Ginny & Georgia - Review des Piloten

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Als ich das erste Mal von "Ginny & Georgia" gehört habe, war ich mir anfangs nicht ganz sicher, ob das eine Serie wäre, die ich nun unbedingt schauen müsse. Als ich dann aber gelesen habe, dass die neueste Netflix-Serie mit den "Gilmore Girls" verglichen wird, die ich mit den Jahren mehr als lieben gelernt habe, wurde ich doch neugierig. Doch ist "Ginny & Georgia" tatsächlich ein würdiger Nachfolger für die beliebte Serie der 2000er? Findet es jetzt heraus.

Gilmore Girls 2.0?

Foto: Ginny & Georgia - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Ginny & Georgia
© 2020 Netflix, Inc.

Wenn ich an die "Gilmore Girls" zurückdenke, erinnere ich mich an das wohlige Gefühl, welches ich immer hatte und habe, wenn ich die Serie geschaut habe. Es war jedes Mal wieder vertraut und schön, diesen Zusammenhalt der Stadtbewohner und die Beziehung zwischen Lorelai und Rory zu sehen. Das Ganze liegt aber nun auch schon etwas mehr als 20 Jahre zurück und das heißt auch, dass sich die Zeiten ändern. Somit muss man sich die Frage stellen: Würde eine solche Serie auch heutzutage funktionieren, wenn man sie modernisieren würde? Diese Antwort liefert uns nun Netflix mit "Ginny & Georgia" in einer zehnteiligen ersten Staffel. Meine Antwort auf diese Frage ist: Ich weiß es nicht.

Mit Ginny (Antonia Gentry) lernen wir die erste Protagonistin kennen. Da sie sich zu diesem Zeitpunkt in der Schule im Unterricht befindet und diesem still folgt, nehmen wir nur ein Voice-over von ihr und ihrer Mutter wahr. Durch dieses erfahren wir, was sie als 15-Jährige bereits mit ihrer Mutter Georgia (Brianne Howey), die sie mit 15 Jahren bekommen hat, erlebt hat. Dadurch wird mir als Zuschauerin schon deutlich signalisiert, dass wir es offenbar mit einer Mutter zu tun bekommen werden, die vorwiegend über Männer und Sex redet, da Ginny bereits mit sieben Jahren aufgeklärt wurde. Hier kam mir der Gedanke, dass Georgia nicht wirklich mit Lorelai vergleichbar ist. Kurz nach dieser Einführung erfahren Ginny und wir Zuschauer, dass ihr Stiefvater nach einem Verkehrsunfall gestorben ist. Damit tauchen wir eigentlich erst richtig in die Geschichte ein.

Foto: Diesel La Torraca & Brianne Howey, Ginny & Georgia - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Diesel La Torraca & Brianne Howey, Ginny & Georgia
© 2020 Netflix, Inc.

Bei der anschließenden Beerdigung lernen wir neben Ginnys Bruder Austin (Diesel La Torraca) auch deren Mutter Georgia kennen und sofort zeichnet sich ab, dass Ginny die bodenständige und verantwortungsbewusstere Person der beiden ist. Georgia wirkt beim darauffolgenden Umzug sehr aufgedreht und auf mich sehr anstrengend, so dass ich mich gefragt habe, ob ich überhaupt die Pilotfolge überstehen würde, immerhin scheint dies einer ihrer Wesenszüge zu sein und diese zeigen sich auch im weiteren Verlauf. Vor allem wird aber auch deutlich, dass sie ein deutliches Muster hat, welches auch ihren beiden Kindern bereits auffällt.

Georgias Muster besteht darin, dass sie sich nicht nur immer stets aufhübscht, sondern auch ständig auf Männerfang ist. Wobei man hier sagen muss, dass sie das wahrscheinlich nicht einmal absichtlich macht, sondern es einfach an ihrem Auftreten selbst liegt. So macht sie auch schnell Bekanntschaft mit Wellsburys Bürgermeister Paul (Scott Porter) und das sehr zum Leidwesen ihrer Kinder, denn diese Wissen, sollte sich mehr aus dieser Begegnung entwickeln - und dies hat durchaus den Anschein - und es geht dann in die Brüche, dann heißt es für die Familie erneut umziehen und das das sechste Mal. Darauf hätte ich auch keinen Bock.

Allerdings scheint es in dieser Pilotfolge anders zu laufen. Während Ginny nämlich in der Vergangenheit keine Freundschaften schließen konnte, weil sie ständig mit ihrem Bruder und ihrer Mutter umziehen musste, scheint es nun anders zu sein. Denn Ginny kann sich recht schnell in ihrer Klasse behaupten und imponiert damit ihrer Klassenkameradin Maxine (Sara Waisglass), die kurzum beschließt, ihre Freundin zu werden. Maxine ist die Coole in der Serie. Immer was zu sagen, immer schlagfertig und direkt und dazu noch lesbisch, was sie ebenfalls ziemlich schnell klar macht. Damit ist sie aber auch das komplette Gegenteil zu ihrem Zwillingsbruder Marcus (Felix Mallard), den ich schon jetzt als Dauerkiffer bezeichnen möchte. Aber irgendwo ist er eben doch ein liebenswerter Kerl, der aber anscheinend drauf und dran ist, zweigleisig zu fahren. Neben seiner Freundin Padma (Rebecca Ablack) schläft er nämlich mit Ginny, möchte aber vermeiden, dass seine Freundin etwas davon mitbekommt das kann ja nicht lange gut gehen. Mir würde eine Verbindung zwischen Ginny und Hunter (Mason Temple) sehr viel besser gefallen und so wie es am Ende gewirkt hat, scheint auch Ginny dieser Überzeugung zu sein.

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Foto: Antonia Gentry, Ginny & Georgia - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Antonia Gentry, Ginny & Georgia
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Apropos Verbindung. Mal abgesehen davon, dass ich jetzt noch keine zwischen Georgia und Paul brauche, gefällt mir die aufkeimende Freundschaft zwischen Georgia und ihrer Nachbarin Ellen (Jennifer Robertson), die zudem auch die Mutter von Maxine und Marcus ist, ziemlich gut. Sie scheint ein bisschen das Gegengewicht zu Georgia zu sein und zusammen scheinen sie sich gegen die anderen Helikoptermütter zu verbünden. Wobei, die schlechteste Mutter ist Georgia nun auch nicht. Sie ist definitiv anstrengend in ihrer Art, keine Frage. Aber sie setzt sich auch für ihren Sohn ein, als jener von anderen Mitschülern schikaniert wird, wenn auch ihre Methode dahingehend wirklich nicht zimperlich ist.

Ein bisschen Backstory bezüglich Georgia gibt es auch. Wobei ich mich frage, ob sie tatsächlich Georgia heißt, wenn ich die Flashbacks noch einmal Revue passieren lasse. Na ja, vielleicht erfahren wir es noch im Verlauf der Staffel. Interessant bei den Flashbacks war auf jeden Fall, warum Georgia ist, wie man sie eben jetzt kennt. Ebenso, warum Ginny tatsächlich ein Problem mit ihrem Stiefvater hatte. Ich bin mal gespannt, ob uns diese Flashbacks die gesamte Staffel über begleiten und wir so Stück für Stück ein mögliches Puzzle zusammengesetzt bekommen.

Fazit

"Ginny & Georgia" wird definitiv nicht "Gilmore Girls" 2.0, dafür finde ich persönlich Georgia viel zu nervig und anstrengend. Auch fehlt mir (noch) dieses Feel-Good-Feeling. Aber so ganz möchte ich diesen Piloten auch nicht verteufeln, denn dieser hatte durchaus gute Momente. Besonders in den Flashbacks zeigt sich, dass Georgia wohl tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

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Daniela S. - myFanbase

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