Bewertung: 7

Review: #4.03 Auferstehung

Foto: David Ramsey, Arrow - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
David Ramsey, Arrow
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Während Laurel und Thea Nanda Parbat aufsuchen, um Sara im Lazarus Pit wieder zum Leben zu erwecken, verfolgen Oliver, Diggle und Felicity weiter die Spur der Ghosts. Dabei macht Diggle eine überraschende Entdeckung und Felicity zwingt Oliver und Diggle dazu, sich endlich auszusprechen, damit sie wieder miteinander als Team arbeiten können.

"That one was free, take out the Green Arrow and his friends, that will cost."

Mit dieser Folge scheint definitiv klar zu sein, dass sich "Arrow" etwas von seiner Tochterserie "The Flash" abgeschaut hat und sich in dieser Staffel wohl auch des Übernatürlichen bedienen wird. Denn in dieser dritten Folge der aktuellen Staffel ist nicht nur Damien Darhk derjenige mit übernatürlichen Kräften, sondern auch ein Mann Namens Jeremy Tell, der durch die Explosion des Teilchenbeschleunigers in Central City zu einem Metahuman mit dem Übernamen Double Dawn geworden ist, treibt nun in Star City sein Unwesen und versucht das Team Arrow zu vernichten. Wie bereits in meiner Review zu der ersten Folge der vierten Staffel betont, hat mir der Verzicht auf das Übernatürliche in "Arrow" gerade sehr gut gefallen. Ich war schon immer ein Fan von Superhelden, die nicht mit übernatürlichen Kräften ausgestattet sind, weswegen mir Batman beispielsweise auch immer mehr zugesagt hat, als Superman. Bereits in der letzten Staffel hat "Arrow" sich ja bereits mit dem Lazarus Pit ein wenig in der Welt des Mystischen bewegt, was für mich jedoch völlig okay war, sollten sich aber jetzt in dieser vierten Staffel immer mehr Metahumans nun auch in Star City rumtreiben, ist das zwar einerseits logisch, sind ja Central City und Star City nicht gerade weit entfernt, andererseits geht jedoch das spezielle an der Superheldenserie "Arrow" auf diese Art auch verloren, was mir persönlich weniger gefallen würde.

Trotzdem will ich natürlich die Storyline dieser Staffel nicht schon zu Anfang verschreien, war diese Folge als Einzelnes betrachtet, nämlich nicht durchwegs negativ und auch Neal McDonough gefällt mir in seiner Rolle als übermächtigen Gegner immer noch sehr gut. Und auch Double Dawn hat mir mit seinen "Kartentricks" grundsätzlich gut gefallen, auch wenn er meiner Meinung eben besser in die Serie "The Flash" gepasst hätte, als in "Arrow". Als Gegenspieler von "Arrow" war Double Dawn zwar mal etwas anderes und die Kampfszenen und Stunts waren nett anzusehen, doch hat er für mich nicht in seiner Rolle als Bösewicht der Woche überzeugt, sondern eher in drei Handlungen, die sich durch ihn ergeben haben. Da war einerseits die Auswirkungen darauf, dass Oliver für Diggle eine Karte abfängt, auf die ich später in einem separaten Kapitel eingehen möchte und andererseits die Demonstration von Darhks Übermacht sowie der zukünftigen Rolle von Curtis Holt in "Arrow".

Bereits in der Pilotfolge wurde uns Darhks Stärke offenbart, in dieser Episode wird diese aber noch mal unterstrichen und auch seine Skrupellosigkeit bei der Verfolgung seines Plans, den wir noch nicht kennen, wird offenbart. Er schreckt auch nicht zurück Leute seines "Teams" ohne mit der Wimper zu zucken, hinzurichten, führen diese seine Befehle nicht zu seiner Zufriedenheit aus. Und somit wird auch gleich klar, dass Mina Fayad zwar vielleicht den Befehl für Andy's Tod gegeben hat, jedoch nur ein kleines, unbedeutendes Rädchen in Darhks Organisation ist und somit sicher nicht die Verantwortliche für das ist, was mit Diggles Bruder passiert ist. Mir gefällt es eigentlich sehr gut, dass Darhk momentan ein Mysterium in jeder Hinsicht ist. Es ist nicht klar, was genau seine Kraft auslöst, über seinen Plan ist eigentlich noch gar nichts bekannt und wie Andy Diggles Tod mit der ganzen Sache zusammenhängt, bleibt momentan weiter im Dunkeln. Das alles macht die Storyline um den Big Bad dieser Staffel extrem spannend und interessant und ich kann eigentlich nur hoffen, dass am Schluss nicht alles auf diese übernatürlichen Kräfte zurückzuführen ist, sondern hier wirklich ein gut durchdachter Handlungsstrang dahinter liegt.

Bereits in #4.02 Kandidaten haben wir Curtis Holt kennengelernt, in dieser aktuellen Episode wird er jedoch vermehrt in das Geschehen integriert und es scheint so, als würde er die Rolle übernehmen, die Felicity in der ersten Staffel innehatte. So waren die Parallelen durchaus witzig dargestellt. Wie damals Oliver Felicity aufgesucht hat, um sie um einen Gefallen zu bitten, tut dies nun Felicity bei Curtis und genau wie Oliver damals ihr, tischt Felicity nun Curtis irgendwelche Geschichten auf, bei denen von vornerein klar ist, dass sie nicht stimmen können. Doch Curtis tut Felicity nicht nur einen Gefallen, er wird gleich mitten ins Geschehen manövriert, als Double Dawn bei ihm im Labor auftaucht und ihn und Felicity mit Karten bewirft. Da sich Curtis nun schon mal in der Arrow-Zentrale aufgehalten hat, wenn auch ohne Bewusstsein, gehe ich davon aus, dass er in dieser vierten Staffel noch eine größere Rolle spielen wird. Ich freue mich darauf, bis jetzt ist Curtis sehr sympathisch und bringt mit seinen Sprüchen etwas Leichtigkeit in die Folge. Außerdem scheinen er und Felicity ein gutes Team zu sein.

"I get it, I get it. I understand that I crossed a line, I understand that I lost your trust. What I do not understand is why you won't give me a chance to earn it back."

Vielleicht wurde in dieser Folge dem Gegner der Woche nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt, doch dafür wurde der Fokus vermehrt auf das Team Arrow und auf die einzelnen Charaktere gelegt, was ich durchaus positiv zu werten weiß. Wie Felicity mehrmals betont hat, war es erfrischend wieder mal das "Original-Arrow-Team" zusammen zu sehen. Natürlich haben sich seit damals ein paar Dinge verändert und die Charaktere haben sich weiterentwickelt. Oliver und Felicity sind nun ein Paar und zwischen Diggle und Oliver steht immer noch Olivers Vertrauensbruch.

Obwohl es mir jedes Mal im Herzen weh tut, wenn ich sehe wie die Freundschaft zwischen Oliver und Diggle momentan leidet, ist es sicherlich positiv, dass man nicht alles was war, sofort wieder zur Seite schiebt und die Freundschaft dabei keinen Schaden davon trägt. Trotzdem war ich froh, dass in dieser Episode Felicity interveniert hat und die beiden sozusagen zum Reden zwingt, denn zusammen sind die beiden definitiv stärken, als alleine. Natürlich hat Diggle vollkommen Recht und Oliver hat mit der Entführung von Lyla eine Grenze überschritten und die Taten sind nicht so einfach zu verzeihen, vor allem weil es bei Oliver um jemanden handelt, dem Diggle hundertprozentig vertraut hat und der für ihn wie ein Bruder war. Die Entschuldigungen von Oliver sind sicherlich ernst gemeint und bedeuten Diggle wahrscheinlich auch viel, aber wenn man so verletzt wird, dann reicht manchmal auch eine ernstgemeinte Entschuldigung als Wiedergutmachung nicht aus. So musste Diggle scheinbar wirklich sehen, dass er Oliver wieder vertrauen kann und dies ist passiert, indem sich Oliver selbstlos vor Diggle wirft, um ihm das Leben zu retten.

Doch auch Diggle hat Oliver nicht alles erzählt und dass er ihm die Sache mit seinem Bruder und der Beteiligung von H.I.V.E. in dessen Tod nun offenbart, zeugt erstens davon, dass er realisiert hat, dass er Hilfe braucht und zweitens, dass er Oliver nun auch wieder ein bisschen Vertrauen entgegenbringt. Die Geschichte um Andy Diggle wurde seit der ersten Staffel von "Arrow" aufgebaut und sein Name taucht immer wieder auf, natürlich vor allem im Zusammenhang mit Deadshot, der ihn umgebracht hat, jedoch im Auftrag von H.I.V.E. wie Diggle in Episode #2.06 Die Kunst des Krieges herausfindet. Seit diesem Zeitpunkt hat Diggle ohne jemanden einzuweihen Nachforschungen über diese Organisation angestellt, ohne jedoch weiterzukommen. Bis jetzt, plötzlich taucht der Name H.I.V.E. im Zusammenhang mit Darhk auf und die Person, die den Auftrag zu Andys Ermordung gegeben haben soll, taucht in Star City auf. Und auch wenn Mina Fayad nun tot ist, gehe ich davon aus, dass die Storyline um Andy Diggle noch nicht beendet ist, dafür wurde sie seit langem viel zu sorgfältig aufgebaut, was diesen Handlungsstrang so spannend macht, denn eigentlich ist der Tod von Andy eines der lang ungelösten Mysterien von "Arrow" und ich gehe stark davon aus, dass wir nun in dieser vierten Staffel mehr darüber erfahren werden.

"Even if Sara went into the Pit, even if it worked, who -- what -- came out of the Pit, would not be Sara. Laurel, I am sorry, truly sorry, but of course, my answer is no."

Laurel und Thea reisen derweil nach Nanda Parbat um Sara in das Lazarus Pit zu tauchen und sie wieder zum Leben zu erwecken. Da vor einiger Zeit bekannt geworden ist, dass es ein weiteres Spin-Off von "Arrow" "Legends Tomorrow" geben wird, in dem Caity Lotz eine Hauptrolle spielen wird, war es eine Frage der Zeit, bis Sara wieder zum Leben erweckt wird, von daher war die Tatsache, dass Laurel Ra's al Ghul alias Malcolm Merlyn bittet, Sara wieder ins Leben zurückzuholen, nicht wirklich überraschen und aus diesem Grund hat es mir gefallen, dass man den Fokus des Handlungsstranges auch nicht auf Saras Wiederauferstehung, sondern auf die Folgen davon beziehungsweise auch auf die Folgen, die das Lazarus Pit auf Thea hat, gelegt hat.

Und diese Folgen sind verheerend. Man sieht bei Thea wie sie unter all dem leidet, wie sie ihren Blutdurst nur durch die Ermordung anderer stillen kann und wie sie so oft bei den Kämpfen mit Team Arrow die Kontrolle über sich verliert. Laurel will verständlicherweise Sara trotzdem zurückholen und schlägt alle Warnungen in den Wind. Ich glaube wenn man die Chance sieht, jemand den man liebt wieder zum Leben zu erwecken, will man nicht wahrhaben, dass die ganze Sache nicht gut ausgehen könnte, man sieht nur, dass diese Person wieder am Leben ist. Oliver ging es damals mit Thea ähnlich und er hat, wie Laurel, nicht auf Malcolm gehört, der schon bei Thea prophezeit hat, dass sie nicht als diejenige zurückkehren würde, die sie einmal war. Bei Sara scheinen die Folgen aber noch schlimmer zu sein, da sie ja, im Gegensatz zu Thea, tatsächlich tot und nicht nur lebensgefährlich verletzt war. Ich bin auf alle Fälle gespannt, wie die Autoren die Problematik Sara lösen und ob sie in der nahen Zukunft mit den Folgen des Lazarus Pit zu kämpfen hat.

Die Szenen zwischen Malcolm Merlyn und Thea gefallen mir auch immer sehr gut. Die Mischung aus Machtgier, Wut, Fürsorge, Anerkennung und Liebe die die Beziehung der beiden bestimmt, macht diese Szenen so wunderbar. Außerdem haben John Barrowman und Willa Holland eine grandiose Chemie zusammen, obwohl ich zugeben muss, dass John Barrowman fast mit jedem der Darsteller hervorragende Szenen abliefert. Malcolm hat sein Ziel, Ra's al Ghul zu werden erreicht und genießt die Macht, die er nun über andere hat, sichtbar. Seiner Tochter gegenüber fühlt er Liebe, Fürsorge und Anerkennung, das hat er nun schon mehrmals bewiesen, wenn auch auf etwas merkwürdige Art und Weise. Doch trotz diesen Gefühlen will er natürlich nicht auf die Macht verzichten und würde auch Thea zu Liebe weder seine Position noch seine manchmal grausamen Spielchen aufgeben. Thea im Gegensatz hasst ihren Vater, kann sich aber doch nicht von ihm fernhalten, fühlt sie sich ihm doch in gewisser Weise verbunden, abgesehen davon hat er ihr schon mehrmals das Leben gerettet, auch wenn ihr die Art und Weise wie er das tut, meistens nicht gefällt. So auch dieses Mal. Damit sie sich besser fühlt und ihren Blutdurst stillen kann, opfert er zwei seiner Männer, die sie in Notwehr tötet.

Randnotizen und persönliche Eindrücke

  • Felicity bekommt merkwürdige Nachrichten auf ihr Handy, als sie sich in Curtis Labor aufhält. Ich kann mir momentan noch überhaupt keinen Reim darauf machen, frage mich natürlich aber ob es etwas mit Ray zu tun hat, da dieser ja auch irgendwann wieder auftauchen muss, schließlich gehört auch er zum Cast von "Legends of Tomorrow".
  • Da Nyssa nun das Lazarus Pit vernichtet hat, scheinen weitere Auferstehungen unmöglich zu sein, was ich eigentlich ganz gut finde. Wenn das Pit weiter bestehen würde, wäre dies ein Spannungskiller für die Serie, da ja jeder jederzeit wieder zum Leben erweckt oder gerettet werden kann.
  • Der Inselhandlungsstrang konnte mich auch in dieser Episode nicht überzeugen und war schlicht und einfach langweilig. Ich warte auf die Parallelen zum Handlungsstrang in der Gegenwart und frage mich auch, weswegen Amanda Waller Oliver genau wieder nach Lian Yu geschickt hat.



Fazit

Das wieder einmal das "Original-Team-Arrow" alleine ermittelt hat, war sehr erfrischend und der Handlungsstrang um die Beziehung zwischen Oliver und Diggle hat mir sehr gut gefallen, genauso wie die Szenen zwischen Malcolm und Thea, sowie Saras Auferstehung, die mich, als Fan von Caity Lotz, natürlich sehr freut. Auch die Storyline um Andy Diggles Tod, die schön vorbereitet wurde, wird konsequent weiterverfolgt und ich hoffe, dass wir bald mehr über die ganze Sache erfahren werden. Die Positive der Folge wird von der ganzen Mysteriesache etwas getrübt, da ich, mit dem Gegner der Woche in Form von Double Dawn, fast befürchte, dass wir uns mit "Arrow" in die Gebiete von "The Flash" bewegen, was mir weniger gefallen würde. Auch die Inselstoryline ist bis jetzt ein Schwachpunkt der vierten Staffel, dies kann sich natürlich aber immer noch ändern, schließlich ist es möglich, dass die Autoren immer noch bei der Einführung der Geschichte sind und uns bald Antworten auf die Fragen präsentieren werden.

Maria Schoch - myFanbase

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