Bob (Hearts) Abishola - Review des Piloten

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Mit dem Ende von "The Big Bang Theory" war ich darauf gefasst, dass es schwer werden würde, eine Comedyserie eines Networks zu finden, die mir ähnlich gut oder vielleicht sogar noch besser gefallen würde. Allerdings scheint auf Chuck Lorre und sein Team Verlass zu sein, dass sie in der Lage sind, ein neues Format zu erschaffen, das ebenso gut unterhalten kann. Offenbar hatte NBC ähnliche Ansichten und hat für die Season 2019/2020 die Serie "Bob (Hearts) Abishola" bestellt. Ob man sich mit der Verpflichtung von "Mike & Molly"-Star Billy Gardell einen Gefallen getan hat?

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Ähnlich wie viele andere Serien, hat auch das Genre Comedy oftmals das Problem, die Pilotfolge so vollzustopfen, dass man als Zuschauer regelrecht überreizt wird mit der Geschichte und den Charakteren. Bei Comedys kommt noch hinzu, dass man versucht, auf Biegen und Brechen Witze und andere lustige Dinge einzubauen. Wahrscheinlich soll diese Vorgehensweise auch dem letzten Zuschauer verdeutlichen, in welchem Genre wir uns befinden. Auch "Bob (Hearts) Abishola" stolpert in den ersten Szenen über Dinge wie beispielsweise schlechte Witze oder eine überaus nervige Familie, die sich zwar um Bob (Gardell) nach seiner Herzattacke sorgt, wodurch aber auch deutlich wird, dass er sie im Moment nicht gebrauchen kann.

Dank des Trailers war ich mir bewusst, dass es danach noch eine (positive) Steigerung gibt, auf die man glücklicherweise nicht lange warten muss. Bereits in einer der nächsten Szenen lernen wir die aus Nigeria stammende Krankenschwester Abishola (Folake Olowofoyeku) kennen. Auch dauert es nicht lange, bis man als Zuschauer Zeuge von der tollen Chemie zwischen den beiden Darstellern wird. Während Bob teilweise wie ein trolliger Teddybär daherkommt, der auf ziemlich süße und niedliche Weise witzig sein und die Krankenschwester zum Lachen bringen möchte, ist Abishola sehr viel taffer und lässt sich nicht so leicht von Bob beeindrucken. Umso amüsanter ist der wörtliche Schlagabtausch der beiden, bei dem deutlicher wird, dass Abishola ihren Job sehr ernst nimmt und Bob indirekt klarmacht, eigentlich zu dick zu sein. Trotz dessen kann man ihr nicht böse sein, zumal sie eine witzige Art an sich hat und man kurz danach erfährt, dass sie einen Sohn hat, dem sie ein besseres Leben und die Chance ermöglichen möchte, später einmal Arzt zu werden, wofür sie ziemlich hart arbeitet.

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Dagegen wirkt Bob mit seinem Familiengeschäft, welches Socken in Asien herstellen lässt, und mit seiner anstrengenden Familie, fast schon langweilig. Kein Wunder also, dass er im Krankenhaus keinen Besuch von ihnen wollte und Abishola gebeten hat, zu sagen, er sei tot. Jedoch ist es seine anstrengende Familie, die Bob indirekt zeigt, dass Abishola ihm gut tut. Durch seine (überaus) schnelle Genesung hat er eigentlich keinen Grund mehr, die Krankenschwester wiederzusehen. Wer geht schon gerne ins Krankenhaus? Richtig. Bob. Der Kerl ist nämlich gar nicht so blöd, hat er doch Abishola von seinem Sockengeschäft während seines Krankenhausaufenthalts erzählt, und nutzt dies, um sie im Krankenhaus zu besuchen. Zu dumm ist dabei allerdings, dass Abishola an diesem Tag gar keinen Dienst hat. Allerdings gibt Bob nicht so leicht auf und findet (durch Bestechung) die Adresse seiner Angebeteten heraus. Da diese mit ihrem Sohn bei ihrer Tante und ihrem Onkel lebt, erwartet uns eine Szene, die einen großen Teil an Ernsthaftigkeit mitbringt. Des Öfteren wird in Serien, in denen sowohl Weiße als auch Farbige mitspielen, thematisiert, dass ein Misstrauen herrscht. Allerdings wird bei "Bob (Hearts) Abishola" der Spieß umgedreht, so dass Bob als Weißer kein Misstrauen hegt. Auch in dieser Szene wird deutlich, dass sich Abishola nicht so leicht beeindrucken lässt und Bob noch eine Runde schmoren lässt, jedoch seine Socken annimmt und sogar anzieht.

Allerdings markiert sie nur vor Bob selbst die Desinteressierte. Vor anderen, wie der Person, die täglich mit ihr Bus fährt, zeigt sie sich deutlich begeisterter von seinen Flirtversuchen mit den Socken und verschafft ihm dadurch sogar neue Kundschaft. Und so ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sie nachgibt und Bob erhört und sie ihm zumindest einen Platz im Bus anbietet, nachdem Bob ihr an der Haltestelle aufgelauert hat. Ich würde sagen: Bob hat einen (Socken)Fuß in Abisholas Tür.

Fazit

Mit "Bob (Hearts) Abishola" und vor allem der Besetzung der Darsteller der beiden zentralen Hauptfiguren hat Chuck Lorre einen Gewinn gelandet. Billy Gardell und Folake Olowofoyeku harmonieren perfekt in jeder gemeinsamen Szene und haben einen hohen Unterhaltungswert, mit dem sie ins Herz treffen. Die Autoren nutzen mit Abishola, einer Afroamerikanerin, die Möglichkeit, bestimmte Fakten aufzuklären, wie zum Beispiel, dass auch Farbige untereinander misstrauisch sind und lassen uns Teil haben, die Sprache von Abishola kennen zu lernen. "Bob (Hearts) Abishola" feiert einen guten und wenig übereilten Einstand, bei dem durch Abisholas Abstammung einige interessante Storylines entstehen könnten, auf die ich schon jetzt gespannt bin.

Daniela S. - myFanbase

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