Wunden lecken und Zukunft planen – Das Staffelfinale von "A Knight of the Seven Kingdoms"

Interviews und Einblicke in Episode #1.06 Der Morgen (The Morrow)

Das Urteil der Sieben und der damit einhergehende Kampf haben ihre Spuren hinterlassen. Zwar ist Dunk mit seinem Leben davongekommen, doch neben körperlichen Blessuren sind es vor allem der Schock über Baelors Tod, der das Staffelfinale von "A Knight of the Seven Kingdoms" prägen. Maekar-Darsteller Sam Spruell und Serienmacher Ira Parker haben im Rahmen der Serienpremiere in Berlin Mitte Januar 2026 mit Pressevertretern über die Geschehnisse dieser Folge gesprochen und einen ersten Ausblick auf die Zukunft der Serie gegeben.

Foto: Peter Claffey, A Knight of the Seven Kingdoms - Copyright: Steffan Hill/HBO
Peter Claffey, A Knight of the Seven Kingdoms
© Steffan Hill/HBO

Der große Kampf ist vorüber. Aerion (Finn Bennett) hat sich ergeben und das Schicksal war auf Dunks (Peter Claffey) Seite. Einen schweren Verlust musste der Heckenritter aber dennoch hinnehmen: Der edle Baelor Targaryen (Bertie Carvel) verlor durch den Kampf sein Leben und nun ist es neben Dunk vor allem Baelors Bruder Maekar (Sam Spruell), der sich große Vorwürfe macht. Ist sein Bruder durch seine Hand gestorben, wie es einst prophezeit wurde? So oder so ist es das Chaos in diesem hohen Haus Targaryen, das letztendlich zu dieser Situation geführt hat. Wären da nicht das Bedürfnis, die schwindende Macht zu kompensieren, diese Brutalität und der schiere Wahnsinn, die aus einigen Mitgliedern der Familie – wie Aerion – triefen oder das Versagen eines Vaters wie Maekar, der nicht rechtzeitig Grenzen setzt – oder sind es vielleicht die falschen? Während Baelor Dunk vor seinem Ableben noch zum Ritter für sein Reich ernennen wollte, wünscht sich Maekar nun, dass Dunk Egg (Dexter Sol Ansell) ausbildet. Doch will Dunk nach allem, was geschehen ist, überhaupt noch etwas mit der Familie Targaryen zu tun haben?

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Foto: Sam Spruell, A Knight of the Seven Kingdoms - Copyright: Steffan Hill/HBO
Sam Spruell, A Knight of the Seven Kingdoms
© Steffan Hill/HBO

Neben den sichtbaren körperlichen Blessuren, die Dunk aus dem Kampf mit Aerion davongetragen hat, kämpft er vor allem mit seinen Schuldgefühlen. Er erkennt nicht, dass Baelor sich gerade deshalb auf seine Seite gestellt hat, weil er ein Gewissen hat und die Grundwerte und Tugenden eines Ritters verkörpert – ob ihm das bewusst ist oder nicht. Am liebsten würde er das alles nun hinter sich lassen, seinen Traum aufgeben und einfach nur in Ruhe leben. Doch eine Andeutung von Daeron Targaryen (Henry Ashton) lässt ihn nicht los und erweckt in ihm erneut diesen Funken, für andere einzustehen. Er möchte nicht, dass Egg in die Fußstapfen seiner Brüder tritt, weder in die des mental angeschlagenen Daeron, noch in die des sadistischen Monsters Aerion. Ihm wird klar, dass Egg einen anderen Einfluss benötigt und er ihn aus der Erziehung des Königshauses befreien muss, um ihn hoffentlich zu einem besseren Menschen zu formen. Er sucht daher Maekar auf und unterbreitet ihm einen Gegenvorschlag: Er werde Egg ausbilden, doch nicht wie von Maekar gewünscht bei Hofe, sondern als umherziehender Ritter mit seinem Knappen. Maekar sieht Egg jedoch als Aegon, einen Prinzen, der ein besseres Leben verdient hat, als in Ställen oder unter den Sternen zu schlafen und sich von Trockenfleisch zu ernähren. Die Targaryens sind sich schließlich zu gut dafür, sich mit dem gemeinen Volk auf eine Stufe zu begeben. Wenn er aber tief in sich hineinhört, erkennt er vielleicht doch, dass Egg es auf keinen Fall seinen Brüdern gleichtun sollte. Wie sehr sich Egg selbst dagegen wehrt, erkennt man an dem erneuten Wunsch, Aerion zu töten, wovon schließlich auch Maekar Zeuge wird.

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Bis zu einer der letzten Szenen dieser Episode denkt man daraufhin also, dass Maekar Egg es nun doch erlaubt hat, Dunk zu begleiten und seine Ausbildung zu genießen. Sam Spruell hält das für sinnbildlich für Maekars Leben, da dieser "von einer Welt, die nicht das tut, was er will, stets völlig verwirrt ist." Damit sei er sozusagen "der verstoßene Vater", was dem Charakterbild sehr treu bleibe, erinnert er sich. "Das hat mir wirklich gefallen, und ich fand es toll, wie es uns das für die nächste Staffel voranbringt, die großartig wird." Wir dürfen also gespannt darauf sein, wie das nächste Aufeinandertreffen von Vater und Sohn ausfallen wird und ob Dunk mit Konsequenzen dafür rechnen muss, dass er Egg mitgenommen hat.

Dunks stiller Begleiter: Ser Arlan of Pennytree

Wenn wir uns an die erste Episode zurückerinnern, begann die Geschichte im Regen mit dem Begräbnis von Ser Arlan of Pennytree (Danny Webb, dt. Name des Charakters: Arlan von Hellerbaum). Ein Mann, den wir im Laufe der Serie besser kennen gelernt haben, obwohl er bereits tot war und auch nur selten auftrat. Aber er war stets ein Begleiter von Dunk – sei es in seinen inneren Monologen oder seinen Erinnerungen. Ser Arlan war einer der wenigen Menschen, denen Dunk nicht egal war und denen er wiederum vertrauen konnte, auch wenn dessen Erziehungsmethoden mitunter zu wünschen übrig ließen und er sicher kein perfektes Vorbild war.

Foto: Danny Webb, A Knight of the Seven Kingdoms - Copyright: Steffan Hill/HBO
Danny Webb, A Knight of the Seven Kingdoms
© Steffan Hill/HBO

Für Serienmacher Ira Parker hat sich mit Ser Arlan in dieser ersten Staffel ein Kreis geschlossen. Im Interview mit Pressevertretern in Berlin erinnerte er sich an die Bedeutung der Anfangssequenz der Serie. "Wir sehen Dunk [...] auf dem Hügel, wie er seinen Spaten ablegt. Er hat ein Loch gegraben. Die Einstellung bleibt stehen, während er den Hügel hinaufgeht. Dann bückt er sich und hebt Ser Arlan auf. Und im Nachhinein wird einem klar, dass Ser Arlan eigentlich die ganze Zeit da war. Man konzentriert sich nur nicht auf ihn." Und während er hier physisch anwesend war und man ihn anfangs nicht wahrgenommen hat, zieht es sich im Gegensatz dazu durch die gesamte Serie, dass er zwar physisch nicht mehr da ist, aber sein Geist ein stetiger Begleiter von Dunk ist. "Er spürt die ganze Zeit diese Art von Präsenz, egal wohin Dunk geht." Währenddessen versucht Dunk aber auch immer wieder, andere an Ser Arlan zu erinnern – seien es die Tyrells oder Baelor Targaryen – um seinen Anspruch auf die Turnierteilnahme belegen zu können oder um andere dazu zu bewegen, sich seinem Kampf im Urteil der Sieben anzuschließen. Ser Arlan ist für ihn immer eine Art Versicherung gewesen und damit ein wichtiger Anker in seinem Leben. Nun, da er nicht mehr da ist, muss Dunk lernen auf seinen eigenen Beinen zu stehen, und bekommt mit Egg nun jemanden an seine Seite, für den er die Verantwortung übernehmen muss. Von nun an muss er das Vorbild sein, die Ausbildung seines Knappen übernehmen und aus der Erfahrung schöpfen, die er über die Jahre mit Ser Arlan gesammelt hat. Während dies an den Kreis des Lebens erinnert, schließt sich in dieser ersten Staffel damit auch das Kapitel von Ser Arlan of Pennytree. Der Moment, in dem Dunk und Egg anfangs noch von dem Geist von Ser Arlan begleitet werden, dieser dann aber einen anderen Weg einschlägt, zählt wohl mit zu den emotionalsten Szenen dieser Serie. "Man trägt die Menschen, die einem im Leben sehr wichtig waren, auch nach dem Tod mit sich, und genau das hat Dunk in dieser Hinsicht angetrieben. Doch nachdem er seine eigene Prüfung bestanden hat und ordnungsgemäß zum Ritter geschlagen wurde, hat er getan, was er zum Überleben tun musste. Ser Arlan darf gehen und seine Ruhe finden", erklärt Ira Parker. Der Geist von Ser Arlan sei nun frei und könne gehen. Und auch Dunk sei nun frei, seinen eigenen Weg zu gehen, seine Ausbildung hinter sich zu lassen und sich seinem eigenen kleinen Lehrling zu widmen.

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Ausblick auf Staffel 2 von "A Knight of the Seven Kingdoms"

Als sich im Januar 2026 in Berlin der Cast und Serienmacher Ira Parker für die Premiere von "A Knight of the Seven Kingdoms" und dem Launch von HBO Max in Deutschland versammelt haben, liefen die Vorbereitungen für Staffel 2 bereits auf Hochtouren. Bereits im November 2025 war die offizielle Verlängerung um Staffel 2 bekannt gegeben worden. Ira Parker ließ sich ein paar Informationen entlocken, was uns in den neuen Folgen erwartet.

Zurück nach Westeros! Ira Parker und sein "A Knight of the Seven Kingdoms"-Cast über das neue "Game of Thrones"-Spin-Off

Foto: Ira Parker und George R.R. Martin im Rahmen des HBO Max Launch Events in Berlin (12. Januar 2026) - Copyright: David Jon/Getty Images for HBO Max
Ira Parker und George R.R. Martin im Rahmen des HBO Max Launch Events in Berlin (12. Januar 2026)
© David Jon/Getty Images for HBO Max

Während Parker bereits zuvor die gute Zusammenarbeit mit dem Buchautor und ausführenden Produzenten George R.R. Martin betont hatte, verriet er nun, dass Martin einige seiner Ideen mit ihm geteilt habe. "Er hat mit mir noch 10 bis 12 weitere kleine Skizzen für Novellen geteilt, die die Geschichte von Dunk und Egg durch ihr gesamtes Leben erzählen." Da zum Zeitpunkt des Gesprächs mit der Presse aber noch nicht einmal die erste Staffel veröffentlicht worden sei, wollte Parker den Ball lieber noch etwas flach halten und sich auf die Produktion von Staffel 2 konzentrieren. "Hoffentlich gefällt es allen und wir können damit weitermachen." Dass es ihm aber großen Spaß machen würde, konnte er nicht verhehlen. "Ich liebe es, in dieser Welt zu schreiben. Es ist eine wundervolle Geschichte. Deshalb hoffe ich, dass wir so viele [Staffeln] wie möglich erschaffen können."

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Bei Staffel 2 lege er genauso wie in Staffel 1 großen Wert auf die originalgetreue Umsetzung der Buchvorlage. Da das zweite Buch aber während einer Dürre spiele, brächten die Dreharbeiten im Winter und die Produktionsbasis im verregneten nordirischen Belfast so einige Herausforderungen mit sich. "[Es] hat dort wahrscheinlich in seiner gesamten Geschichte noch nie einen Tag ohne Wasser und Regen gegeben, zumindest nicht, seit ich dort bin." Ähnlich wie bei "Game of Thrones" sei man daher für Außenszenen in Staffel 2 ins Ausland gegangen – wohin genau wollte er nicht verraten. Doch auch hier habe das Wetter so seine Tücken: "Wir werden die Außendreharbeiten an einem sehr trockenen Ort durchführen, der im Moment leider nicht sehr trocken ist." Es sei daher sehr schwer, sich an die Vorgaben aus dem Buch zu halten. Wir drücken die Daumen, dass der Wettergott zwischenzeitlich Erbarmen mit der Produktion hatte, denn das Budget kann durch ungewollte Planänderungen schnell gesprengt werden. Inhaltlich wollte Parker selbstverständlich keine Spoiler verraten, obwohl Buchkenner die Handlung bereits kennen. Er teaserte aber an, dass wir sehen werden, "wie Egg ein wenig ins Geschehen eingreift. Dexter hat trainiert und ich denke, die Leute werden beeindruckt sein."

Foto: Dexter Sol Ansell & Peter Claffey, A Knight of the Seven Kingdoms - Copyright: Steffan Hill/HBO
Dexter Sol Ansell & Peter Claffey, A Knight of the Seven Kingdoms
© Steffan Hill/HBO

Wie hat euch die erste Staffel von "A Knight of the Seven Kingdoms" gefallen, die ihr nun komplett bei HBO Max streamen könnt, und was wünscht ihr euch für die zweite Staffel der Serie? Wir freuen uns, wenn ihr uns einen Kommentar da lasst.

Die Serie "A Knight of the Seven Kingdoms" ansehen:

Catherine Bühnsack - myFanbase

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