Bewertung: 7

Review: #15.14 Last Holiday

Foto: Jared Padalecki & Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jared Padalecki & Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach der coronabedingten Zwangspause beginnt für „Supernatural“ nun doch noch der große Endspurt. Sieben Folgen sind es noch, bis dann ein letztes Mal "Carry On" ertönen wird. Mit #15.14 Last Holiday hat man dabei einen sehr passenden Mini-Auftakt gewählt. Es passiert zwar nicht viel in der großen Storyline, dafür ist es einfach eine richtige Feel-Good-Episode, bevor es wieder zum Ernst der Welt(-en)rettung zurückgeht.

Mrs. Butters – die Mary Poppins Waldnymphe

Nachdem es sich um eine Filler-Folge gehandelt hat, hat man sich auch keine allzu große Mühe gegeben, das plötzliche Auftauchen von Mrs. Butters zu erklären. Ein Neustart des Bunkersystems und auf einmal ist sie da. Praktischerweise ist sie nicht nur Hausmädchen, sondern auch noch das Schutzsystem der Men of Letters. Hier hat man ganz geschickt eine Verbindung in die Vergangenheit geschaffen und mit den Men of Letters den Ursprung des Bunkers, Sam und Deans Vermächtnis und Abaddon noch einmal aufgegriffen. Im Nachhinein ist die Geschichte von Mrs. Butters allerdings alles andere als herzlich. Von den Men of Letters habe ich noch nie allzu viel gehalten. Ihr Konzept mit den Monster-Historikern war echt vielversprechend, letztlich haben sie es sich bei mir aber mit ihrem Schwarz-und-Weiß-Weltbild verscherzt. Auch Mrs. Butters wurde nur für ihren Zweck ausgenutzt, und zuvor schön mit Folter gebrainwashed, damit sie ihre Entführer als Familie ansieht. Immerhin hat sie nun nach all den Jahren endlich ihre Freiheit zurückbekommen.

Mrs. Butters fegt nun also wie ein magischer Roomba (wie Dean es so schön ausgedrückt hat) durch den Bunker und wirbelt das Leben der Bewohner ganz schön auf. Auf einmal gibt es einen praktischen Monsterradar, dank dem sich die Winchesters die ganze Mühe sparen können, Fälle zu suchen. Das war für den Verlauf der Episode zwar ganz sinnvoll, aber ich bin froh, dass es bei einem einmaligen Ereignis geblieben ist. Denn das hatte wenig mit der altbekannten Jagd zu tun, wenn Sam und Dean einfach nur noch in den Raum platzen und Monster wegpusten müssen.

Aber eigentlich ging es ja sowieso nicht um die Jagden, sondern um die Familie. Die im Bildschirm, aber auch die davor, denn die Montage, in der wir ihnen beim Feiern verschiedenster Feste zusehen konnten, war wohl mindestens genau so sehr Fanservice wie nettes Miteinander der Charaktere. Thanksgiving, Halloween, Weihnachten, 4th of July, Geburtstage – alles was das Herz begehrt. Dazu noch eine unglaublich familiäre Atmosphäre, allen voran Sam und Dean, die jenseits von Jagd-Stress mal wieder einfach Brüder sein konnten, die einander auf die Nerven gehen und sich übereinander lustig machen. Alleine schon Deans Mimik während der ganzen Folge war herrlich anzusehen. Getragen wurde dies zu großen Teilen natürlich auch von den Schauspielern, denen man einfach anmerkt, dass hier nicht viel geschauspielert werden musste.

"Do you still think I’m a monster?"

Die zentrale Figur der Folge war Jack. Seit er seine Seele zurückbekommen hat, prasseln nun die Taten der letzten Zeit auf ihn ein. An erster Stelle: Marys Tod. Kein Wunder also, dass er sich lieber in seinem Zimmer verkriecht, als sich den anderen zu stellen. Selbst die süße backende Mrs. Butters wittert bei ihm Gefahr. Wirklich unverständlich ist das nicht. Neutral gesehen ist Jack nun mal sehr mächtig und unberechenbar. Aber Jack ist Familie. Und genau da liegt der große Unterschied. Egal, dass Dean Jack noch nicht ganz verzeihen kann. Als der wieder dazu gebracht werden soll, Jack umzubringen, weigert er sich erneut – ähnlich wie im letzten Staffelfinale. Nur dass diesmal sofort klar ist, auf wessen Seite Dean steht – nämlich auf Jacks. Das hat man im Laufe der Folge ganz deutlich aufgezeigt. Zunächst ist Dean Jack gegenüber noch etwas distanziert, dann spricht er ihm gegenüber offen über seine Gefühle und darüber, dass er die Vorkommnisse eben noch nicht ganz vergessen kann. Trotzdem bekommt Jack am Ende einen Geburtstagskuchen von Dean (der ganz nebenbei überraschende Ähnlichkeit mit dem Kuchen hatte, den Harry Potter einst von Hagrid bekam). Neu ist es für die Winchesters nun wirklich nicht, Unverzeihliches zu verzeihen, darin sind sie schon geübt. Und so heißt es für Jack nun: Wünsch dir was. Der vermutlich größte Wunsch von Jack wird es gewesen sein, dass er wieder richtiger Teil der Winchesters ist und dieser Wunsch dürfte sich erfüllt haben.

Gleichzeitig war es wichtig, dass Jack nicht nur auf seine Schlüsselrolle im großen Endspiel reduziert wird. Natürlich geht es letztlich darum, dass es Jack sein muss, der sich Chuck stellt. Trotzdem gehört Jack eben auch zu ihrer erweiterten Familie. Vielleicht hat man auch deswegen den Charakter der Mrs. Butters eingebaut, deren angebliche Familienrolle bei den Men of Letters im Nachhinein doch alles andere als familiär war.

Fazit

Die letzte Etappe beginnt mit einer Konzentration auf das Wichtigste der Serie: die Familie. Abgesehen von einigen sehr netten Szenen zwischen den Charakteren und der offiziellen Wiederaufnahme von Jack in die Familie, sind die Winchesters ihrem großen Ziel aber nicht viel näher gekommen. Jack steht immer noch vor seiner letzten Prüfung und er muss sich immer noch mit Chuck messen. Bei manchen Serien kann man das Ende schon lange vorher sehen, bei "Supernatural" sieht das, zumindest für mich, anders aus. Nicht zuletzt liegt das daran, dass Fantasy-Serien einfach mehr Möglichkeiten haben, eine Geschichte weiterzuspinnen, als Serien der realen Welt. Es steht viel auf dem Spiel, es wird wohl sicher nicht jeder Charakter überleben und dann ist da noch die große Frage, was am Ende aus Sam und Dean wird. Ich bin gespannt und kann es kaum erwarten, wie diese Geschichte ausgehen wird.

Denise D. - myFanbase

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