Bewertung: 7

Review: #4.14 Mein Partner

Unterhaltsame Geschichten verleihen dieser Episode ihre Stärke und vor allem die Entwicklung von Dr. Cox fällt besonders auf. Ein plaudernder Hausmeister bringt sich dabei gekonnt ein und erstaunt vor allem mal wieder damit, was er doch alles so weiß.

Streitigkeiten

Carla und Elliot hatten sich nach einigen Startschwierigkeiten doch zu engen Freunden entwickelt, doch seit Carlas Hochzeit ist nicht mehr viel zusammen gekommen. Das lag natürlich daran, dass J.D. als bester Freund von Turk die Freundschaft von Carla und Elliot belastete, weil diese J.D. eine Zeit lang konsequent aus dem weg gehen wollte. Die vereinbarten Treffen zu zweit sind aber auch nichts geworden, obwohl davon bislang auch noch nicht so häufig die Rede war. Das Problem bei sowas ist einfach, dass man, wenn man erst mal damit anfängt, durch faule AusredenVerabredungen abzusagen, dann wird es schnell zum Selbstläufer, zumal immer beide Seiten recht glücklich damit waren. Erst als klar wurde, dass nicht die viele Zeit sondern wirklich die Faulheit der Grund war, entsteht ein Streit. Natürlich muss erstmal auf die Andere gezeigt werden, bevor man vor der eigenen Tür kehrt. Das passt zu beiden Figuren. Allerdings muss ich schon sagen, dass mich der Konflikt insgesamt doch recht überrascht hat. Natürlich hatten die beiden immer viel miteinander zu tun und Elliot war auch Brautjungfer und sicherlich eine besserere Freundin als viele andere Bekannte von Carla. Von Freizeitaktivitäten hat man aber bisher nie so richtig etwas mitbekommen. Im Endeffekt ist dieser kleine Zweikampf aber nicht nur für Todd ein Vergnügen gewesen und verdient somit auch mal seine Betrachtung. Immerhin weiß man jetzt auch, dass es sowas zwischen den beiden gegeben haben muss.

Da sich die beiden richtig gut mögen und auf schöne Momente zurück blicken können, ist es natürlich auch nur logisch, dass sich die Freundschaft durchsetzt und sich der Konflikt schnell gelegt hat. Beiden ist natürlich klar, dass keiner an der Freundschaft gearbeitet hat und selbst wenn man gut befreundet ist, muss man in ein solches Verhältnis investieren und daran arbeiten, dass man diesen Status hält. Turk und J.D. machen das schon fast aus Gewohnheit und da steht auch nichts zur Diskussion. Carla und Elliot hatten sich eben in der letzten Zeit dazu verleiten lassen, nachlässig zu werden. Da beide gleichermaßen schuld waren, stand einer schnellen Lösung nichts im Wege und ich bin nicht traurig, dass dieser Zwist nicht auch noch in den nächsten Episoden von Bedeutung sein wird, weil er so spannend nun auch wieder nicht war.

Eigene Entscheidungen

Mit riesiger Erleichterung rennt Cox durch die Straßen, weil Jordan kein weiteres Kind erwartet. Diesem Nervenkitzel eines Schwangerschaftstests will er sich nicht nochmal aussetzen und so beschließt er kurzerhand, eine Vasektomie durchführen zu lassen. Da Jordan, als sie es erfährt, keinen Aufstand macht, wird Cox unsicher, weil er das für untypisch hält. Jordan lässt ihn aber eiskalt abblitzen. Dieses Paar ist schon etwas ganz Besonderes. Ihr direkter Umgang ist einfach einzigartig. Jordan hat nichts anderes erwartet und rächt sich auf ihre subtile Art und Weise. Sie schickt ihren Sohn zum Ballett. Echt klasse, zumal sie ihm auch in einer Entspanntheit ihre Entäuschung mitteilt, dass man echt nicht genau weiß, was man denken soll. Sie tut so, als ob es sie nicht stört, zeigt damit aber, dass es sie sehr stört. Cox lässt daraufhin den Eingriff rückgängig machen, um sich auf seine Weise zu entschuldigen. Auch seine kleine Ansprache an Jordan über ihre Beziehung war wunderbar und hatte für Coxische Verhältnisse viel Kitsch und Romantik enthalten. Wird Cox etwa tatsächlich weich? Nimmt ihm das Vaterdasein doch seine Frustration? Er lässt J.D. von der Leine, will Jordan gefallen und was kommt als nächstes? Arbeitet er mit Kelso zusammen? Hoffentlich wird er auch bald wieder zu seiner Krankenhaushöchstform auflaufen, weil sonst irgendwie etwas fehlen wird, aber es ist auch schön zu wissen, dass aus Cox kein Griesgram wird.

Irisches Klima

Die Geschichte von Turk und J.D. läuft etwas nebenher, obwohl mit Colin Farrell ein toller Gastdarsteller eine überzeugende Leistung liefert und die Frage um den Ehrenkodex eigentlich eine der wichtigsten Fragen im Ärzteberuf ist. Turks und J.D.s abendliche Entspannung ist dabei echt zum Schießen gewesen, weil sie von dem spontanen Partyleben, dass … so gutheißt, meilenweit entfernt sind. Er rät ihnen schließlich, dass sie ihr Leben doch mal genießen sollten und lebt das ihnen auch gleich mal vor, indem er die gesamte weibliche Belegschaft und Todd verrückt macht. Ich wusste gar nicht, dass Iren so heiß sein sollen. Die Frage stellt sich allerdings, warum die Beschäftigungen von J.D. und Turk kein Genuss sind. Immerhin ist der Begriff sehr subjektiv und ich glaube, dass es den beiden irgendwie auch richtig gut geht, wenn sie die Plätze tauschen.

Allerdings kann man ihre vorgeworfenen Festgefahrenheit als Hinweis für fehlende Lockerheit sehen. Doch hier ist wirklich die Frage, wie man zu verfahren hat. Straftaten müssen nunmal gemeldet werden, auch wenn es merkwürdig ist, dass der Täter nicht flüchtet. Solche Fälle sind Auslöser von zahlreichen Diskussionen und so wirklich kann man dafür keine richtige oder falsche Entscheidung treffen. In diesem Falle haben J.D. "und Turk" vielleicht die falsche Entscheidung getroffen und viel zu sehr Dienst nach Vorschrift betrieben, was bei J.D. vielleicht sogar auf Eiersucht zurückzuführen wäre, wenn man es so auslegen möchte. Trotzdem hätte es in einer ähnlichen Situation auch ganz richtig sein können, die Regeln einzuhalten. Man weiß eben nie, wer da vor einem steht und mit welchen Absichten er was erzählt. Letztlich gibt dieser Part also keine Antwort auf den Umgang mit dem Ehrenkodex, macht aber deutlich, dass Turks und J.D.s beider Leben wohl doch in letzter Zeit vor allem aus Arbeiten und Schlafen und sehr wenig dazwischen bestehen. Ein abschreckendes Beispiel, wenn man vorhat, Arzt zu werden.

Fazit

Diese Episode scheint auch mal wieder etwas mehr die Gesamthandlung im Blick zu haben. Es werden Geschichten präsentiert, die sowas wie Bewegung in die Charaktere bringen oder zumindest aufzeigen, woran diese in den nächsten Episoden arbeiten sollten.

Emil Groth - myFanbase

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