Bewertung: 8

Review: #5.17 Alle Zeit der Welt

Das war es also: das Finale der 5. Staffel von "Alias - Die Agentin" und gleichzeitig das Serienfinale.

Etwas verloren

Meiner Meinung nach war das Einzige, was immer wieder in diesem Serienfinale störte, die Flashbacks. Tucker Gates und Jeff Pinkner, zwei "Lost"-Macher, waren an dieser Episode beteiligt und vielleicht dachten sie sich, es wäre keine so schlechte Idee, gerade für das "Alias"-Serienfinale so etwas mit einzubauen. Ich bin da leider anderer Meinung. Das passte gar nicht, obwohl die Thematik unterhielt und ein Flashback sogar eine echte Überraschung für mich war, aber die Spannung und stets kontinuierliche Handlung der eigentlichen Folge wurde dadurch immer wieder unterbrochen und man verlor den Faden, dass ich zu fluchen anfing. Bestes Beispiel die Konfrontation Irina vs. Sydney in Hongkong. Wie kann man denn da bitte ein Flashback bringen?

Der eine Flashback, das für mich wiederum am interessantesten war, war das, welches bei SD-6 spielte, als Sydney gegenüber Sloane behauptete, es sei ihre Bestimmung, eine Agentin zu werden. Hätte ich nicht gesessen, spätestens ab da hätte ich es mit Sicherheit. Mit was für einer Überzeugung und Naivität sie es Sloane sagte, dabei wurde mir richtig schlecht, denn sie meinte es ja ernst, da sie zu dem Zeitpunkt noch nichts von Sloanes falschem Spiel ahnte. Die Thematik aus den anderen Flashbacks kannte ich bereits aus Gesprächen und Andeutungen, die während der gesamten Serie gemacht wurden. Jetzt sah man beispielsweise die kleine Sydney, wie sie erfuhr, dass ihre Mutter "tot" ist. Die Sache, dass sich Sydney dazu bestimmt fühlt, eine Agentin zu sein, kenne ich so nur aus dem Roman "Alias - Die Anwerbung".

Aus Liebe zu seiner Tochter

Sydney hatte doch so viel Zeit, Sloane in der Kammer zu erschießen. Ich kann einfach nicht verstehen, warum sie sich so viel Zeit ließ und sich noch auf ein Schwätzchen mit ihm einließ. Warum tat sie es nicht? Sie musste sich die blöde Kugel ansehen und so kam es, dass nach einem langen Hin und Her Jack von Sloane niedergeschossen wurde. Als ich das sah, blieb mir das Herz stehen. Ich dachte, dass Jack auf der Stelle tot sei, doch dass er die Folge nicht überleben würde, wurde schnell deutlich.

Ich fand es ziemlich schade, dass Bristow im Serienfinale sterben musste, nach seinem so positiven Wandel von einem doch sehr herzlosen und kaltblütigen Menschen, der seine Gefühle nicht zeigen konnte und dem jedes Mittel recht war, zu einem Vater und Großvater, der stolz auf seine Familie war und sie über alles liebte und beschützte. Ich habe noch bei keiner "Alias"-Folge geheult wie ein Schlosshund, doch bei dieser, als sich Jack von Sydney verabschiedete und sich beide sagten, dass sie sich lieb haben, da gab es wirklich kein Halten mehr bei mir. Ich hätte ihm von Herzen gewünscht, er hätte Sydney Jahre später noch sehen können, er wäre stolz auf sie gewesen.

Ewig leben

Die Kugel des Lebens sah ich seit der 3. Staffel nur als ein übliches Rambaldi-Artefakt an, von denen es bekanntlich etliche gibt. Doch dass der Titel dieses Artefakts sich bewahrheitet, hat mich dann umgehauen. Der Schnitt von Irina, die in diesem Augenblick zu Sydney in Hongkong sagte, dass man dank Rambaldi ewig leben kann, zu Sloane in die Mongolei, der wieder von den Toten aufwacht und alle seine Wunden geheilt werden, war sehr genial. Doch sein Vorhaben, noch mehr Macht zu besitzen, diesen Plan hat er ohne Jack gemacht. Dank Jack Bristow, der sein Leben opferte, obwohl er mit Sicherheit sowieso gestorben wäre, liegt Sloane jetzt unter einem Felsbrocken und darf für alle Zeit der Welt Selbstgespräche führen, denn nun ist er wirklich allein.

Ich fand es sehr gut, dass Nadia endlich geht und ihren Vater in dieser Situation auch im Stich lässt, denn es war einfach an der Zeit und dazu ein großer Zug von ihr. Sie soll endlich in Frieden ruhen dürfen, sie hat ein Recht darauf. Außerdem sagte sie selbst, wie solle sie Sloane schon helfen können? Soll sie ihm vielleicht Geschichten vorlesen, damit ihm in der Kammer nicht langweilig wird?

Dass Irina tot ist, bezweifle ich. Ich habe da ein ganz eigenartiges Gefühl, doch auf dieses Frage werde ich nie eine Antwort erhalten, was vielleicht auch besser ist. Sie sah schon ziemlich tot aus, nachdem sie vom Dach stürzte, doch immerhin hielt sie die Kugel des Lebens in der Hand und es ist ja bekannt, was die so bewirkt, wenn man an Sloane denkt. Ich kann mich auch irren und es ist ein logischer Denkfehler, trotzdem bleibe ich bei meiner Vermutung.

Macht(los)

Sloane und Irina hatten in diesem Finale die Macht, die sie immer wollten, doch es endete für beide nicht so, wie sie es sich gewünscht hatten, und dann gab es auch Charaktere, die ziemlich macht- und hilflos erschienen, weil sie einfach nicht wussten, was sie als nächstes tun sollten betreffs Sloane. Der Einzige, der noch ziemlich gelassen herüberkam, das war Michael in Italien, nachdem er Sydney das Leben gerettet hat. Seitdem er wieder mit Syd zusammen sein kann, erschüttert den irgendwie gar nichts mehr so schnell. Des weiteren Rachel, die für alle weitermachen will, die ihr Leben geopfert haben, und gar nicht daran denkt, zu ihrer Familie zurückzugehen. Rachel hätte ich sehr gerne in weiteren Folgen besser kennengelernt, doch das sollte leider nicht sein. Rachel Nichols hat mir als Rachel sehr gefallen.

Sarks und Kellys Macht konnte man gar nicht mehr als Macht charakterisieren, da sie, ob sie es nun wahrhaben wollten oder nicht, nur Marionetten von Sloane und Irina sind und im Prinzip schon immer waren. So endete Peytons Weg in einem Fahrstuhl und schließlich bei denjenigen, die sie versuchte, die ganze Zeit zu vernichten. Sark erschien mir in dieser Folge etwas menschlicher als sonst, was einem schon wieder Angst einjagte, denn obwohl er des Geldes wegen seine Finger nicht von dem geplanten Massenmord lassen konnte, bekam er doch reichlich Gewissensbisse. Doch Sark wäre nicht Sark, wenn er am Ende doch noch seinen Weg gehen würde, da Michael einen Deal mit ihm abschloss, ansonsten wäre es doch zur Katastrophe gekommen. Sark bleibt eben ein Idealist, er findet immer einen Weg. Wäre auch etwas langweilig geworden, wenn alle Bösen draufgegangen oder verhaftet worden wären.

Das Ende

Ja, das Ende war schon befremdend und melancholisch. Wenn ich mich an Sydneys langen Blick erinnere, als sie auf Isabelle wartete, es kam mir so vor, als ob sich Jennifer Garner von den Zuschauern höchstpersönlich verabschiedete. Ich bekam jedenfalls eine Gänsehaut. Doch das Ende warf auch einige Fragen auf. Isabelle baute, wie Sydney, als sie klein war, den Turm aus den Bauklötzen, schien aber nicht so interessiert wie Syd früher. Sydney ist Agentin geblieben, ist zwar nicht mehr täglich in diesem Job, nur wenn Dixon ihre Hilfe braucht, aber es scheint wohl doch ihre Berufung zu sein. Vaughn ist ganz der Hausherr und schmeißt den Haushalt. Was sollte er auch tun? Er gilt immer noch als tot, denn umsonst schirmt sich die Familie nicht so ab. Dass Sydney nicht widerstehen kann, doch noch ab und an als Agentin einzuspringen, hat mich etwas enttäuscht, denn sie war es, die von Michael das Versprechen haben wollte, mit allem abzuschließen, sobald sie es beendet haben, womit Prophet Five gemeint war. Vor allem aus Liebe zu Isabelle, doch das scheint in Vergessenheit geraten zu sein.

Fazit

Von den Flashbacks abgesehen war das Serienfinale eine sehr packende und wegen Jack und Sydney sehr, sehr emotionale Episode. Die Macher haben es tatsächlich geschafft, meiner Lieblingsserie ein würdiges Serienfinale zu schaffen, woran ich, bis ich es gesehen hatte, leicht zweifelte. In der 5. Staffel wurden Fragen beantwortet, die man sich seit 2003 stellte. Sloane bekam endlich die Strafe, die er verdient hat, und ich hoffe einfach, dass ihn niemand dort findet und ausgräbt.

Ich schließe mich den Worten der "Alias"-Crew an und bedanke mich für die fünf fantastischen Jahre. Ich werde die Serie vermissen.

Dana Greve - myFanbase

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