Bewertung: 7

Review: #5.06 Hoffnungslos

Bisher liege ich in dieser Staffel mit meinen Vermutungen und Ausblicken unverhältnismäßig oft daneben. Auch meine Schwarzseherei bezüglich Luna erweist sich als unbegründet, denn sie überlebt den Anschlag der "Obamas" ebenso wie Sam, wenn auch schwerer verletzt. Dafür erwischt es vollkommen überraschend Roman, den Anführer der Autorität, der von Russell gepfählt wird. Damit, dass Roman bereits nach der Hälfte der Staffel als Blut-Pampe endet, habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Wenigstens mein Verdacht, dass sich Marcus' Rudel, oder besser gesagt das Rudel, das früher einmal Marcus' Rudel war, in Russells Diensten gestellt hat, ist korrekt. Ich spaziere also nicht nur auf dem Holzweg durch diese Staffel.

Yes We Can

Sam ist fest entschlossen, die unbekannten Attentäter, die mit Barack-Obama-Masken vor dem Gesicht heimtückische Anschläge auf Übernatürliche verüben, zur Strecke zu bringen. Wir wissen weiterhin nicht, woher diese "Obamas" ihre Informationen über Gestaltwandler haben, doch zumindest einige von diesen Typen kennen Hoyt, was darauf schließen lässt, dass sie eingesessene Bewohner von Bon Temps sind. Manche dürften wohl auch aus Hoyts und Jasons Jahrgang stammen.

Trotz der hohen Fehlerquote meiner Theorien versuche ich mich erneut an einer solchen, denn ich halte es für sehr gut denkbar, dass die Mitglieder der Sanguinista-Bewegung die heimlichen Strippenzieher hinter den Anschlägen sind und den hinterwäldlerischen Attentätern die Informationen über Gestaltwandler und andere Rassen zuspielen, damit sich die Situation zwischen den Menschen und den Übernatürlichen rapide destabilisiert.

Es fällt durchaus auf, dass Sam sich in dieser Folge mehrfach als Übernatürlicher bezeichnet und von den Menschen abgrenzt. Die Anschläge auf ihn und seine Freunde scheinen bei ihm mehr denn je das Bewusstsein geweckt zu haben, zu einer anderen Spezies zu gehören. Dieses Einzelbeispiel belegt den wachsenden Riss durch die Gesellschaft.

Es passiert

Nora, die sich zunehmend in religiöse Ekstase hinein steigert, verkündet, dass es endlich passiert. Aber WAS genau passiert? Ein heiliger Krieg zwischen den Vampiren, der entscheidet, ob sich Mainstreamers, Sanguinistas oder die Vampire dazwischen durchsetzen? Danach zumindest sieht es aus. Darüber, ob wir tatsächlich eine Rückkehr der Ur-Vampirin Lilith erleben werden, oder ob der Glaube blutig an der Realität zerbricht, traue ich mich kaum zu spekulieren, aber ich bin sehr gespannt. Wer weiß, ob der religiöse Kontext nicht letztlich auch zu einem Wiedersehen mit Roman führt. Stichwort Auferstehung. Wir Menschen wissen ja eine Menge über Kriege im Namen der Religion und der Werteordnung, nur nicht, wie man sie beendet. Mal sehen, wie das bei den Vampiren aussieht.

Russell spielt bei alledem die Vollstreckerrolle und es bestätigt sich in dieser Episode wieder einmal, dass er der mit Abstand beste "True Blood"-Bösewicht ist. Seine absolute Verachtung für die Menschen, aber auch für viele Vampire, macht ihn zu einem erschreckenden Beispiel dafür, was aus einem Wesen werden kann, das so verdammt lange lebt und so viel Macht ansammelt. Russell lässt immer wieder grandiose Sprüche vom Stapel, die vor Abscheu, Hohn und Selbstgerechtigkeit nur so triefen.

Über Salomes Part herrscht weiter Unklarheit. Wir sehen eine Träne aus ihrem Auge kullern, als Roman zerfällt, aber das zeigt erstmal nur, dass Roman ihr nicht gleichgültig war. Als einen Beweis, dass sie nicht der Kopf hinter Russells Befreiung ist, kann man dies nicht bezeichnen.

Ein paar Worte noch zu dem unglückseligen Roman. Grundsätzlich ist das Ziel der friedlichen Koexistenz von Vampiren und Menschen ja eine wunderbare Sache, die man nur begrüßen kann, doch seine Methoden waren alles andere als optimal, da er mit den Vampire sehr hart und rücksichtslos umgegangen ist. Für die Menschen hat er (nicht selten heuchlerische) Charmeoffensiven gestartet, den Vampiren dagegen hat er seine Pläne gewaltsam aufgedrückt.

Der Club der Elfen

Nachdem Sookie von dem Elfen-Nachtclub erfahren hat, stattet sie diesem höchstpersönlich einen Besuch ab, vor allem, um sicher zu gehen, dass Hadley keine Gefangene ist. Wir bekommen dabei noch einmal einen Eindruck davon, wie sich dieser Elfen-Club vom Fangtasia unterscheidet. Das Fangtasia zeichnet sich durch düstere, depressive Erotik aus, während der Nachtclub der Elfen ein burleskes Etablissement voller Theatralik und bunten Farben ist.

Für Sookie kommt es zu einem Wiedersehen mit dem Elf Claude, der ihr damals zur Flucht aus der Elfenwelt verholfen hat. Übrigens ist er auch der mysteriöse, wohlriechende Mann, der einige Episoden zuvor Jessicas Aufmerksamkeit erregt hat. Dass weder wir noch Sookie Claude wieder erkannt haben, könnte man damit erklären, dass er nun von einem anderen Darsteller gespielt wird, aber natürlich wird uns eine bessere Begründung geliefert: die Elfen können ihr Aussehen der jeweiligen Welt, in der sie sich aufhalten, anpassen.

Claude berichtet, dass Sookies und Jasons Eltern von einem Vampir getötet wurden, der Sookies Blut im Wagen gerochen hat. Dass Sookie dies nicht glauben will, kann man ihr nicht verdenken. Auch wenn wir bisher den Eindruck gewinnen durften, dass Claude einer von den Guten ist, sollte Misstrauen weiter angebracht sein, zumal Jasons Traum in dieser Episode darauf hindeutet, dass sein Vater ihn vor einer anderen Gefahr als die Vampire warnen will.

Maret Hosemann - myFanbase

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