfe drehen sich um... Ich dachte irgendwie, dass das fantastisch ist - das ist das Business. Das will ich tun.
IGNFF: In welchem Alter war das ungefähr?
HEAD: Ungefähr 6 oder 7 vielleicht. Ich werde immer mit 6 zitiert, aber wenn ich drüber nachdenke, könnte es sogar mit 8 gewesen sein.

IGNFF: Würden Sie sagen, dass Ihre Eltern Sie in dieser Leidenschaft bestärkt haben?
HEAD: Sie haben mich nicht abgehalten. Sie applaudierten immer. Mein Vater verlangte immer von mir, dass ich eine umfassende Ausbildung bekomme, auf die ich zurückgreifen kann. Als ich zur Highschool ging, gab es dort viel mehr Theater und ich durfte immer mehr mitspielen, alles vor den Eltern. Jetzt, wenn meine ältere Tochter sagt "Bitte, bitte sieh es dir nicht an", sage ich "Okay...".
IGNFF: Weil Sie genau wissen, wie es ist.
HEAD: Ja. Es ist peinlich, wenn du vor deinen engen Freunden oder Verwandten bist, es ist sehr schwierig, besonders in dem Alter. Aber ich denke sie waren nicht entmutigend... sie malten ein relativ trostloses Bild von diesem Geschäft, was es ist. Es ist nicht für jeden eine Erfolgsstory.
IGNFF: Hatten sie etwas anderes im Sinn, in welche Richtung Sie hätten gehen sollen - wie z.B. Anwalt, Arzt oder Buchhalter?
HEAD: Nicht wirklich... Mein Vater ermutigte mich zu schreiben. Er liebte Gedichte. Er klopfte mir immer auf die Schulter und sagte "Du bist so ein guter Poet, warum machst du es nicht mehr?" Es ist wie: "Ich schreibe Filme. Ich schreibe Gedichte." "Ach, das ist nicht dasselbe." "Für mich schon."
IGNFF: Lieder schreiben ist grundsätzlich Lyrik.
HEAD: Ich weiß, aber es spielt keine Rolle, er wollte, dass ich Alliterationen mache. Ich kopierte ziemlich viele Alliterationen und solches Zeug. Das machen wir beim Songschreiben eigentlich nicht. Lieder schreiben ist für mich das einfachere Beschreiben der Gefühle, das bessere. Je direkter du sein kannst, desto direkter ist es ein Songtext. Es geht mitten ins Herz. Wenn du versuchst es herauszulassen, klingt es...
IGNFF: Als hättest du es einfach herausgelassen.
HEAD: Ja, genau.
IGNFF: Sie wuchsen überwiegend in den 60er Jahren auf...
HEAD: Ja, ich denk schon.
IGNFF: Wie war England zu dieser Zeit, Anfang der 60er? Und im Vergleich zu den späten 60ern?
HEAD: Ich denke, mein Bruder lebte mehr darin. Ich war - na, ich denke, ich wuchs auf in den 60ern... Ich dachte, 16, aber es waren die Jahre des Heranwachsens... Ich erinnere mich an Gummiautos, einen unglücklichen Haarschnitt. Ich erinnere mich, dass ich diese Sammelkarten von den Kaugummis von den Beatles gesammelt habe und an große Kämpfe mit meinen Freunden, weil es immer diese kleine Rivalität zwischen Beatles und Rolling Stones gab. Du mochtest entweder die Beatles oder die Rolling Stones, und ich mochte die sauberen Beatles.
Woran erinnere ich mich noch?... Wir hatten Pfundnoten statt Pennys, das war damals Geld. Ich erinnere mich an eine Debatte in der Schule über die Einführung des Dezimalsystems, weil mein Vater einen Film darüber machte, über die Pros und Kontras von dem, was uns erwartete. Grundsätzlich, was niemand realisierte war, dass wir betrogen wurden, denn sie sagten, dass der Wert des Geldes sich nicht ändern würde, aber natürlich tat er das. Sobald sie das Dezimalsystem einführten, kostete alles zweimal soviel.
IGNFF: Wer gewann die Debatte?
HEAD: Wir erinnern uns mehr an eine Präsentation als an eine Debatte, wo ich die Pros und Kontras gab. Ich schien ziemlich auf der Kontra Seite zu stehen. Ich war vom Dezimalsystem nicht beeindruckt, obwohl, als es eingeführt wurde, war es neu und es war aufregend, neue Münzen zu bekommen. Aber wir werden hier das ganze noch einmal mit dem Euro machen...
IGNFF: Sie haben bereits begonnen, den nächsten Artikel zu schreiben, richtig?
HEAD: Ja, und niemand hört zu.
IGNFF: Nun haben Sie eine größere Zuhörerschaft als je zuvor.
HEAD: Ja, aber glauben Sie wirklich, dass sich die Amerikaner um den Euro scheren?
IGNFF: Oh, die Amerikaner sind eine Starkultur - wenn Sie sich drum scheren, dann werden sich alle drum scheren.
HEAD: Nun, ich verstehe die globalen Verwicklungen der Länder, die ein vereingtes Europa werden. Ich vertsehe, worum es geht, ökonomisch und emotional. Aber gleichzeitig ist da ein Teil dieses - ich weiß nicht, wie es für Amerikaner wäre, weil es so ein großes Land ist. Es ist schwierig es sich vorzustellen wie es ist, auf dieser extrem kleinen Insel zu sein, an der Spitze Europas. Wir sind ein wenig größenwahnsinnig für unsere Größe, um ehrlich zu sein.
IGNFF: Es würde unentbehrlich sein, wenn alle unsere Staaten eigene Währung und Identitäten hätten.
HEAD: Ja, in gewisser Weise haben sie das. Nicht unbedingt Währungen, aber ihr habt alle verschiedene Bilder auf dem Vierteldollar...
IGNFF: Und sie haben alle verschiedene Werte, weil ehrlich, wer will schon Rhode Island sammeln? Es kommt darauf an, wer das beste Bild auf der Rückseite hat... Ich denke, wir müssen Ihre neue Kampagne gegen den Euro abwarten, aus nicht näher erläuterten Gründen...
HEAD: Ja, ich habe wirklich eine gespaltene Meinung dazu wie die meisten Engländer. Aber es ermutigt mich nicht gerade, wenn ich die Finnen höre: "Oh ja, es ist sehr gut...neues Geld zu haben," dann denke ich "Wieso? Was ist falsch an dem alten?"
IGNFF: Wahrscheinlich weil viele Währungen in Europa wesentlich weniger wert sind, und wenn alles gleichgemacht wird...
HEAD: Ja, aber die grundlegende Idee ist, dass sich alles ausbalancieren wird, und es wird grundsätzlich relativ zur Währung umgerechnet, aber ich bin nicht überzeugt davon. Ich bin wirklich nicht überzeugt davon. Ich kümmere mich sehr darum. Ich habe mich noch mehr eingesetzt, als die Handelsbarrieren fielen. Es gibt hier eine Sache (wie auch in den Staaten). Mein Partner arbeitet mit Tieren, mit Pferden. Ich nahm an einer Kampagne dagegen teil, dass die Pferde lebend zum Schlachter transportiert werden, weil es aus irgendwelchen Gründen Leute gibt, die denken, dass ein Tier lebendig mehr wert ist als tot, wenn sie es als Nahrung verkaufen. Es interessiert nicht, in welchem Zustand das Pferd ist, hauptsache es lebt. Sie schieben diese armen Tiere eine Rampe hoch in den Markt, mit gebrochenen Beinen, mit herausgefallenen Augen und sie haben keinen Respekt vor den Tieren. Wir haben sehr stark dagegen gekämpft und sie haben es eingeschränkt. Aber es gibt immer noch Leute, die das machen, bis sie begreifen, dass es genauso wie gefrorenes Fleisch schmeckt. Ich meine, wir leben in einer modernen Welt, wir können Fleisch einfrieren. Ich hab nichts gegen Leute, die Pferdefleisch essen - Ich hab nur was gegen Leute, die Tiere falsch behandeln.
IGNFF: Es scheint immer, als seien die unlogischsten Bräuche die, die den Menschen am besten im Kopf bleiben.
HEAD: Ich habe absolut keine Zeit für Leute, die sagen "Oh, das ist Tradition" oder "Das gabs schon immer, also sollte es das auch immer geben". Ich halte nichts von Fuchsjagd oder Stierkämpfen oder irgendeinem Missbrauch von Tieren, der gestoppt werden kann.
IGNFF: Es gibt verwirrende Traditionen.
HEAD: Oh ja. Aber was sie verdrehen ist Tradition oder Teil der Kultur, und deshalb soll es bleiben, weil es Teil der Kultur ist, und wenn du die Kultur verwäschst, verwäschst du das Erbe der Nation. Ja, sie dir die Ureinwohner Amerikas an in den Reservaten und wie sehr sie um ihr Erbe kämpften. Aber in starkem Kontrast, die Urkultur Amerikas hatte einen großen Respekt vor Tieren, also hab ich kein Problem damit. Ich habe aber ein Problem mit Kulturen... dass wir immer noch Walfang betreiben ist lächerlich...
IGNFF: Ich warte nur noch auf eine Gruppierung, die sagt, dass Steinigung traditionell war und dass es wieder eingeführt werden sollte.
HEAD: Genau.
IGNFF: Wie stark beeinflussten Sie Ihre älteren Geschwister während der 60er Jahre?
HEAD: Ich hatte nur eins... Ich sah extrem zu ihm hinauf - er war 8 Jahre älter als ich, und ich stellte ihn auf eine Art Podest. Wir kämpften regelmäßig erbarmungslos, und natürlich gewann er immer.
IGNFF: Aber es gab keine starken Gefühle.
HEAD: Ich weiß nicht, wahrscheinlich gab es die. Er hatte eine Band und ich wollte mit ihnen rumhängen, einfach zuhören. Er hatte eine Skiffle-Gruppe, die mich sehr beeindruckte. Wissen Sie, was eine Skiffle-Gruppe ist?
IGNFF: Ja, eine Art Vorreiter der britischen Rockbewegung.
HEAD: Ziemlich gut. Es waren Jazzwurzeln, aber anders... Sie hatten eine Seifenkiste mir einem Besenstiel verbunden und eine Saite daran befestigt, das war der Bass. Und ein Waschbrett, eine Gitarre, es war sehr hausgemacht.
IGNFF: Also war es das britische Äquivalent zu einer Jug Band?
HEAD: Ziemlich genau. Er sang am Anfang. Wenn wir mit meinen Eltern zelten waren, fuhren wir immer nach Frankreich. Und als es Zeit wurde, das Zelt aufzubauen, war Murray nie in der Nähe. Ich musste ihn immer suchen. Er kannte all die umliegenden Dörfer und die Mädchen und so, weil er eine Gitarre hatte und ziemlich gut spielte und sang. Deshalb hing ich mit ihnen rum, der jüngere Bruder schaut zu. Ich denke, er war ein Hippie, er war bei Hair und dem ganzen Zeug...aber das waren dann die 70er, nicht die 60er. Ich weiß nicht, was ich sonst noch sagen soll. Ich habe nur flüchtige Bilder von den 60ern. Plaste-Autos und solche Sachen, was sehr wichtig war. Plasteautos... Ihr hattet nie solche Autos in Amerika...
IGNFF: Nein.
HEAD: Ihr seid sehr glücklich.
IGNFF: Warum sagen Sie das?
HEAD: Waren Sie schon mal in so einem Auto?
IGNFF: Nein. Wie ist das?
HEAD: Es wäre die schrecklichste Erfahrung in ihrem ganzen Leben gewesen... ein extrem kleines Dreirad. Es gab nur Platz für 2 Leute, die nebeneinander saßen. Es hatte sehr kleine Räder, und es war winzig. Man war ernsthaft überwältigt von allem anderen auf der Straße.
IGNFF: Oder Menschen, die am Rande liefen.
HEAD: Ja! Aber zurückblickend waren sie cool.
IGNFF: Nun müssen Sie eins finden.
HEAD: Ich denke nicht. Wenn ich mein Leben liebe, bleibe ich von diesen Autos fern.
IGNFF: Irgendwo wird die "Bubble Car Appreciation Society" das Interview lesen und sehr enttäuscht sein, dass sie Sie nicht als Sprecher gewinnen können.
HEAD: Oder wenn Joss (Whedon) das liest, gibt er Giles bestimmt eins.
IGNFF: Da Sie das nun gesagt haben, werden Sie in jeder Folge diese Art Auto fahren müssen.
HEAD: Ja, ich weiß. Ich habe übrigens mal ein Motorrad mit Seitenwagen vorgeschlagen und er hat es nicht angenommen, damit ich sicher bin.
IGNFF: Er gab Ihnen einen Citroen, also das Plasteauto ist nicht weit entfernt davon...
HEAD: Der Citroen war cool - ich konnte ihn nur nicht fahren.
IGNFF: Sie haben es nie gezeigt, vielleicht zweimal, haben Sie ihn wirklich gefahren?
HEAD: Deshalb sage ich immer, wenn ich irgendwann ein Auto fahren soll: "Bite gebt mir ein Automatikgetriebe, bitte keine Gangschaltung." Und jedes Mal geben sie mir eins mit Gangschaltung. Der Citroen hat dieses merkwürdige halbautomatische Ding, wo man einen Ganghebel hat, aber keine Kupplung. Das erste war fein. Es war nicht besonders, es zu fahren, aber es war okay. Aus irgendeinem Grund ließen sie es fallen. Als wir zurück kamen, hatten sie dieses...alte Ding, was immer kaputt war, die Bremsen gingen nicht und solche Sachen. Es war eine Todesfalle. Ich habe mich nie so sehr darüber gefreut, das etwas "stirbt", wie als das Auto von Spike gegen die Mauer gefahren wurde.
IGNFF: Im nächsten Jahr gab es ein Auto mit Automatikgetriebe?
HEAD: Ja, es war ein Automatik, sie haben endlich auf mich gehört.
IGNFF: Aber das Motorrad mit Seitenwagen haben sie Ihnen immer noch nicht gegeben.
HEAD: Nein. Wahrscheinlich gut so.
IGNFF: Während Ihrer Schulzeit, hätten Sie sich etwas anderes vorstellen können, was sie gern gemacht hätten?
HEAD: Ich habe einige Zeit Schmuck gemacht. Wenn es dazu käme, könnte ich wahrscheinlich einen Laden aufmachen und silberne Kreuze aufhängen. Und schreiben... ich liebte schreiben. Ich mochte es wirklich. Ich schrieb gern Essays, ich schreibe immer noch. Ich schreibe jetzt eine Art Skripte.
IGNFF: Irgendetwas, was eventuell veröffentlich wird?
HEAD: Das bezweifel ich.
IGNFF: Weil Sie es selbst nicht veröffentlicht haben wollen?
HEAD: Nein, es ist einfach so. Man hat doch immer ein Bestreben. Du sagst immer "Ja, das ist das Beste, was je geschrieben wurde". Aber bis du es dann irgendwo geschrieben siehst, schreibst du weiter und weiter. Ich habe keine Zweifel, dass vielleicht etwas gemacht wird, aber ich denke nicht mehr "Das ist das Beste, was je geschrieben wurde, und es muss morgen veröffentlicht werden". Irgendwie funktioniert das so nicht. Alles dauert länger als man erwartet... Je stärker man an etwas hängt und je mehr man denkt, dass man das unbedingt schaffen muss, es verfolgt mich nun in irgendeiner Form über mehrere Jahre. Jetzt lass ich es einfach laufen. Endlich kann ich sagen "Egal, was damit passiert, es ist okay für mich."
Ich mag die Kreativität, ich mag den Prozess. Es gibt einen Film, den ich mit einem Freund zusammen schreibe, er basiert auf einigen meiner Ideen, wir haben ein Storyboard geschrieben, wo alle Hauptszenen des Filmes enthalten sind. Ich zeigte es einem befreundeten Fernsehautor, der sagte: "Hm, wer ist der Protagonist? Wer ist der Hauptdarsteller?" "Er ist es ." "Nein, sie ist es. Ihr Leben wird immer verändert." Ich sagte: "Oh!" Wir mussten zurück ans Zeichenbrett und änderten es komplett. Einige Sachen blieben, aber der Hauptteil nicht. Du musst vorbereitet sein dafür, es ist wunderbar. Je mehr man das macht, desto mehr öffnet man sich für Veränderungen. Das ist besser als immer zu sagen "Nein, nein, nein, das ist meins! Ich habs kreiert!". Es ist ein Abenteuer, man lernt viel dazu. Leider haben wir eine Tendenz, an Dingen festzuhalten und zu sagen "Nein, nein, nein, das bin ich". Das tut uns überhaupt nicht gut.
IGNFF: Es ist ähnlich dem, was Twain sagte "Du wirst gewillt sein, deine Babies zu töten."
HEAD: Klar, absolut. Nicht im wörtlichen Sinne, das würde ich nicht tun. Ich denke nicht, dass er eine gute Beziehung zu seiner Familie hatte, oder?
IGNFF: Nein, er war streitsüchtig bis an sein Ende. Seine Werke zeigen das.
HEAD: Was hat er dann gewusst?
IGNFF: Sie haben auch ein Musical über die Jahre entwickelt?
HEAD: Ja, diese Sache verfolgte mich mehrere Jahre in verschiedenen Formen. Es fand Interessenten. Grundsätzlich bin ich glücklich, dass die Leute, mit denen ich gearbeitet habe, es übernommen haben, ich helfe natürlich mit, aber ich möchte nicht bestimmend sagen: "Es muss funktionieren, es muss funktionieren", wenn sie sagen: "Es entwickelt sich", aber was bedeutet es? Ich habe mit jemandem musikalisch einige Zeit zusammen gearbeitet, ich genoss den neuen Prozess, einen neuen Musical-Style zu entwickeln. Es ist eine Frage, Deinen Horizont zu erweitern, besser als ihn zu schließen und zu sagen "So muss es sein, so will ich es." Ich denke, es gehört zu einem anderen Genre als zu einem Musical-Film, aber wir werden sehen.
IGNFF: Ich bin ziemlich überrascht, dass Sie nicht mehr Alben herausgebracht haben.
HEAD: Ich bin nicht erpicht darauf... Ich liebe singen und schreibe unheimlich gern Musik, aber leider haben wir hier eine Einstellung, und ich würde in die gleiche Falle tappen, dass wenn man ein Album von einem Künstler aus dem Fernsehen sieht, viele denken "Warum muss er das machen?"
IGNFF: Weil die denken, es sei aus Eitelkeit?
HEAD: Eine Art davon. Wir fragen uns, ob sie sich unbedingt auf diese Weise ausdrücken mussten. Manchmal ist jemand überrascht und denkt "Wow, ich wusste nicht, dass das in dir steckt, das ist cool!" Hier gibt es einen Künstler namens Jimmy Nail, der eine großartige Stimme hat. Er endete... Ich bewarb mich auch als Nachtclubsänger in Evita (der Film Evita) - und er bekam den Job.
IGNFF: Und du preist immer noch sein Talent an!
HEAD: Nein, er ist gut! Er hat 2 Alben heruasgebracht. Er hat eine großartige Stimme, er hat ein fantastisches Cover von "Love Don't Live Here Anymore" gemacht. Er hat einen R&B Klang - es ist ein bisschen beschränkt, aber gut. Es ist sehr gut. Es ist nur, ich habe solange gebraucht, bis mir jemand Geld dafür bot, ein Album zu machen - und nur eine geringe Summe.
IGNFF: Das, wo Sie mit George Sarah zusammen arbeiten?
HEAD: Es ist eine Sammlung von Songs, die wir zusammenstellten. Es war sehr interessant, in diesem Bereich zu arbeiten - im elektronischen Medium - es änderte meine Ansicht, wie man einen Song schreibt, wie man ihn zusammen stellt. Es ist ganz anders - du schreibst Songbilder anstelle von Strophe, Strophe, Refrain, Bridge, Mittelteil A und das ganze. An einem Punkt am Ende sagte ich zu George "Jetzt müssen wir einen Mittelteil A schreiben" und er sagte "Nein, müssen wir nicht". Also machten wir es nicht. Ich hatte eine großartige Zeit und daraus wurde dieser Haufen Songs. Manchmal sagte George "Vielleicht sollten wir ein paar Studiomusiker einladen". Ich sagte "Nein, ich kenne so viele talentierte Leute, ich möchte einfach, dass es eine Sammlung von Freunden wird, die zusammen Musik machen." Und so ist es wirklich. Wie ich sagte, wir hatten ein kleines Budget und wir gingen in kleine Studios in den Hinterhöfen. Wir gingen in 4 oder 5 um verschiedene Tracks aufzunehmen und es war eine sehr angenehme Erfahrung. Es wurde etwas kompliziert am Ende. Einmal kam ich nach England zurück und wir mussten das Zeug fertig machen, während ich da war, das war eine interessante Herausforderung. Aber sehr lohnend am Ende.
IGNFF: Und das Album ist jetzt fertig?
HEAD: Ja.
IGNFF: Gibt es bereits ein Veröffentlichungsdatum?
HEAD: Ich glaube, es ist der 5. Februar. Es gibt eine Webseite (http://www.dungeonkids.com/ANTHONY_AND_GEORGE/), wo man sich Beispiele anhören kann. Ich weigere mich, einen großen Verkauf zu machen, weil ich nicht will, dass es so wird "Tony Head sings!" Darum gehts nicht. Es ist einfach die Möglichkeit, die mir jemand gab. Als ich George Sarah traf und wir uns unterhielten, realisierten wir, dass wir einiges gemeinsam haben. Er spielte mir dauernd verschiedene elektronische Bands vor und ich kam sehr auf den Massive Attack Trip. Und Bjork und Portishead und einige andere. Aber Massive Attack ist wahre Liebe. Von dem Moment an, als wir sagten "Lasst uns treffen und jammen und schauen, wie es läuft", wir setzten uns hin und machten drei oder vier Songs, einen nach dem anderen. An diesem Punkt sagte er: "Es wäre närrisch, das nicht zu machen. Ich will nicht, dass sich die Leute es bloß anhören, weil sie mich im Fernsehen gesehen haben, darum geht es nämlich nicht. Wenn du die Songs magst und die Stimme von jemandem, dann hörst du die Musik deshalb und nicht, weil du ihn im Fernsehen gesehen hast... Obwohl ich muss sagen, dass ich angenehm überrascht war, dass Nicole Kidman eine Single mit Robbie Williams herausgebracht hat, sie hat eine wunderbare Stimme.
IGNFF: Die Wahrheit bei dieser Art CDs ist, dass sie stehen und fallen mit der faszinierenden Frau, die auf der CD zu sehen ist.
HEAD: Nun, die Wahrheit ist, dahinter steckt nichts als Geld...
IGNFF: Dasselbe kann man über alle Künstler sagen, die von einer großen Firma herausgebracht werden...
HEAD: Das denke ich. Und ich weiß, dass die Plattenfirma uns das ganze Geld gegeben hat, um das Album zu machen; ich weiß, dass sie es wieder reinkriegen wollen, und sie wollen Gewinn machen...viel Glück für sie. Um ehrlich zu sein, ich möchte, dass es verkauft wird, und ich möchte, dass George etwas Geld verdient, weil ich denke, dass er sehr talentiert ist, und ich möchte, dass er mehr Aufmerksamkeit bekommt. Wie ich sage, für mich geht es bei dieser Erfahrung darum, dass ich mit Freunden spielen und singen kann; Leute, mit denen ich in der Show arbeite, und Leute, mit denen ich in meiner Schauspielklasse gearbeitet habe; Leute, die ich durch sie kennen gelernt habe; und Letzten Endes bin ich sehr stolz auf diese Platte.
IGNFF: Welche Musiker spielen auf der Platte mit?
HEAD: Ich mache ein Duett mit der wunderbaren Sängerin Holly Palmer - sie ist in meiner Klasse. Sie ist Backgroundsängerin bei David Bowie. Ich sah sie einige Male live. Ihr Percussionist Jay Bellerose ist einfach phänomenal... Es war eine dieser Szenen "Irgendeine Chance, dass du was spielen kannst? Irgendeinen alten Track?" Es gab einen Punkt, wo er nicht in der Stadt war, und George sagte "Schau, wir müssen weitermachen, ich kann das Buch aufschlagen..." "Nein, ich will ihn!" Als Jay zurück kam, hatte er nur ein kleines Zeitfenster für das Album. Einige großartige Entdeckungen... ein Mädchen aus meiner Klasse namens Justina Muchado, die eine wunderbare, Latinostimme hat - fantastisch. Sie ist bei einigen Tracks dabei. Amber Benson singt bei einigen Songs. James (Marsters) machte einen. Ein lieber Freund von mir.... die Liste geht weiter. Es gibt ein Stück von einer wirklichen süßen Lady, die ich getroffen habe, es ist voll mit Stücken. Freunden.
IGNFF: Als Schauspieler - um eine Langlebigkeit zu haben - musst du es vor allem um des Schauspielens willen machen, oder? Du kannst nicht diese Art der Langlebigkeit haben "Ich mache das nur, um ein Star zu sein", oder?
HEAD: Ich denke ja. Es gibt einige Leute, die das so machen. Ich weiß nicht, wie sie überleben. Letztendlich wenn du keinen Spaß am schauspielern hast, würde die Antwort sein, dass du damit aufhören solltest. Ich glaube nicht, dass es einen Grund gibt, was Menschen dazu bringt zu schauspielern, letztendlich ist es traurig, wenn jemand damit aufhört... wenn jemand sagt: "Ich kann damit nicht umgehen." Du willst ihm auf die Schulter klopfen und sagen "Gut gemacht", weil es eine schwere Entscheidung ist. Es ist kein eingestehen von Versagen, einfach nur die Realität zu sehen. Einfach eingestehen "Okay, das ist nichts für mich. Das ist wirklich ein dummer Weg, meinen Lebensunterhalt zu verdienen." Meine Partnerin, mit der ich seit 18 oder 19 Jahren zusammen lebe, war drauf und dran zu schauspielern. Sie war sehr talentiert und als sie sich für die Schauspielschule bewarb, schaffte sie die Zulassung für alle Klassen. Howard Brenton - der berühmte Bühnenschriftsteller - gab ihr ein Stück von einem unveröffentlichten Stück... aber sie lebte erst eine kurze Zeit mit mir zusammen und sie merkte, dass es eine manchmal unangenehme Art, den Lebensunterhalt zu verdienen, war. Ich kam von einem Interview zurück, wo ich vom Regisseur geschlagen wurde - und ich kam sehr, sehr stolz dahin. Ich hatte gerade einen Auftritt im National Theater und ich war sehr, sehr zufrieden damit. Ich dachte "Endlich!". Er drehte den Spieß um und benutzte es, dass ich mich schlecht fühlte, was ich später herausfand war, dass das seine Art war. Er wollte eine Reaktion von den Leuten bekommen. Ich hörte und kenne viele Regisseure, die so sind, das ist ihre Methode. Zu diesem Zeitpunkt war ich sehr höflich und sagte "Okay" und klemmte den Schwanz ein. Und sie sagte: "Das ist nichts für mich." In Wirklichkeit hätte sie es viel besser gemacht, weil sie sich keinen Mist von anderen anhört, sie hätte ihm gesagt, er solle abhauen, und er hätte ihr wahrscheinlich die Hauptrolle gegeben.
IGNFF: Vergleichen Sie mal sich selbst, als Sie mit schauspielen anfingen, mit den jungen Schauspielern heute - oder mit ihrer Tochter, die gerade damit anfängt!
HEAD: Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein. Ich weiß es nicht. Das Geschäft ändert sich, es entwickelt sich. Es ist wie alles - es hat seine guten und schlechten Zeiten. Ich habe mich schon am Anfang aufgeregt "Was meinst du? Du fängst jetzt schon damit an?". Und Sarah entgegnete "Sieh, du weißt, dass sie das machen, wenn sie 22 sind, oder 30. Wenn du ihnen nicht die Freiheit lässt, das zu machen, werden sie es für den Rest ihres Lebens bereuen." Ich werde ihnen nicht im Weg stehen, ich werde nicht ständig sagen "Wenn du das nicht machst oder tu jenes nicht" - am Ende muss es ihre Erfahrung sein und ihre Reise und ihre Bildungskurve. Ich werde helfen, wenn ich kann, und - nicht indem ich Sachen verkürze, sondern indem ich einige Blasen abpolstere, wenn ich kann. Wenn sie überhaupt wollen, dass ich helfe, dann werde ich es tun.
IGNFF: Also hilfreich sein, nicht rechthaberisch.
HEAD: Genau, genau. Unterstützen ist großartig - als ein Elternteil ist es die eine Sache, die man tun kann, dass wir unterstützen können und wir können sagen "Egal, lass uns zur nächsten Sache übergehen," wenn es ihnen schlecht geht. Wenn wir es auf uns nehmen, diese Rückschläge auszugleichen - wenn wir es auf uns nehmen, aus diesem Spiel aufzuspringen und zu sagen "Nun, es mag solche und solche geben" - alles, was wir machen, ist uns selbst zu enttäuschen.
IGNFF: Richtig.
HEAD: Ich denke, ich habe etwas Wichtiges über Unterstützung gelernt und einfach da zu sein.
IGNFF: Obwohl man ein dickes Fell braucht, um diese Art Karriere zu machen...
HEAD: Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ich denke nicht. Ich glaube nicht, dass ich ein dickes Fell habe, um ehrlich zu sein. Ich bin 47 und bin schon lange im Geschäft - Ich habe gelernt, ich habe einige Fähigkeiten entwickelt, und ich habe viel in den letzten 5, 6 Jahren gelernt, am meisten von meinem Lehrer. Aber ich weiß nicht, ob ein dickes Fell notwendigerweise mit Erfolg als Schauspieler gleichzusetzen ist. Es gibt nichts, was dich auf eine Ablehnung vorbereiten kann, und du wirst dauernd abgelehnt. Und selbst wenn du einen Auftritt bekommst - Ich hatte eine Rolle in Metal God... es endete als Rockstar. Ich hätte etwas nettes damit machen können... Ich war dabei, den Bandmanager zu spielen. Dritter oder vierter Entwurf. Ich hatte nicht mal mehr eine Rolle. Sie sagten meinem Manager: "Will er immer noch dabei sein? Es ist sehr gekürzt worden." Er antwortete: "Wie viel ist es gekürzt worden?" "Es ist eine Zeile" "WAS?" Aus einem ganz schönen Stück wurde eine einzige Zeile. Ich sagte "Okay, lasst es uns machen. Mal sehen, was wir damit machen können. Vielleicht ist Spielraum für eine Improvisation und es wäre schön, das zu machen. Es würde lustig werden." Nehmt den Namen aus dem Abspann - weil man nicht für eine einzige Zeile Applaus will - aber weißt du, lass uns sehen, wohin es sich entwickelt. Sieh dir Seth (Green) in "Enemy of The State" an... kein Credit, und was als klitzekleine Rolle begann, wurde - keine Schlüsselfigur - aber man war beeindruckt von der Darstellung. Er war fantastisch! Also, man kann immer etwas mit was auch immer anfangen. Als ich endlich das Script bekam, stellte sich heraus, dass meine einzige Zeile ein Tippfehler war. Sie hatten vergessen, es dem anderen Charakter zuzuschreiben.
IGNFF: Das war, damit Sie sich besser fühlen.
HEAD: Sie haben mich bezahlt, und sie waren sehr nett. Es hatte absolut nichts mit Talent zu tun, es war einfach nur, dass jemand dachte, wenn die Band einen Manager hätte und einen Roadie, dass es verwirrend gewesen wäre. Na jedenfalls ist es so ausgegangen. Gleichzeitig bedeutete dies, dass ich zurück zu meiner Familie konnte, es war eine wichtige Zeit, und ich wäre nicht dagewesen. Ich hätte einen Film in Hollywood gedreht. Alles passiert aus einem Grund.
IGNFF: Wie würden Sie sich selbst als junger Schauspieler mit dem Schauspieler heute vergleichen?
HEAD: Grün. Vielleicht...
IGNFF: Ist es hauptsächlich unbestimmt?
HEAD: Es gibt greifbare Sachen. Es schwierig zu beschreiben - die Sache, die ich nun gelernt habe, ist ein Grad von Freiheit, die ich nicht habe, weil ich zur Schauspielschule ging, und Schauspielschulen tendieren dazu - ich verurteile sie nicht, weil es war schließlich auch meine - immer zu denken, weniger sei mehr, und nie übertrieben spielen zu wollen, also spielen sie alles herab. Konsequenterweise haben sie also nie diese Momente, wo man einfach diese... wie Sarah in der Vergangenheit sagte - und ich denke das ist wirklich interessant - hauptsächlich macht es einen Schauspieler vorhersagbar, wenn man weiß, was er nicht machen wird, nicht, was er machen wird.
IGNFF: Da Sie Minimalist sind, haben Sie die Grenzen erforscht?
HEAD: Vielleicht. Ich denke, ich habe einige gute Arbeiten abgeliefert, aber ich denke, ich hätte - aber schon wieder, hätte, könnte. Ich denke, ich bin meiner Linie gefolgt und landete da, wo ich bin, weil es mein Weg war, den ich beschreiten sollte. Vielleicht wäre ich nicht hier, wenn ich den Weg eher beschritten hätte.
IGNFF: Was war Ihr erster professioneller Job?
HEAD: Godspell. Die nationale Tour von Godspell selbstverständlich.
IGNFF: National bedeutet britisch.
HEAD: Ja.
IGNFF: In welchem Jahr war das?
HEAD: Das war '76, glaube ich. Ich verließ die Schauspielschule - einige von uns hatten gehört, dass sie Freikarten bei dem Casting austeilen, und wenn du keine Freikarte hast, konntest du dir einer ziemlich sicher sein. Es war eines dieser Gerüchte, das herumging, und jeder fragte "Wirklich?" und du antwortest "Ich weiß nicht, aber lass es uns versuchen!". Natürlich kamen wir hin und sie sagten "Nein." Aber sie sagten "Schaut, wenn ihr schon mal hier seid, hören wir uns Euch alle an und geben euch eine Chance. Wir werden euch nicht wegschicken." Wir sagten alle "Oh, das ist sehr nett von Ihnen." Ich bekam ein Stück, dass von einem tiefen Bariton ab ging - ich kann ziemlich tief singen, und ich kann auch ziemlich hoch singen, und so passierte es, das es genau die Stimmlage war, die für den Ersatzdarsteller aller 5 Typen gebraucht wurde. So bekam ich das Engagement, ich bekam ein Jahr lang touren, 3 Clowns spielen und Judas und Jesus. Das war ziemlich gut.
IGNFF: Gute Stimmlage.
HEAD: Ja, und ich kam jede Woche. Ich machte jede Woche eine Matinee - sie luden mich ein, damit ich mich an alle erinnere, und es war lustig... fantastisch.
IGNFF: Gab es etwas, auf das Sie die Schauspielschule nicht vorbereitet hat?
HEAD: Das Leben?
IGNFF: Bereuen Sie es, nicht auf eine traditionelle Universität gegangen zu sein, statt zur Schauspielschule?
HEAD: Oh, nein! Was das betrifft, denke ich, dass die ganze Geschichte, direkt von der Schule zur Uni zu gehen, extrem selbstzerstörerisch ist, du bekommst keine Chance zu leben - du gehst einfach von einer Schule zur nächsten. Ich bin nicht bei der Schauspielschule angenommen worden, die meine erste Wahl war, dann ging ich zu einem Jugendtheater und hatte eine kleine Session am Jugendtheater, dann nahm mich der Regisseur zur Seite und sagte "Ich glaube, wir sollten uns mal über die Schauspielschule unterhalten" und nahm mich mit und verschaffte mir einen Platz in der LAMDA (London Academy of Music and Dramatic Arts). An diesem Punkt fühlte es sich richtig an - ich war vorher noch etwas grün, und es wäre nicht richtig gewesen, früher auf die Schauspielschule zu gehen. Die tatsächliche Erfahrung an der Schauspielschule ist nicht so anders. Wissen Sie- ich hatte Sex, ich war betrunken, und ich musste mich etwas straffen als 20-jähriger, aber ich denke nicht, dass dich das wirklich aufs Leben und die ganzen Sachen, die du wirklich brauchst, vorbereitet. Aber was ist das Leben ohne eine Reise, alles was du wirklich brauchst, sind deine Wanderschuhe und das begrenzte Gepäck, was du brauchst.
IGNFF: Hauptsache diese Vorwärtsbewegung...
HEAD: Ja. Die Vorwärtsbewegung ist sehr wichtig.
IGNFF: Gab es eine Zeit während dieser Vorwärtsbewegung, wo Sie angehalten haben und auf den Weg, den Sie beschritten haben, zurückblickten?
HEAD: Ja, einige... natürlich gibt es viele Zeiten, wo du stolperst und dich fragst, was du machst. Und dann gab es Zeiten, wo ich mit meinem Kumpel herumhing, und alles was wir uns leisteten konnten, um dem etwas zu entfliehen, war eine Flasche Sherry und eine Flasche Sprudel zu kaufen, Sherry ist sehr billig hier. Es bringt dich sehr schnell weg, besonders wenn Kohlensäure drin ist. Und wir stocherten im Aschenbecher herum, wenn wir keine Zigaretten mehr hatten, um zu sehen, aus welchen Kippen wir noch etwas zum rauchen kratzen können. Wirklich scheußlich. Ich hab hier gerade eine Serie namens "Manchild" gemacht, über Männer Ende 40 und über die verschiedenen Dummheiten, die man macht, wenn man 40 wird. Und die Leute fragten sich, was wird passieren, wenn ich 40 werde. Meine 40er waren tatsächlich sehr interessant und viel mehr lernen, die Veränderung zu ergreifen, und herauszufinden, was gut an mir ist und sich dazu hinneigen, statts zu zerbrechen und zu sagen "Ich werde nie den Mount Everest besteigen."
IGNFF: Also hat es Sie im wesentlichen in dem bestätigt, was Sie waren, als dass Sie nach Ihrer Identität gesucht haben?
HEAD: Nicht notwendigerweise. Nein, weil - schon wieder – ich denke, es ist ein Fehler zu sagen "So bin ich und ich werde mich nicht verändern." Manchmal macht jemand den Fehler zu denken "Ich kann das nicht ändern", aber ich denke, die Entwicklung ist das, was ich bin, mehr als abzulehnen, wer ich bin. Das ist es wahrscheinlich. Mich zu dem entwickeln, der ich werden kann.
IGNFF: Gab es einen Schnappschuss, den sie gemacht haben, von dem Sie enttäuscht waren, wo sie sagten "Ich wünschte, ich wäre nicht so gewesen, zu dieser Zeit."
HEAD: Oh, einige, verflucht, aber darüber werde ich nichts sagen!
IGNFF: Was war die positivste Sache, die Sie über sich gesehen haben, aus heutiger Sicht? Mit 40... Karriere-bezogen oder persönlich.
HEAD: Ich war eigentlich überrascht, dass ich ziemlich gemocht wurde für mich als Person. Ich weiß eigentlich nicht, es gab einen Moment, wo ich mich umgesehen habe, und mir wurde zugejubelt. Ich habe gelernt, mit mir selbst allein zu sein in den letzten paar Jahren – Ich fühlte mich immer sehr unwohl mit mir selbst. Wenn ich in einem Raum allein war, machte ich den Fernseher an oder hörte Musik – irgendwie musste ich raus aus der Stille. Jetzt bin ich sehr glücklich in einem Raum voller Stille zu sein – mit mir und meinen Gedanken. Aber ich wollte sagen, im Gegensatz dazu war mein 30. Geburtstag extrem traumatisch, weil ich mir selbst einige Ziele gesetzt hatte, die ich erreicht haben wollte. Ich wollte nicht einfach sagen "Das muss ich in den nächsten Jahren erreicht haben", ich sagte lieber "Ich muss es machen, bis ich 30 bin! Wenn nicht, gebe ich auf!" und natürlich wurde ich 30 und ich hatte es nicht erreicht. Als ich die Verzweiflung losließ, erreichte ich es.
IGNFF: Wie schwierig war es für Sie, an einem professionellen Theater anzufangen?
HEAD: Es war eigentlich unheimlich einfach. Grundsätzlich eine dieser Chancen, wenn du die Schauspielschule verlässt. Wir hatten hier immer eine Situation, die wir "closed-shop" (Gewerkschaften) nannten – du konntest nicht in die Vereinigung eintreten, bevor du nicht einen Vertrag hattest... aber du konntest keinen Vertrag bekommen, ohne in der Gewerkschaft zu sein.
IGNFF: Also war es ein Teufelskreis.
HEAD: Ja. Es gab ein gewisse Milde gegenüber den Leuten von der Schauspielschule. Später wurde es verbindlicher. Später haben sie sogar Arbeitserlaubnis an Schauspielschüler herausgegeben – nicht viele, aber sie machten es. Dann beendeten die Konservativen - Margaret Thatcher – die Sache mit den Gewerkschaften, jetzt hat unsere Vereinigung viel weniger Macht... Aber das bedeutet nicht, dass jetzt jeder eintreten kann. Also, was ich sagen wollte, als ich die Schauspielschule verlassen wollte, gab es das Gerücht, dass die nationale Tour von Godspell Leute ohne die Erlaubnis suchte, und dass sie bereit sind diese Scheine auszugeben. Sie suchten nach jemanden, der die 5 Typen ersetzen könne... Sie konnten so jemand nicht finden, deshalb war ich perfekt für sie. Also hab ich das Engagement bekommen und ging 1 Jahr auf Tour.
IGNFF: Welche Meinung hatten sie zu diesem Zeitpunkt – Ich weiß, dass einige britische Schauspieler, die Theater spielen, Filme und Fernsehen verabscheuen, und andere bevorzugen Film und Fernsehen – wie standen Sie dazu?
HEAD: Oh, kein Verabscheuen. Was mich betrifft, ist es alles eins. Grundsätzlich haben sie alle eine andere Atmosphäre, anderes Brummen, aber ich würde nicht eins mit dem anderen aufwiegen. Ich liebe Theater, da gibt’s nichts dagegen zu sagen, und wie ich sagte, Film und Fernsehen haben eine ganz andere Art – und eine Art besonders an einer Szene zu arbeiten. Wenn ich mich permanent auf ein was konzentrierte, würde ich es wollen. Dass es so viele Möglichkeiten gibt, sich auszudrücken... Ich liebe es, singen zu dürfen, und dies ist ein weiterer Weg extreme Gefühle auszudrücken.
IGNFF: Und wir haben auch Ihre Liebe zum Schreiben diskutiert...
HEAD: Ja – irgendwas wird passen. Es passt wirklich alles.
IGNFF: Also bevorzugen Sie persönlich nichts von den 5?
HEAD: Ich denke, da ich nun schon so lange dabei bin, dass das ultimative Ding aller Zeiten wahrscheinlich das Theater ist, weil es sich von Abend zu Abend verändert. Du spürst das Publikum und es gibt diese Rückmeldung vom Publikum, und du gibst ihnen zurück, was sie wollen, wie Riff und Frank-n-Further in Rocky Horror, es ist die erstaunlichste Macht der Welt. Das Publikum zum schweigen oder lachen zu bringen, oder mit dir zu nehmen – das ist einfach fantastisch. Aber ich möchte mehr Filme machen, und wahrscheinlich bin ich in einer Position, mehr Filme machen zu können. Ich hatte immer sehr viel Glück in meiner Karriere, dass wenn ich dachte "Ich würde gern ein Musical machen", kam ein Angebot für ein Musical. Ich denke immer noch, dass das Leben dir die Herausforderung gibt, die du zu der Zeit brauchst. Du kannst falsch liegen, mit den Herausforderungen, die du brauchst, aber hauptsächlich erlaubt es dir, deine notwendigen Ziele zu verfolgen.
Quelle: filmforce.org.
Nicole - myFanbase
13.01.2003 00:00
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