DVD-Rezension: Grimm, Staffel 2

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Durch die Kombination von Crime-Serie und Märchenthema brachte NBC mit seiner Serie "Grimm" einen Überraschungserfolg, der im März 2012 um eine 22 Episoden umfassende zweite Staffel verlängert wurde. Gleichzeitig stockten die Macher den Hauptcast der Serie durch Bree Turner als Rosalee Clavert auf und beförderten Claire Coffees Charakter Adalind Schade ebenfalls zur Hauptfigur. Zum Schluss der zweiten Staffel musste zudem Russel Hornsby (Hank Griffin) aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einlegen, da er sich einer Operation an der Achillessehne unterziehen musste. Die Abwesenheit schrieben die Autoren so in die Serie hinein, dass Hank auf Zwangsurlaub geschickt wurde. Insgesamt konnte so auf lange Sicht eine neue Storyline für die folgende dritte Staffel kreiert werden.

In Deutschland kamen die Zuschauer zwischen dem 26. August 2013 und 27. Januar 2014 auf dem Sender VOX in den Genuss der Ausstrahlung. Zwar sanken die Zuschauerzahlen im Vergleich zur ersten Staffel, jedoch lagen sie während der gesamten Staffel über dem Senderdurchschnitt. Am 10. April 2014 erschien die zweite Staffel der Serie in Deutschland bei Universal Pictures Home Entertainment auf DVD und Blu-ray.

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Inhalt

Foto: Grimm - Copyright: 2014 Universal Pictures; Michael Muller/NBC
Grimm
© 2014 Universal Pictures; Michael Muller/NBC

Die zweite Staffel beginnt ohne Zeitverzögerung, wo die erste Staffel samt Cliffhanger endete. Nick (David Giuntoli) findet einiges über seine Familie und Vergangenheit heraus, während seine Freundin Juliette (Bitsie Tulloch) immer noch im Koma liegt. In einem Rennen gegen die Zeit kann Nick mit Hilfe von Rosalee und Monroe (Silas Weir Mitchell) das entstandene Chaos bezwingen, doch am Ende ist es Nicks Chef Sean Renard (Sasha Roiz), der Juliette, von allen unbemerkt, aus dem Koma küsst. Alles scheint normal und Juliette geht es gut, bis sie feststellt, dass sie sich nicht an Nick erinnert und keinerlei Gefühle für ihn hat.

Im Verlauf der zweiten Staffel versuchen nun Nick und Juliette wieder zueinander zu finden, worunter der Grimm deutlich leidet, da seine Freundin nicht nur keine Erinnerungen an Nick hat, sondern auch Gefühle für einen anderen Mann entwickelt. Dafür kommen sich Monroe und Rosalee mit der Zeit immer näher.

Für Hank eröffnet sich mit dem Drama, das Nick konstant begleitet, plötzlich eine vollkommen neue Welt, als Nick ihm eröffnet, was er ist. Hank findet sich schnell zurecht und wird zu Nicks rechter Hand im Kampf gegen mörderische Monster.

Foto: Grimm - Copyright: 2014 Universal Pictures; Michael Muller/NBC
Grimm
© 2014 Universal Pictures; Michael Muller/NBC

Sean Renard und seine Familienverstrickungen um die königliche Familie und ihre Jagd nach den Schlüsseln der Grimms, rückt im Laufe der zweiten Staffel immer weiter in den Mittelpunkt. Dazwischen steht Renards Exfreundin Adalind, die nach den Ereignissen in Portland nun kein Hexenbiest mehr ist. Sie bändelt früh mit Renards Halbbruder in Wien an und muss kurz darauf feststellen, dass sie schwanger ist. Das Baby ist in jeden Fall von royalem Blut, egal ob Renard oder sein Bruder der Vater ist, somit ist es für die Welt der Wesen wertvoll und Adalind versucht daraus persönlichen Vorteil zu schlagen, indem sie versucht ihre Hexenbiestkräfte zurück zu gewinnen.

Schlussendlich kollidieren die Storylines um Nick mit der um die Royals und es kommt zum großen Showdown, bei dem Nick und seine Gefährten den Überblick verlieren und in einen Sog von unerwarteten Ereignissen gezogen werden, die alle nur ein Ziel haben: Den Schlüssel finden.

Rezension

Foto: David Giuntoli & Russell Hornsby, Grimm - Copyright: 2014 Universal Pictures; Scott Green/NBC
David Giuntoli & Russell Hornsby, Grimm
© 2014 Universal Pictures; Scott Green/NBC

Mit der zweiten Staffel gelingt den Machern von "Grimm" die Herausforderung einer zweiten Staffel zu meistern, die darin liegen, den Kern der Geschichte aus der ersten Staffel zu erhalten, aber neue Handlungsstränge zu spinnen und den Charakteren mehr Profil zu geben und somit den Fokus auf sie zu setzen. Gerade dieser Fokus ist für eine Procedural-Serie wie "Grimm" besonders wichtig, denn so entsteht etwas Wiederkehrendes, das die Zuschauer nach einer abgeschlossenen Episode beim nächsten Termin wieder einschalten lässt. Sowohl die Geschichte als auch die Charaktere bekommen in dieser zweiten Season mehr Tiefgang und können so den Spannungsbogen über die gesamte Staffel aufrecht erhalten.

Ging es in der ersten Staffel noch darum vor allem Nick in Bezug zu seiner Vergangenheit, seiner neuen Zukunft und zu seinen Mitmenschen zu setzen, erkennen die Autoren die Möglichkeit diese Figuren nun mehr in das Geschehen einzubinden und so zum Teil der Geschichte zu machen. Sie sind nun nicht mehr Mittel zum Zweck, um Nick vorzustellen, sondern bekommen alle ihre eigenen Geschichten geschrieben. Zwar ist die um Hank eher dürftig gesät, da er mit dem Umstand, dass Nick ein Grimm ist, relativ schnell gut zurecht kommt, doch dafür entschädigt das Drama um Juliettes Gedächtnisverlust und die subtil erzählte Entwicklung der Liebe zwischen Rosalee und Monroe. Durch Juliette wird der in der ersten Staffel meist Außen vor stehende Sean Renard in den Vordergrund geführt und mit ihm die Geschichte um die Royals und Adalind. So interagieren zwar nicht alle Hauptdarsteller miteinander, sie sind sogar teilweise über viele tausende Kilometer getrennt, trotzdem entsteht ein einheitliches Bild, welches die phantastische Welt von "Grimm" für den Zuschauer greifbar und rund macht. Außerdem wird gerade der Zuschauer durch sein alleiniges Allwissen über jeden Vorgang zum Teil der Geschichte und emotional daran gebunden, denn er verzweifelt mehr als einmal vor dem Fernseher, wie die Ereignisse zusammen kommen.

Die zweite Staffel funktioniert vor allem aufgrund der erstklassigen Chemie zwischen den Hauptdarstellern, die es schaffen jedem Charakter nicht nur Leben einzuhauchen, sondern eine Seele zu geben. Dabei wird jeder seinen Erwartungen gerecht und kann die Zuschauer von sich überzeugen, sodass man mit ihnen lebt und leidet. Man hofft die ganze Staffel über, dass Juliette wieder zu ihren Erinnerungen und Gefühlen findet, denn David Giuntoli schafft es den darunter leidenden Nick erstklassig darzustellen. Der Schauspieler schafft die Gratwanderung zwischen Action als Grimm und Liebeskummer als Freund überzeugend zu spielen.

Foto: Silas Weir Mitchell & Bree Turner, Grimm - Copyright: 2014 Universal Pictures; Scott Green/NBC
Silas Weir Mitchell & Bree Turner, Grimm
© 2014 Universal Pictures; Scott Green/NBC

Nicht zuletzt tragen aber vor allem die phantastischen Sets und atemberaubenden Masken zur Stimmung bei "Grimm" bei. So wird aus der Crime-Serie auch in der zweiten Staffel ein Erlebnis für das Auge. Außerdem geht jedem Märchenkenner das Herz auf, wenn er Figuren aus ebendiesen Welten der Gebrüder Grimm hier in einer erwachsenen Umgebung erlebt, die kunstfertig und mit viel Talent in die moderne Welt eingefügt werden.

Die DVD-Box selbst enthält die üblichen Extras. Auf jeder DVD gibt es im Menü eine Kategorie mit herausgeschnittenen Szenen. Diese sind nicht lieblos aneinander geheftet in einem letzten eigenen Abschnitt, sondern nach Episoden chronologisch geordnet. Sie sind zwar nicht synchronisiert, doch die Untertitel werden in deutscher Sprache automatisch eingeblendet. Zuletzt findet sich aber auch eine Episode, in welche die herausgeschnittenen Szenen eingefügt wurden und die so über etwa zehn Minuten länger läuft, als das Original. Neben den zusätzlichen Szenen, die zwar nichts zur Story beitragen, aber durchaus noch den ein oder anderen Schmunzler beim Zuschauer provozieren, gibt es ein Segment mit Outtakes und Witzeleien am Set, das erst zum Ende hin wirklich lustig wird. Auf der letzten DVD finden sich weitere Extras, wie eine Mini-Serie um Rosalees Shop und das ein oder andere Making-Of.

Technische Details

Erscheinungstermin: 10. April 2014
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 910 Minuten (22 Episoden)
Bildformat: 16:9 1.77:1
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch

Fazit

Alles in allem ist die zweite Staffel der Crime-Serie "Grimm" gelungen. Die Charaktere bekommen deutlich mehr Tiefgang und alle eigene Storylines geschrieben, was die Welt der Serie erweitert. Dabei werden immer mehr Details aufgezeigt, die die Serie zu einem echten Juwel zwischen all der mittlerweile existierenden Crime- und Märchenserien macht. Die DVD-Box sticht allerdings nicht aus dem riesigen Sumpf hinaus, trotzdem bietet sie neben den Episoden eine nette Auswahl an Extras, die in jedem Fall zum Spaßfaktor beitragen, den die Serie kreiert.

Jamie Lisa Hebisch - myFanbase