The Beast in Me - Reviews
Staffel 1

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In unseren Kritiken schildern unsere Autoren und Autorinnen ihren ersten Eindruck von einer Episode in Form einer kurzen Review. Nutzt die Gelegenheit, eure Meinung zu diesen Folgen kundzutun und mit uns über die Serie "The Beast in Me" zu diskutieren.

#1.01 Stick Puppy

Foto: Claire Danes, The Beast in Me - Copyright: 2025 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Claire Danes, The Beast in Me
© 2025 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Ich bin ja inzwischen immer mal etwas später dran, wenn es um neue Serien geht und so hat mein guter Vorsatz zum neuen Jahr, das ein oder andere zügig aufzuholen, dazu geführt, dass ich mir, als großer "Homeland"-Fan, die Netflix-Serie "The Beast in Me" doch mal vornehmen wollte. Und auch wenn ich noch nicht ganz sicher bin, ob das die beste Idee war, so muss ich schon sagen, dass diese erste Episode zumindest erst mal sehr viel in die Wege geleitet hat, was neugierig macht. Es mangelt nämlich an Fakten, es gibt dafür aber sehr viele subjektive Wahrnehmungen und ein Szenario, was mich dann aber doch etwas zu sehr an "Homeland" erinnert. Fangen wir bei Claire Danes an, die als Schriftstellerin Aggie Wiggs mit einem Werk voll eingeschlagen hat, mit dem Verlust ihres Sohnes nach einem Unfall(?) vor vier Jahren aber enorm gezeichnet ist, seitdem nicht mehr viel zustande brachte, sich in ihrem Haus vollkommen zurück gezogen hat und eigentlich therapeutische Hilfe benötigt. Sie ist überzeugt, dass der Fahrer des anderen Autos betrunken war, so den Unfall verursacht hatte und somit Schuld trägt, durch eine Weigerung eines Alkoholtests am Tatort aber nichts nachgewiesen bekommen konnte. Claire Danes spielt also wieder einen kaputten Charakter, der die Wahrheit sucht, aber irgendwie auch für sich Genugtuung braucht. Da kommt der neue Nachbar, Nile Jarvis (Matthew Rhys), irgendwie gerade recht, um sich an ihm abzuarbeiten und aus Prinzip alles doof zu finden, was er in die Nachbarschaft einbringt. Eigentlich stört er. Doch er wird sich wohl als weiteres Mysterium heraus stellen, denn angeblich hat er seine Frau auf dem Gewissen, was man ihm aber auch nie nachweisen konnte. Der damals ermittelnde Agent glaubt das aber bis heute und warnt Aggie vorsorglich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt mitten in der Nacht. Hier wurde für meine Begriffe etwas unnötig Spannung um Horrorfilm-Format inszeniert, aber eventuell gibt es da noch ein paar spätere Momente, sodass es dann irgendwie passt. Jedenfalls ist die FBI-Agenten-Aussage durchaus glaubhaft, weil Nile neben seiner sehr charmanten Art auch gleich mal sein aggressives Potenzial zur Schau stellt und dann plötzlich der potenzielle Schuldige am Tod von Aggies Sohn verstirbt, nachdem Aggie Nile erzählt hat, wie sie bis heute darunter leidet, ihn immer in der Stadt sehen zu müssen. Es ist also alles so konstruiert, dass Nile Dreck am Stecken hat und sich da immer rausmanövriert mit seinem Reichtum. Oder ist das alles nur Zufall und ein typisches "Ich schaue zu viele Krimis"-Konstrukt? Mit dieser Ungewissheit bleibt man zurück und ahnt, dass Claire Danes genau diese Ungewissheit mit intensiver Recherche wie damals bei Nicholas Brody in "Homeland" beseitigen will, offenbar auch schnell ihre Meinung hat und deswegen wohl noch mehr Schwierigkeiten haben wird, Wahrheit und Fiktion auseinander zu halten. Und unter Druck steht sie zusätzlich. Ihr Haus ist alt, das Geld ist knapp und eigentlich muss sie ein neues Buch liefern. Stoff dafür bekommt sie gerade gratis. Aber ungefährlich wird das wohl auch nicht sein. Jedenfalls hat diese erste Episode erst mal sehr gut alle Grundlagen eingeführt und man kann gespannt sein, wo die Reise nun hingehen wird. Überzeugt bin ich aber noch nicht.

#1.02 Ich will einfach nicht allein sein

Foto: Brittany Snow & Claire Danes, The Beast in Me - Copyright: 2024 Netflix, Inc.; Chris Saunders/Netflix
Brittany Snow & Claire Danes, The Beast in Me
© 2024 Netflix, Inc.; Chris Saunders/Netflix

Der Rahmen wurde gesetzt, jetzt geht es rein in die Storyline. Aggie erfährt natürlich vom Verschwinden des vermeintlichen Mörders ihres Kindes, kann aber nicht so richtig Genugtuung empfinden, weil ihr Kopfkino angeht. Sie hat Nile eben erst davon erzählt, seine Reaktion war durchaus beängstigend und jetzt passiert direkt das. Zufall? Natürlich soll man als Zuschauer ebenso wie Aggie erst mal Nile verdächtigen, es ist aber auch offensichtlich, dass es nicht so geradlinig in den nächsten Episoden weitergehen wird. Eher werden viele Fragen und Geheimnisse sicherlich für ein Hin und Her sorgen. Aggie fühlt sich durch den FBI-Agenten Brian (David Lyons) jedenfalls motiviert, hier mehr zu sehen als Zufall, doch dieser blockt direkt und sagt, dass er sich nicht bei ihr hätte melden sollen. Interessant. Wurde er direkt bedroht? War es wirklich nur eine Kurzschlussreaktion nach zu viel Alkohol? Der alte Fall wird sicherlich noch ein Thema sein, auch ohne weitere Parallelen. Und Nile ist wirklich alles zuzutrauen, so wie man ihn bisher inszeniert hat. Und dann kommen auch noch weitere Aspekte dazu. Aggies Schreibblockade hält sich nun schon Jahre und sie hat ihre Lektorin/Verlegerin (Deirdre O'Connell) immer belogen, als sie behauptete, mit ihrem neuen Buch schon zur Hälfte fertig zu sein. Ihr Ausweg ist eine neue Idee, nämlich über Nile zu schreiben. Er und seine neue Frau Nina (Brittany Snow) sind zunächst unentschlossen, aber offenbar wittern sie da eine Chance. Es wird also enger zwischen Nile und Aggie, doch dieser vertraut Aggie nicht bedingungslos. Ihr Haus zu verwanzen ist allerdings dann doch sehr heftig und macht mehr den Eindruck, dass er Aggie nicht ansatzweise vertraut. Welche Rolle Nina dabei spielen wird, bleibt auch noch abzuwarten. Man hat Brittany Snow sicherlich nicht als Sidekick für die Miniserie verpflichtet. Dass sie Interesse an der Kunst von Aggies Ex Shelley (Natalie Morales) hat, bringt jedenfalls eine interessante, weitere Komponente ins Spiel, deren Tragweite noch nicht absehbar ist. Ebenso ist noch nicht klar, warum man in der Episode so viel wert auf Brians Verhältnis zur Kollegin Erika (Hettienne Park) gelegt hat, aber man baut hier offenbar diverse Abhängigkeiten auf, die das Handeln der Charaktere sicherlich dann gut begründen können. Die Episode schafft es jedenfalls, das "Storyline"-Netz zu vergrößern und erste Verbindungen zu erstellen. Und man hat gleichzeitig die Ahnung, wie es weitergehen könnte, aber auch dass es alles ganz anders kommt. Es bleibt also äußerst spannend. Einziges Defizit: Claire Danes ist wieder so in ihrem Verschwörungsspiel drin, dass ich nicht davon loskomme, Carrie Mathison zu sehen und auch beim Schreiben der Review immer wieder Carrie statt Aggie schreiben wollte. Das ist mir leider charakterlich zu nah beieinander. Ich hoffe, da kommt noch eine Abgrenzung.

#1.03 Der Elefant im Raum

Foto: Claire Danes & Matthew Rhys, The Beast in Me - Copyright: 2025 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Claire Danes & Matthew Rhys, The Beast in Me
© 2025 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Aggie ist eigentlich überzeugt, dass Nile ein Mörder ist und sucht nach jeder Kleinigkeit, um diese Meinung zu bestätigen. An ihrer Seite weiß sie nun doch den FBI-Agenten, der eigentlich nichts mehr damit zu tun hat, dann aber doch von der Idee angefixt ist, Nile doch etwas nachweisen zu können und so vielleicht doch noch Recht zu bekommen und sich im FBI zu rehabilitieren. Wir bekommen aber auch deutlich mitgeteilt, wie diese Besessenheit eben auch gefährlich werden kann und einen ruinieren könnte. Das scheint dann schon fast wie eine Droge zu sein, der Brian dann auch wieder verfällt. Er bricht zwar ziemlich geschickt und gekonnt ins Anwesen von Niles ein, loggt sich im Computer ein und kopiert viele Daten, kann dann aber nicht problemlos flüchten und wird von einem Hund ziemlich stark verletzt. Jetzt kann man nur gespannt sein, ob die gestohlenen Daten das wert waren. Aggie indes wird von Nile zur Rede gestellt, weil sie mit Brian gesehen wurde. Sie findet jedoch eine clevere Ausrede und behauptet, sich mit ihm getroffen zu haben, um andere Perspektiven für das Buch einzufangen. Das gefällt Nile zwar nicht, aber er muss auch einsehen, dass es journalistisch gesehen schon richtig ist. Interessant ist dabei vor allem, dass sie ähnlich gegenüber Nina argumentiert, weshalb diese ihrer Ex-Frau Shelley niemals diese einmalige Gelegenheit geben dürfe. Ich finde das ja eigentlich etwas sehr plump und bin auch verwirrt, warum es Aggie dann doch so sehr um das Buch geht. Ich dachte eher, es ist Mittel zum Zweck, um mehr über Nile zu erfahren. Das klappt dann auch, als dieser Aggie zur Kindergeburtstagsfeier einlädt, mit echtem Elefanten. Was man alles machen kann, wenn man zu viel Geld hat. Die einen kratzen das Geld zusammen, um mit vier Kindern in eine Tobewelt zu gehen, die anderen lassen einfach für einen Tag eine Tobewelt bauen. Ich mag es, wenn in solchen Szenen dann kurz Befindlichkeiten wieder auftauchen, die wie Beiwerk wirken, aber eigentlich ziemlich wichtig sind. So hat Aggie logischerweise sehr damit zu kämpfen, so viele Kinder zu sehen. Der Schicksalsschlag, sein Kind zu verlieren, steht nun mal über allem. Vielleicht erklärt das auch einen Teil von Aggies Risikobereitschaft und Unerschrockenheit, obwohl sie durchaus Angst vor Nile hat. Und man kann ihr das auch nicht verdenken. Die Szene auf dem Hochhaus war schon gruselig, auch wenn klar war, dass in der dritten Episode nicht der Hauptcharakter in den Tod geschickt wird. Man hat ein Gefühl dafür bekommen, dass Nile zu allem bereit sein könnte und wie er mit dieser Attitüde spielt und das sichtlich genießt. Das können noch interessante Aufeinandertreffen werden.

#1.04 Thanatos - Der Todestrieb

Review folgt...

#1.05 Gelage

Review folgt...

#1.06 Das Biest und ich

Review folgt...

#1.07 Geister

Review folgt...

#1.08 Das letzte Wort

Review folgt...

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Diskutiert mit uns in den Kommentaren über die "The Beast in Me"-Episoden der ersten Staffel.

Emil Groth - myFanbase

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