Bewertung: 6

Review: #1.07 Frederick Barnes (Nr. 47)

Der Bruch zwischen Elizabeth und Reddington ist in dieser Episode mehr als spürbar. Sie kann ihm nicht verzeihen, dass er sie hat an ihrer Ehe und dem Mann den sie liebt, zweifeln lassen, auch wenn der Zuschauer weiß, dass Tom nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Für Elizabeth hat sich ihr Mann jedoch rehabilitiert und sie gibt einzig und alleine Reddington die Schuld an ihren Zweifeln.

Dass sie ihm vorerst aus dem Weg zu gehen versucht, ist daher verständlich. Reddington hat jedoch unmissverständlich klar gemacht, dass sein Arrangement mit dem FBI nur Bestand hat, solange Elizabeth mit ihm an den Fällen arbeitet. Es war also von vorneherein absehbar, dass die beiden ihre Differenzen ad acta legen, von daher ist es am Ende nicht verwunderlich, dass Elizabeth einverstanden ist, mit Reddington weiter zusammen zu arbeiten, wenn auch nur auf professioneller Basis.

"I'm not a gumball machine, Lizzy. You don't get to just twist the handle whenever you want a treat."

Die Problematik rund um die Keens wird in dieser Episode aber erst einmal hinten an gestellt, um sich einem weiteren Mann auf der schwarzen Liste Reddingtons zu widmen. Dieses Mal handelt es sich um einen Wissenschaftler, der in einer voll besetzten U-Bahn einen tödlichen, modifizierten Virus frei lässt, der alle Insassen binnen weniger Sekunden qualvoll dahin rafft. An solchen Geschichten stört mich immer ein wenig, dass ein einzelner Mensch es schafft, mit wenigen Mitteln ein potentiell gefährliches Agens herzustellen, das als Massenvernichtungswaffen herhalten kann. Wo hat er das Virus her? Wie ist es ihm gelungen, es binnen weniger Monate oder Jahre genetisch zu manipulieren, so dass es eine Krankheit auslöst, die binnen weniger Sekunden zum Tod führt, wohingegen die Krankheit ansonsten Jahre braucht?

Allzu genau darf man wirklich nicht hinhören bei so etwas. Auch die Idee, ein groß angelegtes Experiment durchzuführen, um jemanden zu finden, der vielleicht so etwas wie eine natürliche Immunität gegen das Virus in sich trägt, ist so wie es Barnes hier gemach hat, natürlich selten dämlich. Er sucht sich gezielt große Menschenansammlungen aus, um das Virus freizusetzen und unternimmt dann rein gar nichts, um seine Identität zu verschleiern. Auch wenn das FBI normalerweise ja recht langsam reagiert, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nicht spätestens bei dritten Versuch ihm auf der Spur gewesen wären, selbst ohne die Hilfe eines Raymond Reddingtons.

Der doch recht hahnebüchene Plot wird einzig und alleine durch Robert Sean Leonard aufgewertet. Es ist doch immer wieder schön, den ehemaligen "Dr. House" - Darsteller zu sehen, sei es als verrückter Arzt bei "Falling Skies" oder eben auch hier, in der Person eines verzweifelten Vaters, der sein Wissen nutzen will, um seinen todkranken Sohn zu retten. Natürlich ist das ganze äußerst klischeehaft, aber wenigstens hat man am Ende den Mut dazu, seinen aberwitzigen Plan ein Ende zu setzen. Es gibt hier niemanden, der dem Jungen doch noch das Serum injiziert, was auch gut so ist. Wo kämen wir denn hin, wenn man wahllos Mittelchen verabreicht, die ein verrückter Wissenschaftler mit fragwürdigen Methoden aus anderen Menschen extrahiert hat.

"Every cause has more than one effect."

Wenn schon nicht der Fall punkten konnte, dann wieder, wie so oft in "The Blacklist", wenigstens das drumherum. Zum einen gibt es da einen kleinen Zwist zwischen Elizabeth und Ressler. Letzterer sieht, wie Keen in einer Geiselnahme zögert und letztendlich den gesuchten und gefährlichen Verbrecher Barnes ziehen lässt, ja sogar ihre eigene Waffe opfert. Das ist anscheinend ganz klar gegen die Statuten des FBI. Man verhandelt nicht mit Terroristen und schon gar nicht gibt man seine Waffe auf. Niemals. Daher muss Elizabeth sich nun wohl einer internen Ermittlung stellen.

Es ist schön, dass hin und wieder thematisiert wird, dass Elizabeth eigentlich noch nicht über allzu viel Felderfahrung verfügt. Als Reddington sich dem FBI gestellt hatte, war sie gerade einmal fertig mit ihrer Ausbildung als Profilierin und hat im Alltag noch einiges zu lernen. Dass Ressler dies nicht direkt mit ihr bespricht, sondern den offiziellen Weg geht, ist verständlich, denn auch wenn sie hier als Team auftreten sollen, ein Team sind Keen, Ressler und auch Malik noch lange nicht. Es ist ein zusammengewürfelter Haufen, die sich erst noch damit abfinden müssen, dass sie in vielen Fällen erst auf die Hilfe von Reddington angewiesen sind, um ihn lösen zu können. Manchmal frage ich mich ja, was sie ohne Reddington tun würden. Ob es überhaupt noch Fälle gibt, die nicht mit Personen auf seiner schwarzen Liste zu tun haben oder ist diese Liste so lange, dass irgendwann jeder mal darauf landet.... naja. Wieder täte man gut daran, nicht allzu sehr darüber nachzudenken.

Die zweite, kleine "Nebengeschichte", die durchaus interessant ist, ist die um Reddingtons früheres Haus. Er lässt Luli ein baufälliges, altes Gebäude kaufen und zunächst wird nicht ganz klar, was Reddington eigentlich damit will. Als er jedoch darin wandelt, merkt man, dass an diesem Haus einige Erinnerungen hängen. Wie er später zugibt, nicht unbedingt gute Erinnerungen, auch wenn man durch Reds Augen ein kleines Mädchen im Garten draußen spielen sieht. Was genau Reddington hier mit einer gewaltigen Explosion begraben will, wird nicht so recht klar, aber ich bin guter Dinge, dass wir hier nur an der Oberfläche gekratzt haben und wir irgendwann auch Raymond Reddington näher kennen lernen werden.

Fazit

Ein wieder mal eher zweitklassiger Fall wird erneut durch interessante Szenen zwischen den Protagonisten aufgewertet. Wie lange allerdings so etwas noch gut geht, ehe man als Zuschauer die Geduld verliert, bleibt abzuwarten.

Melanie Wolff - myFanbase

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