Bewertung: 8

Review: #1.09 Anslo Garrick (Nr. 16) – Teil 1

Was für eine wahnsinnig spannende Episode. Man hält sich nicht viel mit dem üblichen Blabla auf sondern springt mitten rein in eine Folge voller Action, Spannung und interessanter Konstellationen. Im Fokus einmal mehr: Raymond Reddington.

Der titelgebende Antagonist der beiden nächsten Episoden, Anslo Gerrick, entpuppt sich als ehemaliges Ziel von Reddington, das er jedoch nicht ausschalten konnte, so dass Gerrick sich für die erlittenen Wunden Rache geschworen hat. Gerrick ist der bislang höchste Eintrag auf der schwarzen Liste und alleine die Ressourcen, die er auffährt, die Kaltschnäuzigkeit die er an den Tag legt und die Brutalität mit der er vor geht, rechtfertigen eine hohe Einschätzung, vorausgesetzt die Liste ist überhaupt nach Gefährlichkeit sortiert.

"You can't judge a book by its cover. But you can by its first few chapters, and certainly by its last."

Was ich ja interessant finde, ist die Tatsache, dass Ressler Reddington erst zurück in den USA erklärt, warum er ihn aus München her geschleppt hat. Reddington geht davon aus, dass Keen von irgendjemanden gefangen gehalten wird, während Ressler hingegen Reddington wegen eines angeblichen Angriffs auf ihn in Schutzhaft nehmen will. Ich frage mich, was die beiden auf dem langen Überflug von München nach Washington überhaupt besprochen haben. Saßen sie schweigend nebeneinander, haben Kaffee getrunken und sich übers Wetter unterhalten? Man möchte doch meinen, dass Reddington interessiert hätte, was mit Reddington los ist, aber nein, er wartet mit seinen Fragen bis er zurück in den Staaten ist. So etwas ärgert mich als Zuschauer immer etwas, auch wenn es eigentlich nur eine Kleinigkeit ist. Gut, es war nicht anders möglich, da die gesamte Geschichte sich an dieser Misskommunikation aufhing.

Aufgrund eines Maulwurfs gelingt es Anslo Gerrick, das FBI-Gebäude zu stürmen und in Beschlag zu nehmen. Bei der Invasion wird nicht lange gefackelt und interessanterweise gibt es dieses Mal Bösewichte, die nicht verzweifelt um sich schießen und nichts treffen. Es wird mehr als deutlich, dass das, was Reddington gesagt hat, durchaus Berechtigung hat. Es handelt sich bei Gerrick und seinen Schergen um hocheffiziente, kaltblütige Killer.

Das muss auch Agent Ressler feststellen, der sogleich einen Schuss ins Bein abbekommt und nur gerettet werden kann (für den Moment jedenfalls), weil Reddington sich nicht selbst der nächste ist, sondern ihm das Leben rettet. Gemeinsam verbarrikadieren sie sich in einem futuristisch anmutenden Glaskasten, über dessen Sinn und Zweck mitten im Raum sicherlich diskutiert werden kann. Ein wenig erinnert habe ich mich da an "Das Schweigen der Lämmer". Am Ende dient er wohl einzig und allein, so dass Reddington und Gerrick eine interessante Konfrontation haben können.

Es entfaltet sich ein kleines Psychospielchen zwischen den beiden Verbrechern. Gerrick versucht Red dazu zu bringen, sich zu stellen und so Resslers Leben zu retten. Im Gegenzug versucht Red sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und kontert mit seinen typischen abfälligen Bemerkungen. Am interessantesten ist jedoch nicht das Wortduell zwischen Gerrick und Reddington, sondern die verbale Annäherung zwischen Ressler und Reddington. Wir erfahren dabei, dass Ressler besessen davon war, Reddington zu schnappen und dabei sogar seine Beziehung geopfert hat. Und dass Ressler in Brüssel einst kurz davor war, Reddington zu schnappen.

"I want to sleep like I slept when I was a boy. Give me that, just one time. That's why I won't allow that punk out there to get the best of me, let alone the last of me."

Während Red und Gerrick sich duellieren, ist Elizabeth die einzige, die es irgendwie unbeschadet in die rote Zonge geschafft hat und sich dann auf den Weg macht, Reddington und Ressler zu retten. Das ist fast schon ein wenig lächerlich, aber gut. Elizabeth ist die Hauptperson in der ganzen Sache (neben Red). Man muss ihr schon etwas mehr zu tun geben als beispielsweise einen Generator wieder zum Laufen zu bringen. Immerhin ist sie die einzig verbliebene Agentin in dem ganzen Komplex, nachdem Malik und Cooper in Gerricks Hände fallen. Also macht sie sich bewaffnet bis an die Zähne auf den Weg, um Ordnung ins Chaos zu bringen. Leider gelingt ihr dies nicht sonderlich gut, denn ihr unterfangen, die Störsignale von Gerrick zu kappen, schlägt fehlt und sie selbst fällt in die Hände von Gerrick Schergen. Warum sie nicht gleich getötet wird, bleibt mir doch ein Rätsel.

Nachdem alle Bomben und Sprengstoffe gegen den Glaskasten nichts nützen, fährt Gerrick schließlich schwerere Geschütze auf und lässt zunächst Cooper vorführen, der jedoch Reddington nicht dazu bringen kann, sich zu ergeben. Warum auch, hat Red doch weder eine Verwendung für Cooper, noch ist er wichtig genug für das FBI als dass Cooper sich irgendwie für Red einsetzen würde. Der Mann ist einfach komplett wertlos für Gerrick.

Anders Luli und Dembe, die den Söldnern von Gerrick ebenfalls in die Hände gefallen sind. Als Gerrick Luli an die Scheibe presst, ist Reddington bereit, sich zu ergeben. Er hat nicht viele Freunde auf der Welt, aber die, die er um sich schart, die sind so etwas wie seine Familie. Darum bricht es ihm auch das Herz, als Gerrick nicht zögert, sie einfach zu erschießen. Es ist eine unerwartete Wendung, wenngleich Luli nie eine zentrale Rolle in der Serie hatte.

Man merkt Reddington an, dass er sich nicht auf das Spiel von Gerrick einlassen will, doch als er auch noch Dembe zu töten droht, da fleht er Cooper an, den Glaskasten zu öffnen. Doch Cooper bleibt hart. Kein Wort lässt er verlauten, warum auch immer. Wahrscheinlich, weil er nach dem Grundsatz lebt, dass man mit Terroristen nicht verhandelt. Und so bleibt Red nichts weiter übrig, als sich von seinem guten Freund zu verabschieden, bevor Gerrick ihm eine Kugel in den Kopf jagt. Oder auch nicht. Der Bildschirm wird schwarz, als ein Schuss ertönt. Wir müssen wohl abwarten, wie es in dieser nervenaufreibenden Geschichte weiter geht.

Fazit

Die erste richtig spannende Episode, die die Charaktere in den Vordergrund stellt und eine tolle Geschichte erzählen kann, die fesselt und unterhält. Mit dem fiesen Cliffhanger am Schluss macht man natürlich Lust auf mehr, so dass die nächste Folge eigentlich gar nicht schnell genug kommen kann.

Melanie Wolff - myFanbase

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