Bewertung

Review: #3.01 Ruhe vor dem Sturm

Foto: Stephen Amell, Arrow - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Stephen Amell, Arrow
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Im Staffelauftakt von "Arrow" geschah sehr viel, es gab schöne Charaktermomente und natürlich einen Bösewicht zu bekämpfen. Dennoch wirkte diese Episode ein wenig vorhersehbar und konnte noch nicht so gut überraschen, wie man es sich für einen Start in die neue Season womöglich erhoffte.

"A man cannot live by two names."

Die Episode startet in guter alter Manier mitten ins Geschehen hinein und sogleich sehen wir das Arrow-Team in voller Action, was den Zuschauer sofort glücklich stimmt und er sich zufrieden zurücklehnen kann. Besonders erfreut bin ich über die Tatsache, dass Roy es nun tatsächlich in den Club geschafft hat und wie es scheint gleich ein gratis “Jahresabo“ geschenkt bekommen hat. Seine neuen Kampftricks sind wirklich beeindruckend und ergänzen sich zudem perfekt mit denen von Oliver, sodass dieser Roy zu Recht als seinen Partner bezeichnet und ihn nun endlich für ganz voll nimmt. Ich hoffe, dass man im Verlauf der weiteren Staffel noch mehr solcher toll inszenierten Kampfszenen der beiden sehen wird, nachdem man Roys Mitgliedschaft in #2.12 Riesenkämpfe und in späterer Folge eher mager behandelt hat.

Und wie in jeder neuen Staffel scheint es auch in dieser Season ein spezielles Motto zu geben, nämlich der Konflikt, ob Oliver sein Doppelleben unter einen Hut bekommt und sowohl Arrow als auch Oliver Queen sein kann. Vorerst sieht es ganz danach aus, als würde Oliver noch eine ganze Weile brauchen, bis er einsieht, was andere längst wissen: es ist durchaus möglich – und Oliver mehr als vergönnt – wenn er nicht nur die Welt rettet, sondern auch ein aktiver Teil dieser Welt ist und in dieser ein glückliches Leben führt. Ich bin neugierig, inwiefern die Erlebnisse in Hong Kong Oliver in seiner Ansicht beeinflusst haben und natürlich, was sich dort alles zugetragen hat. Durch vergangene Episode haben wir bisher ein eher kaltes Bild von Amanda Waller erhalten und ihre Absichten sind noch nicht vollständig an die Oberfläche gesickert, sodass es in den Flashbacks vermutlich darum gehen wird, was Amandas Ziel ist und inwiefern ihr Oliver hierbei behilflich sein kann.

"Would you like to go to dinner with me?" – "Yes."

In der Gegenwart versucht Oliver nun eine neue Seite an sich zu entdecken, welche ihm ausgezeichnet steht und man sieht ihn auch häufig lächeln, was sonst eher selten vorkam. Grund dafür ist vermutlich die grandiose Felicity, welche zur Zeit einer neuen Tätigkeit in einem Technikshop nachgeht, während sie Arrow bei seinen nächtlichen Jagden nach sämtlichen Schurken behilflich ist. Fans von “Olicity“, zu welchen ich mich zugegeben auch zähle, haben schon lange darauf gewartet, dass Oliver endlich den bedeutenden Schritt macht und Felicity um ein Date bittet. Besonders nach der (vorgetäuschten) Liebeserklärung im Staffelfinale der letzten Season wünschte man sich, dass mehr zwischen diesen beiden passieren würde und so kam es dann auch: Oliver fragt Felicity um eine Verabredung, welche diese freudig bejaht und dann sitzen sie auch schon beim Italiener, die Welt scheint in Ordnung. Oliver vertraut Felicity sogar einen neuen Abschnitt seiner Vergangenheit an, was mich persönlich doch etwas überraschte, da ich dachte er würde eine leichtere Themenwahl treffen, doch als er seine Erzählung dann umwendete und Felicity gesteht, dass sie der erste Mensch war, dem Oliver nach seiner Rückkehr vollends vertrauen konnte, schmolz nicht nur Felicity dahin. Doch man ahnte bereits, dass dies viel zu schön ist, um wahr zu sein, daher war es auch keine besonders große Überraschung, als das Restaurant, in dem sich Oliver und Felicity befanden, durch eine Bombe angegriffen wurde. So wacht Oliver aus seinem persönlichen "Traum" wieder auf und resigniert mussten wir Zuschauer einsehen, dass Oliver seine Meinung, er könnte nicht gleichzeitig Arrow und er selbst sein, nicht so schnell ändern wird. Daher fand ich es auch gut, dass Felicity im Krankenhaus mehr oder weniger für sich selbst einstand und Oliver herausforderte, er solle sich endgültig entscheiden, aber nicht ständig nach Vielleicht-Ausflüchten suchen. Es ist nämlich weder ihr gegenüber noch ihm gegenüber fair, sollte er sich etwas vormachen oder eine Entscheidung treffen, über die er sich nicht ganz sicher ist. So heißt es vorerst abwarten, was mit Felicity und Oliver in Zukunft geschehen wird, ich glaube aber nicht, dass hierbei bereits das letzte Wort gesprochen wurde (Stichwort Ray Palmer, doch dazu komme ich noch).

"Laurel Lance. Always trying to save the world." – "Runs in the family."

Eine schöne Überraschung war Saras plötzliche Rückkehr nach Starling City. Nach ihrem Abschied im Staffelfinale dachte ich nicht, dass man sie so schnell wiedersehen würde, sodass mich ihr Erscheinen sehr erfreute. Auch das kurze Gespräch zwischen Sara und Oliver war sehr schön, erinnerte es uns Zuschauer daran, wie viel die beiden gemeinsam durchgemacht haben und wie nahe sie sich nach wie vor stehen. Da Oliver Saras Meinung schon immer sehr geschätzt hat, hoffe ich, dass er ihre klugen Worte zu Herzen nehmen wird, denn sie hat vollkommen Recht, wenn sie meint, dass gerade sie Leute brauchen, welche keine Masken tragen: "Word of advice? We're not our masks and we need people in our life who don't wear one." Gut gefallen hat mir auch, dass Sara Laurel ebenfalls einen kleinen Überraschungsbesuch abstattete, wenn sie schon in der Stadt ist. Der kurze Dialog zwischen den Schwestern war ebenfalls sehr rührend und konnte noch einmal zeigen, wie nahe sie sich mittlerweile stehen, trotz einiger Ereignisse in der Vergangenheit. Umso tragischer war es schließlich, dass Sara plötzlich von einem unbekannten Bogenschützen mit drei Pfeilen niedergeschossen wurde und vom Dach eines Hochhauses fiel. Ich persönlich habe ihren Tot wirklich nicht kommen sehen, da man dies zum einen bereits im Staffelfinale erwartet hatte und zum anderen, weil sie erst wieder zurückgekommen war und zudem lediglich so kurz zu sehen war, dass ich es wirklich nicht für möglich hielt. So endet diese teilweise leider etwas zu vorhersehbare Episode in einem überraschenden Schocker und wir müssen uns viel zu früh von einer wunderbaren Kämpferin, Canary, verabschieden und verbleiben mit der nagenden Frage, wer Saras Mörder ist. Doch vorerst heißt es: Lebe wohl, Sara!

Einige zusätzliche Randbemerkungen

Da in dieser Folge doch sehr viel passiert ist, was jedoch nicht alles in einem separaten Absatz behandelt werden kann, möchte ich aber dennoch ein paar Randbemerkungen anführen, welche eine kurze Erwähnung verdienen:

  • Ray Palmer ist also der offizielle neue Inhaber von Queens Consolidate. Er hinterließ bei mir persönlich einen sehr sympatischen, guten ersten Eindruck, sodass ich schon jetzt gespannt darauf bin, was man für ihn im Repertoire bereit hält und wie seine Rolle als neuer Geschäftsführer die Stadt beeinflussen wird. Die Interaktion zwischen Ray und Felicity finde ich nebenbei bemerkt sehr amüsant und freue mich auf mehr, da Felicity in Ray nun endlich einen Gegenpart gefunden hat, welcher ihr ernsthafte Konkurrenz bezüglich ihrer Fähigkeiten machen könnte. Nicht nur als Geschäftsführer seiner alten Firma könnte Ray zudem eine Art Rivale für Oliver werden, sondern auch, wenn es um die Aufmerksamkeit von Felicity geht, denn ich wage zu behaupten, dass zwischen ihr und Ray die Funken sprühen könnten.
  • Diggle
    ist Vater! Die kurzen Szenen zwischen ihm und Lyla waren sehr harmonisch und schön mit zu verfolgen und als Zuschauer gönnt man den beiden das neue Familienglück von Herzen. Gut gefallen hat mir auch, dass Diggle am Anfang dieser Folge noch Angst vor seiner neuen Rolle als Vater hat und dies auch vor Lyla zugab: "Honey, please, I've thrown down the Taliban, Malcolm Merlyn, and a host of mirakuru-powered super weapons. I'm terrified." Es ist nur natürlich, dass man als Mann durchaus einige Zweifel und Ängste vor dem Vatersein hat und so fand ich es schön, dass man sich dafür Zeit nahm und Diggle seinen kleinen Kampf ausfechten ließ. Nun, da Diggle aber Vater ist, möchte er anscheinend nicht mehr auf das "Schlachtfeld" hinaus, was man durchaus verstehen kann, allerdings glaube ich nicht, dass er diesen Vorsatz lange einhalten wird, schließlich ist Diggle eine Art Soldat und würde Team Arrow sicherlich nicht so schnell aufgeben.
  • Der Bösewicht dieser Episode war ein neuer Vertigo, welcher schlussendlich aber von Oliver und seinem Team erfolgreich erledigt wurde. Da dieser Fall in abgewandelter Art und Weise bereits in früheren Episoden vorkam, konnte er nicht besonders vom Hocker hauen. Einzig und alleine die Tatsache, dass man seine größte Angst vor sich sieht, wenn man unter dem Einfluss der Droge steht, empfand ich als interessant, da Oliver seinem Antlitz gegenüber blickte und das Duell in einem toll inszenierten Kampf endete, wobei Stephen Amell wirklich beeindruckende Arbeit leistete
  • Arrow wird offiziell von Detective Lance freigesprochen und die Force, welche nach Arrow fahndete, wurde nun eingestellt. Quentin selbst hat nach wie vor mit seinem Herzproblem zu kämpfen und verständlicherweise ist es nicht leicht für ihn seine aktive Arbeit als Polizist so einfach aufzugeben. Die Teamarbeit zwischen Lance und Arrow kann weiterhin überzeugen und unterhalten, sodass dies hoffentlich auch in der Zukunft so bleiben wird.
  • Thea bleibt Starling City nach wie vor fern und noch sind wir uns im Unklaren darüber, wo genau sie sich befindet und was sie treibt. Ich bin schon sehr gespannt darauf, ob sie die gesamte Zeit über mit Malcolm unterwegs war und was ihre Geschichte in dieser Staffel sein wird.
  • Eine Szene, welche im gesamten Geschehen beinahe untergegangen wäre, ist das kurze Telefonat zwischen Oliver und Barry Allen, dem Protagonisten von der Spinoff-Serie "The Flash". Ich finde es sehr schön, dass die Autoren nicht vergessen haben und auch bei "Arrow" das Telefongespräch einbauten, sodass sogleich eine Verbindung der beiden Serien hergestellt wurde. Auf das kommende große Crossover freue ich mich jetzt schon riesig!

Fazit

#3.01 The Calm fühlt sich genauso an, wie es der Titel beschreibt: die Ruhe vor dem Sturm. Zwar werden alle Handlungsstränge gut aufgegriffen und schön mit jedem Charakter gearbeitet, dennoch wirkt die Episode ein wenig vorhersehbar, wobei man sich einfach ein wenig mehr Spannung und Überraschungseffekte erhofft hätte. Der Schocker am Ende dieser Folge mit Saras plötzlichem Tot tröstet hier zwar ein wenig hinweg, dennoch erwarte ich mir persönlich für diese Staffel noch viel mehr und warte bereits jetzt schon mit großer Spannung auf den großen Sturm.

Melanie E. - myFanbase

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