Das Erbe der Drachenlords
Mit der Ankunft der Targaryens in Ashford ist die Spannung gestiegen, denn alles ist bereitet für den Beginn des Ritterturniers. Doch das Haus Targaryen ist nicht mehr das, was es einst war, woraus die einzelnen Familienmitglieder unterschiedliche Konsequenzen ziehen. Im Rahmen der Deutschlandpremiere von "A Knight of the Seven Kingdoms" in Berlin haben wir u.a. mit Sam Spruell über das Erbe der Targaryens gesprochen und sein Seriensohn Finn Bennett gab zusammen mit Co-Star Tanzyn Crawford Einblicke in die Dreharbeiten des Höhepunkts dieser dritten Folge des "Game of Thrones"-Spin-Offs, der zur Lüftung eines großen Geheimnisses führte.

© Steffan Hill/HBO
Der große Lanzenkampf zum Ende der zweiten Folge hat nicht nur das Publikum vor Ort, sondern auch die Zuschauer*innen vor den Bildschirmen zum Staunen gebracht. Ein solch großes Spektakel hatte bisher keine der "Game of Thrones"-Serien zu bieten. Und auch auf den jungen Egg (Dexter Sol Ansell) haben diese Szenen Eindruck gemacht, denn ihm ist schnell klar, dass ein unerfahrener Ritter wie Dunk (Peter Claffey) alle Hilfe benötigt, die er kriegen kann. Und auch für sich selbst macht er sich Sorgen. "Ich möchte größer sein und in dem Moment fühle ich mich schwach", erinnert sich Ansell an den Moment, in dem sich Egg mit den anderen Knappen vergleicht. Mit Folge 3 wechseln wir erstmals die Perspektive auf die zweite Hauptfigur dieser Geschichte und bekommen sogleich berührende und zugleich beeindruckende Momente beschert, die den Ehrgeiz des jungen Egg zeigen. "Ich möchte stärker sein und ich möchte eines Tages zum Ritter werden", schildert Ansell Eggs Sichtweise.

© Steffan Hill/HBO
Dexter Sol Ansell konnte in diesen Szenen auf der Wiese brillieren und zeigen, was er in Vorbereitung auf seine Rolle alles gelernt hat: "Ich habe viel mit Pferden und im Kampfbereich gearbeitet. [...] Ich habe einen langen Weg zurückgelegt, denn zu Beginn der Serie konnte ich kaum auf ein Pferd steigen. Und jetzt kann ich galoppieren und Sprünge machen – es ist ein langer Weg und eine große Entwicklung." Hier spiegelt sich wider, wie ähnlich sich Dexter und Egg sind. Er hatte den Ehrgeiz, sich die Fähigkeiten anzueignen, die er aus seiner Sicht für eine glaubhafte Darstellung der Figur benötigt hat. "Es hat sich wirklich gelohnt und es war fantastisch", resümiert er. Er sei zudem sehr glücklich darüber, inzwischen – für die Dreharbeiten zu Staffel 2 – "deutlich stärker" zu sein als noch in Staffel 1.
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Der Drache in menschlicher Form
Das erste Auftreten von Aerion 'Brightflame' Targaryen in seiner beeindruckenden Drachenrüstung strotzte nur so von Brutalität und machte recht deutlich, was für ein Typ Mensch er ist. Nachdem wir ihn in Folge 2 nur als arroganten, missmutig dreinblickenden Sprössling von Maekar gesehen haben, folgen in dieser Episode erste Taten. Darsteller Finn Bennett erinnert sich, dass es schier unmöglich gewesen sei, diese Rolle nicht zu fühlen.
"Aerion ist ein Charakter, für den es eine ganze Armee brauchte. Es hat damit begonnen, dass George [R.R. Martin] den Charakter geschrieben und Ira [Parker] ihn adaptiert hat. Owen [Harris] und Sarah [Adina Smith] haben bei der Figur Regie geführt. Pip [Woods] und Lucille [McLaughlin] haben mir jeden Morgen die Perücke aufgesetzt. Die Rüstung von den Kostümbildnern und dann füge ich sozusagen den letzten Schliff hinzu."
Finn Bennett über die Figur des Aerion Targaryen in "A Knight of the Seven Kingdoms"
Für Aerion sei das Haus Targaryen in seinem aktuellen Zustand peinlich und die Teilnahme an diesem Turnier unter seiner Würde. "Er möchte alle daran erinnern, wer sie sind, und deshalb verhält er sich in meinen Augen so absonderlich."

© Steffan Hill/HBO
"A Knight of the Seven Kingdoms" präsentiert uns eine Familie Targaryen, die sich von dem mächtigen Haus aus "House of the Dragon" oder später auch in "Game of Thrones" unterscheidet. Wenn man den Namen Targaryen hört, hat man eine gewisse Erwartungshaltung. "Sie stellen sich als eine Art Drachenfürsten dar, als eine Familie von rücksichtsloser, kalter, reptilienhafter, drakonischer Dunkelheit", beschreibt Bertie Carvel seine Serienfamilie. Sie sitzen zwar noch auf dem Eisernen Thron, aber durch den Verlust der Drachen schwindet ihre Macht. Das Auftauchen bei Turnieren wie in Ashford Meadow soll eine Art Volksnähe unter Beweis stellen und gleichzeitig durch ihr arrogantes Auftreten ihre Stärke und Überlegenheit zeigen. "Sie müssen einen eher politischen und pragmatischen Weg einschlagen, um ihre Macht im Königreich zu erhalten", so Sam Spruell im Interview. Die Targaryens haben sich an gewisse Privilegien gewöhnt, die sie so schnell nicht wieder aufgeben wollen.

© David Jon/Getty Images for HBO Max
Bezugnehmend auf seine Rolle des Maekar fällt Spruell ein hartes Urteil und bezeichnet ihn als "weniger erfolgreichen Bruder [...], der von seiner Mutter weniger geliebt wurde, der kein guter Vater war und dessen Kinder im Vergleich zu Baelors Kind [...] Versager sind." Für ihn sei es sehr interessant gewesen, in diesen Charakter einzutauchen, da diese innere Unzufriedenheit diese Figur so interessant mache. "Mir hat es wirklich Spaß gemacht, Maekars Versagen als Prinz, als Vater und als Mensch zu erforschen." Dieses Versagen auf ganzer Linie habe aus seiner Sicht "eine fruchtbare Dynamik, aus der sich interessante Szenen gestalten lassen", erschaffen.

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Aerions Brutalität während des Lanzenkampfs war erst der Anfang. Zum Ende der Episode hin sieht er Tanselles Puppenspiel mit dem Drachen und wie dieser getötet wird. Da sich Aerion selbst als Drache in menschlicher Form ansieht, fühlt er sich zutiefst angegriffen und wohl vor allem in seinem Stolz gekränkt. Er empfindet ein solches Spiel als respektlos und seine Überlegenheit und Arroganz bricht sich gepaart mit seinem Sadismus Bahn, als er Tanselle bestraft. An den beiden Schauspielern, Tanzyn Crawford und Finn Bennett, ist dieser Moment auch nicht spurlos vorbei gegangen, wie sie sich im Interview mit uns erinnern. "Das war unser erster gemeinsamer Drehtag", erinnert sich Bennett. "Das war wirklich einschüchternd, du warst richtig unheimlich. Ich meine, es war, als hättest du einen kleinen Schalter umgelegt und plötzlich hast du mich angeschaut und ich dachte nur: 'Oh, bin ich noch sicher?' [...] Du bist echt gruselig!", erzählt Crawford an Bennett gewandt. "Natürlich warst du sicher!", beteuert Bennett sogleich lachend. Aus diesem Gespräch wird jedoch auch deutlich, wie angespannt diese Situation am Set war und welche Emotionen die Schauspieler heraufbeschwören mussten, um diese Szene so beeindruckend abzuliefern. "Es ist eine wirklich gut geschnittene Szene", ergänzt Bennett, nachdem er die finale Fassung gesehen hat. Die Anspannung werde durch die Blicke der Figuren und die schnellen Schnitte noch größer. "Ich glaube, das könnte meine Lieblingsszene sein", meint Crawford abschließend. "Es hat Spaß gemacht."
Wir haben Crawford dann noch auf die Bedeutung dieses Moments für die Entwicklung von Dunk angesprochen und ob sie die aufkeimende Beziehung der beiden gerne noch mehr erforscht hätte.
"Klar, ich liebe ihre Dynamik. Ich finde es witzig. Es ist auch nicht ganz klar, was sie für ihn empfindet, und genau das mag ich an ihr. Es ist alles noch etwas unklar. Aber ich würde ihre Geschichte wirklich gerne weiterverfolgen. Könnt ihr euch vorstellen, wie groß ihre Kinder erst wären?"
Tanzyn Crawford über die Beziehung von Tanselle und Dunk in "A Knight of the Seven Kingdoms"
Lachend geht sie mit Bennett dabei noch auf die Körpergröße von Dunk und Tanselle ein. Ob wir sie in zukünftigen Episoden noch mal zu sehen bekommen, bleibt abzuwarten. Würdet ihr es euch wünschen? Lasst uns einen Kommentar dazu da!

© Steffan Hill/HBO
Eggs Zwickmühle – Ein Geheimnis wird gelüftet
Der Höhepunkt dieser Episode kommt ganz unvermittelt, auch für die Hauptfiguren. Aus Aerions Grausamkeit und Rachsucht heraus sieht sich Egg gezwungen, sein Geheimnis preiszugeben, um Dunk zu retten. Gleichzeitig ist dieser Moment aber auch ein riesiger Vertrauensbruch. "Es ist eine schockierende Erkenntnis" für Dunk, meinte Peter Claffey im Interview und er zeigte sich beeindruckt davon, wie Ira Parker diesen Moment geschrieben hat. Gerade habe Dunk noch ein Gespräch mit Raymun (Shaun Thomas) "über Maekars Kinder und was für ein Desaster sie alle sind" gehabt und dann das. "Dunk fühlt sich völlig und absolut verraten", schildert Claffey. Während er Egg also einerseits dankbar dafür sei, sein Leben gerettet zu haben, fühle er sich vollkommen betrogen.

© Steffan Hill/HBO
Bei genauem Betrachten der ersten Folgen fällt auf, dass Egg sich manchmal ausweichend verhält, in anderen Momenten aber auch wieder vorlaut erscheint und mit viel Wissen über die Königreiche glänzt. Die Anzeichen waren also da, dass hier noch mehr hinter der kleinen Person steckt, als ihre braune Kutte und der kahlgeschorene Kopf vermuten lassen. Apropos: "Egg" steht nicht für den kahlen Eierkopf, sondern eigentlich für Aeg, sprich Aegon. Welcher Nicht-Buchkenner wäre darauf gekommen?
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Die Auswirkungen dieses finalen Moments der dritten Folge werden wir in den bevorstehenden Episoden noch zu spüren bekommen. Auch zu der weiteren Entwicklung der Serie haben uns die Schauspieler aus "A Knight of the Seven Kingdoms" im Interview noch Rede und Antwort gestanden, also schaut weiterhin vorbei, um noch mehr Einblicke hinter die Kulissen der Serie zu erhalten. Die Ausstrahlung von Folge 4 wurde wegen des Super Bowls am Sonntag übrigens bereits auf Freitag vorgezogen, also könnt ihr schon jetzt erfahren, wie der Cliffhanger aufgelöst wird.
Die Serie "A Knight of the Seven Kingdoms" ansehen:
Catherine Bühnsack - myFanbase
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