Bewertung

Review: #11.15 The Cost of Living

Foto: Chicago Med - Copyright: 2025 Universal Television LLC. All Rights Reserved.
Chicago Med
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Wir alle sind uns unserer Sterblichkeit bewusst, allerdings nicht so sehr wenn wir noch jung sind und aktiv. In dieser Episode bekommen wir gleich mehrere Modelle davon präsentiert, bei denen besonders Dean Archer bewusst wird, dass er wahrscheinlich nicht alle Lebensereignisse seiner noch nicht geborenen Tochter miterleben wird. Das ergab jedoch auch eine tolle und emotionale Szene mit Hannah Asher, die die Weichen für den Ausgang der Storyline wieder in eine andere Richtung stellen.

Allen MacDonald deutete vor Beginn der Staffel an, dass Hannahs Schwangerschaft anders verlaufen würde, als es normal ist. Er hat recht behalten. Sah es in der letzten Episode noch so aus, als würde man versuchen wollen, dass Hannah und Mitch Ripley wieder zusammenkommen, dreht man sich jetzt noch einmal und deutet wieder an, dass Hannah und Dean sich im Kreis drehen, weil sie doch Gefühle füreinander haben, die sie sich allerdings nicht eingestehen wollen oder können. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich Hannahs Vater ein bisschen eingemischt hat, weswegen beide jetzt verhalten zueinander sind. Mir hat dabei aber auch gut gefallen, dass die beiden Schützenhilfe von Esme und Jeremy Lockhart bekommen haben. Ich bin ja sonst absolut kein Fan davon, wenn die Patientenfälle in das Privatleben der Ärzte und Ärztinnen eingreift bzw. so einbezogen wird, dass eins auf dem anderen aufbaut. Bei den Lockharts finde ich es aber logisch nachvollziehbar, weil sie über die Staffel über immer wieder aufgetaucht sind und sie demnach auch eine Verbindung zu den beiden Ärzten aufgebaut haben. Daraus hat sich eine Art Freundschaft entwickelt, auch wenn sie nie so eng und intensiv sein wird, es gibt eben auch Freundschaften, die trotzdem wichtig sind, weil sie eben nicht so eng sind und man dadurch das Wesentliche dadurch besser vermittelt bekommt. Und das Wesentliche und Wichtigste bei Dean und Hannah ist in meinen Augen, dass sie sich bewusst werden, wie wichtig sie sich gegenseitig sind. Dabei ist es für mich erst einmal völlig egal, ob dabei die romantische Ebene gemeint ist. Aber die Lockharts und besonders Jeremy war für Dean in dieser Episode eine Spiegelung zu sich selbst. Er wird in nächster Zeit wahrscheinlich nicht sterben (wie oft ich doch schon um Dean gebangt habe), allerdings ist ihm eben auch bewusst, dass er sehr viel älter als noch bei seinem Sohn ist. Jedoch hat ihm Jeremy eine neue Perspektive und Sichtweise gegeben, sodass Dean es nun anders, entspannter und so sehen kann, dass er sich auf das Jetzt und das baldige Jetzt konzentrieren kann und sollte. Ich bin gespannt, ob sein letztes Gespräch mit Hannah noch weitere Auswirkungen haben wird. Zwar ist er mit Jennifer Kingston zusammen, bei der ich auch wichtig und richtig finde, sie nach wie vor bei Jeremys Fall einzubeziehen, ich habe dennoch diesmal nicht das Gefühl gehabt, sie wäre die feste Freundin von Dean. Auf mich wirkte es so, als seien sie lediglich Kollegen. Deshalb kam mir auch der Gedanke, man wird sich auch bald von Jennifer verabschieden müssen, selbst wenn das nicht gleich bedeutet, dass Dean und Hannah in nächster Zeit zusammenkommen werden. Ich glaube, uns erwartet im baldigen Staffelfinale noch eine eindrucksvolle Szene. Der Kurs steht aber auf jeden Fall für mich momentan so, dass auch Hannah nach dem Gespräch mit Dean ins Grübeln gekommen ist.

Dean hat diesmal ohnehin seine emotionale Seite gezeigt, was aber wahrscheinlich auch mehr mit seiner eigenen Lebenssituation als werdender Vater zu tun hat. Trotzdem fand ich es toll, dass er sich extra Zeit für die Lockharts genommen hat. Wenn man sich an seine erste Staffel erinnert, da waren die Zeiten im Militär noch deutlich in seinem Verhalten zu spüren und sie haben alles andere quasi dominiert. Das bedeutet nicht, dass er nun weichgespült ist. Aber er ist definitiv umgänglicher geworden und seine Idee für Jeremy war süß und hat für mich gezeigt, dass er sich das eigentlich auch für seine eigene Tochter wünscht. Schön, dass Jeremy seine Tochter noch kennenlernen konnte. Es steht ja sehr schlecht um ihn und "Chicago Med" ist keine dieser Krankenhausserien, bei der noch zum Schluss ein Wunder geschieht, was ich auch gut finde. Es bedeutet allerdings auch, dass uns wahrscheinlich in einer der nächsten Episoden ein herzzerreißender Serientod bevorstehen wird. Zum Glück habe ich schon eine große Taschentücherbox an meinem Bett stehen, da ich sie garantiert gebrauchen werde.

Daniel Charles und Theo Rabari hatten allerdings auch einen emotionalen Fall, der mich aber weniger stark berührt hat, da man Gail Spinner wohl nur einmal gesehen hat und die Geschichte damit beendet ist. Dennoch hat es mich zum Nachdenken angeregt. Es ist echt krass, wie eine kleine Sache, die man als Nichtigkeit abtut, plötzlich dazu führt, dass man erkennt, wie sehr man eigentlich am Leben hängt, wie es bei Gail der Fall ist. Ich finde es mittlerweile schon faszinierend, dass man Nicole Sullivan immer für solche Rollen castet, die etwas anstrengend und seltsam auf den ersten Blick wirken, wenn man aber genauer hinsieht, sich dahinter immer etwas Trauriges verbirgt. Ich muss ja gestehen, dass es mich erschreckt, wie viele Menschen sich mittlerweile immer mehr auf die Technik verlassen und das Zwischenmenschliche dadurch vergessen und vernachlässigen. Anfangs fand ich Gail deswegen auch seltsam, auch weil sie so versessen darauf war, ihren Magic 8 Ball zu befragen. Erschreckend fand ich dann allerdings auch, wie schnell man Daniel zu rate gezogen hat. Wobei ich letztlich froh war, dass er sich für sie Zeit genommen hat und er auf sie eingegangen ist. Wenn man oft auf Menschen trifft, die einen nur ausnutzen, benutzen und belügen, dann verliert man nach einer gewissen Zeit das Vertrauen. Ich glaube, ich würde mich dann trotzdem nicht allzu sehr auf diese Art Technik verlassen, sondern eher auf mein Bauchgefühl. Bei Gail ist das jedoch auch nicht der Fall. Ich konnte bis zu einem gewissen Grad auch verstehen, dass sie sich auf ihren Magic 8 Ball verlässt, bis zu der Entscheidung, ob sie ihren gesamten Lottogewinn in die Hände von Daniel und Theo geben sollte, damit sie ein Heilmittel finden, auch wenn für sie selbst es dann vielleicht zu spät ist. Ich wüsste nicht, ob ich in ihrer Situation nicht auch so gehandelt hätte. Ich hatte zumindest nicht den Eindruck, sie hat ihren Magic 8 Ball befragt und auf seine 'Antwort' vertraut, weil sie den beiden Ärzten nicht vertraut hat. Sondern weil sie dabei ihrem eigenem Entscheidungsgefühl misstraut hat. Im Gegensatz zu Daniel. Ich denke, die nächste Episode dürfte durchaus interessant und eine zentrierte Daniel-Episode werden. Man eiert ja jetzt schon eine Weile damit herum, dass er vielleicht seinen Job an den Nagel hängen und in den Ruhestand gehen wird. Auch diesmal wird dieses Thema in einer ähnlichen Richtung angeschnitten. Ich fände es tatsächlich interessant, Daniel mal als Dozent zu erleben, da er in meinen Augen ohnehin eine unglaubliche Gabe darin hat, (jungen) Menschen Dingen zu vermitteln. Ich denke schon, dass er diesen Schritt irgendwann gehen wird. Nicht, weil ihn Howie Mankiewizc schon in diese Richtung geschubst hat, sondern weil er in Theo Potenzial sieht, welches jedoch noch reifen muss. Theo hat sich aber wirklich gemacht und ist vielmehr an den Patienten, als noch bei seinem ersten Auftritt. Vielleicht erleben wir ja tatsächlich, dass Daniel ihm den Stab überreichen wird.

Ich habe mir Familie Frost zum Schluss aufgespart, nicht weil sie das Beste waren, sondern weil ich es solange wie möglich herauszögern wollte. Ich war schon nicht begeistert, dass John Frost diesen Trip mit seinen Eltern gemacht hat, und war ehrlich gesagt ziemlich überrascht, dass wir sie in diesmal zu sehen bekommen haben. Am liebsten hätte ich die Augen zugemacht, weil ich mir schon sehr gut denken konnte, dass es zu einer Enthüllung kommen würde, über die weder ich noch John glücklich sein würden. Genau das ist eben auch passiert. James und Celeste Frost wissen also schon sehr viel länger von der Diagnose, die aber keine MS ist, sondern eine, wofür er in eine Studie könnte. Das Problem ist, dass James die Frist für die Aufnahme in diese Studie versäumt hat. John tat mir leid, weil er eben nicht grundlos den Verdacht hätte, seine Eltern würden hier eine Taktik fahren, wie es damals schon der Fall war. Diesen Vorwurf kann ich ihm nicht verdenken. Sein Gespräch mit Lizzie Novak vor einigen Wochen scheint allerdings etwas bewirkt zu haben. Er hat es sich mehr durch den Kopf gehen lassen und vor allem, hat er jetzt mehr Reife, um das Ganze anders betrachten zu können. Ich bin mal gespannt, ob wir auch Aisnley Towne wiedersehen werden, die ja nicht so gut mit John beim letzten Mal auseinander gegangen ist und inwiefern diese Entscheidung John beeinflussen wird.

Fazit

"Chicago Med" hat sich von seinem kleinen Rückschlag erholt und hat diesmal zum ersten Schlag mit der emotionalen Keule ausgeholt, wobei weitere sicher in den nächsten Wochen folgen werden. Sehr gespannt bin ich auf die nächste Episode, die ein Muster fortzusetzen scheint.

Daniela S. - myFanbase

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