Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht - Review #1.04 Die große Woge

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Die vierte Episode von "Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht" bringt weiter viel Input in die Serie, was vor allem daran liegt, weil so viele kleine Geschichten/Entwicklungen gleichzeitig erzählt werden (und dabei wurden die Haarfüßler auch noch komplett außen vor gelassen). Da muss man erst mal sortieren.

Foto: Morfydd Clark, Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht - Copyright: Amazon Studios; Courtesy of Prime Video
Morfydd Clark, Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht
© Amazon Studios; Courtesy of Prime Video

"Die Königin ist entweder blind oder eine Elbenfreundin"

Die Episode beginnt gleich mal mit einer spontanen Montagsdemo, in der Galadriel (Morfydd Clark) als die große Gefahr dargestellt wird, die sinnbildlich für ihr ganzes Volk steht, welches nach und nach die Menschen in Numenor irrelevant macht. Verschwörungstheorien sind einfach zu herrlich. Ich erwähne das hier eigentlich auch nur, weil der Kanzler (Trystan Gravelle) in Vertretung der Königin (Cynthia Addai-Robinson) äußerst souverän und nachdrücklich dafür sorgt, dass dieser kleine Aufstand im Keim erstickt wird. So nimmt man den Menschen die Angst. In der Episode nimmt es dann aber doch noch eine eindeutige Wendung, denn die Königin wird doch noch zur Elbenfreundin, weil sie die Zeichen doch noch richtig zu deuten weiß und ihr strenges Auftreten Numenors Untergang bedeuten würde. Ich mag diese Symbolik eigentlich immer ganz gerne, aber das war insgesamt doch sehr offensichtlich.

"Ihr erzürnt mich, Elbe."

Deutlich besser hat mir da die ganze Umsetzung des Konfliktes zwischen Königin Mírliel und Galadriel gefallen. Galadriel war sehr aggressiv und glaubte mit ihrer Überzeugung im Recht zu sein, muss dann aber erst mal eingesperrt eine kleine Lektion in Politik von Halbrant zu erhalten. Sie hat das zwar nicht optimal umgesetzt, aber etwas mehr erlernt hat sie schon. Trotzdem kann sie Míriel zunächst nicht überzeugen, was eigentlich spannend ist, weil Míriel schon eine starke Persönlichkeit sein will. Dass es dann erst die fallenden Blätter sind, die sie überzeugen, obwohl Galadriel so viele Argumente bereits angebracht hatte, ist trotzdem schade und ein Zeichen von Sturheit. Mal schauen, ob das noch von Relevanz sein wird.

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"Du hast gerade unser aller Leben zerstört."

Isildur (Maxim Baldry) hört wieder Stimmen von der Insel, passt dadurch nicht richtig auf und fällt durch die Prüfung, was ihn persönlich nicht so sehr kümmert. Allerdings werden seine beiden Freunde unfairerweise auch rausgeschmissen, was zu einem handfesten Streit führt. Isildur muss sich da ganz schön was anhören. Ich finde aber auch, dass er das mit Größe hinnimmt. Und das Ende der Episode gibt allen Dreien dann ja doch ein neues Ziel. Sie melden sich für den Krieg gegen Sauron und wir wissen nun also, wie Isildur Teil der Schlacht wird, bei der er an den Ring der Macht gelangt. Mir hat übrigens das Gespräch mit seiner Schwester Eärien (Ema Horvath ) gefallen, die zusätzlich auch noch eine kleine Geschichte bzw. einen Love Interest bekommt. Mir ist noch nicht ganz klar, welchen Mehrwert das alles im Kontext haben wird, aber Eärien kommt erst mal so sympathisch daher, dass man bereit ist, auch dieser Geschichte noch zu folgen.

Foto: Ismael Cruz Córdova, Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht - Copyright: Amazon Studios; Ben Rothstein/Prime Video
Ismael Cruz Córdova, Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht
© Amazon Studios; Ben Rothstein/Prime Video

"Überbringe ihnen eine Botschaft."

Arondir (Ismael Cruz Córdova) quasselt ein bisschen mit Adar (Joseph Mawle), der offenbar selbst von den Elben abstammt und eventuell Sauron ist, um dann die Botschaft für die Menschen zu bekommen, dass diese sich Sauron anschließen oder untergehen sollten. Also die Wahl zwischen Pest und Cholera. Warum Arondir der Überbringer sein darf, ist dagegen nicht ideal erklärt. Das Ultimatum hätte auch jeder andere überbringen können. Aber das war gut so, denn Theos Drang, zu helfen, hat Theo (Tyroe Muhafidin) selbst doch in ernste Gefahr gebracht. Wobei er auch wirklich dämlich agiert hat. Sie hatten eigentlich schon genug essen. Sein Versteck im Brunnen war eigentlich ganz clever. Dass der Ork das Auftauchen allerdings nicht gehört hat, ist unglaubwürdig. Noch unglaubwürdiger ist dann aber Theos Fluchtversuch mitten in der Nacht. Die war mir viel zu sehr konstruiert. Doch es wurde noch absurder. Die Flucht hatte wieder das typische Unterzahlspiel, wobei die Orks allesamt zu dämlich sind, ihre Pfeile zu schießen. Die Lichtung mit dem Sonnenaufgang war dann die Rettung, weil die Bogenschützen offenbar zu langsam waren, um sich an den stehenden Zielen zu probieren. Das mag im Kontext der Serie vielleicht nur eine Banalität sein, aber ich mag es nicht, wenn zu Gunsten der Dramaturgie die Logik komplett ignoriert wird und es nur einem Lottogewinn gleichkommt, dass die Helden nicht einfach alle sterben. Dadurch war die Geschichte die schwächste in dieser Episode, obwohl Theos weiterer Werdegang mit dem Schwert und der Markierung eigentlich sehr spannend ist.

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Sophia Nomvete, Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht
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"Kein Geheimnis ist es wert, durch Täuschung gewahrt zu werden."

Elrond (Robert Aramayo) besucht seinen Zwergenfreund Durin (Owain Arthur), weil dieser trotz des gemeinsamen Turmbaus eher abweisend wirkt, was Misstrauen schürt. Das wird zunächst bestätigt und Elrond ist eigentlich ganz clever, wobei Disa (Sophia Nomvete) auch um keinen Erklärung verlegen ist. Trotzdem findet Elrond heraus, dass Durin etwas verheimlicht. Mit dem Schwur, dass er auf keinen Fall etwas weitererzählt, wird Elrond ein neues Gestein vorgestellt, nämlich Mithril, das federleichte, harte Gewebe, welches Frodo Beutlin in den Filmen noch das Leben retten wird. Ich mag die Bezüge zur Trilogie natürlich sehr gerne, weil es die Brücke schlägt und letztlich auch der Grund ist, warum man die Serie guckt. Ich könnte mir vorstellen, dass es ohne das Vorwissen noch mal komplizierter ist, den ganzen Handlungssträngen zu folgen. Trotzdem stört es mich etwas, dass das Bündnis aus Zwergen und Elben doch noch gar nichts mit den Ringen der Macht zu tun hat. Was neben dem Schwur übrigens noch sinnbildlich für die Freundschaft ist, ist das Gespräch von Durin und Elrond, welches dazu führt, dass Durin zu seinem Vater (Peter Mullan) geht und Eindruck macht.

Fazit

Es ist immer noch nicht so, dass mich die Serie vollends begeistern oder packen würde, aber die Neugier bleibt, die Erzählungen gefallen mir größtenteils und langsam puzzeln sich die einzelnen Teile auch zusammen. Es ist aber auch sehr viel Input, der gerade präsentiert wird, ohne dabei richtige Fortschritte zu machen.

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Emil Groth - myFanbase

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