Bewertung: 7

Review: #3.08 Meine Kollegin

Was fängt man mit seinem Leben an? Wo soll es hinführen? Läuft es alles gut? Diese oder ähnliche Fragen stellen sich einige der Hauptcharaktere in dieser Episode.

Selbstbewusstsein

In einem Gespräch in der Bar sagt Elliot nicht, dass sie eine Ärztin ist, sondern versucht es umständlich zu umschreiben, dass sie sich in gewissem Maße noch in der Ausbildung befindet. Da sie noch nie wirklich auf sich allein gestellt war, fehlt ihr das Selbstbewusstsein, sich wirklich einzugestehen, dass sie Ärztin ist. J.D. kann das zwar irgendwie verstehen, aber das richtige Feingefühl für die Situation fehlt ihm zunächst völlig. Als er Elliot den Notfall wegschnappt, verhält er sich im Anschluss einfach nur widerwärtig. Er gibt an, der Größte zu sein und macht sich dann auch noch über Elliot lustig. Das war sowas von gemein. Zum Glück hat er das aber selbst mitbekommen und lässt Elliot beim nächsten Notfall den Vortritt. Leider Gottes geht der dann nicht gut aus, aber Elliot hat den Glauben an sich gefunden und kann schlussendlich zurecht und selbstüberzeugt sagen, dass sie Ärztin ist.

Leider weiß man nicht, ob J.D. Elliot gesagt hat, wie beeindruckt er von Elliot war, als diese versuchte, ihren Patienten zu retten. Aber irgendwas wird er sicherlich gesagt haben, dass noch über das "tut mir leid" hinaus geht, denn sonst wäre der Haltungswechsel für meine Verhältnisse etwas zu plötzlich. Zu Elliot würde es doch vielmehr passen, dass sie noch stärker an sich zweifelt, weil sie den Patienten nicht retten konnte. Allerdings gefällt mir Elliot selbstbewusst definitiv viel besser. Und sie ist einfach auch eine sehr gute Ärztin.

Schauspielerei

J.D. muss feststellen, dass sich der Hausmeister anderen Personen gegenüber als ein ganz anderer Mensch ausgibt und J.D. fühlt sich mal wieder nur verarscht. Aber natürlich beschäftigt ihn das total und er versucht herauszufinden, was dahinter steckt. Dass er zufällig dann im Film auf ihn stößt, finde ich eine geniale Idee. Eine frühere Rolle von Neil Flynn einzubeziehen, die so klein ist, dass man sie selbst in seiner Biographie eigentlich nicht findet und somit zu seiner Rolle als Hausmeister eines Krankenhauses perfekt passt, hat echt Stil. Dies zeigt einfach, wie klein Schauspieler in dem Gewerbe manchmal anfangen und dass es nicht selten vorkommt, dass sie kein Glück haben und eben in ganz anderen Berufen enden könnten. Ganz großartig so unter der Hand erzählt. Solche Anspielungen mag ich einfach und dafür liebe ich "Scrubs"!

J.D.s Ansprache an den Hausmeister hat dann im Übrigen auch mal gesessen und man merkt insgesamt in dieser Staffel, dass J.D. sich nicht mehr soviel gefallen lässt, sondern dem Hausmeister auch das ein oder andere Mal Paroli bietet. Auf jeden Fall hat er den Hausmeister in der Ehre getroffen, als er ihm sagte, dass er einfach gehofft hatte, dass der Hausmeister mal ein Mann mit Visionen und Zielen war. Das führte dann tatsächlich dazu, dass er J.D. etwas anvertraut, was sonst niemand weiß und auch nicht wissen darf. So nahe standen sich die beiden wohl noch nie und werden sie sicherlich auch nie wieder.

Altersprobleme

Carla und Cox haben ganz andere Sorgen. Sie fühlen sich alt. Cox hat Angst davor, sich nicht mehr um seinen Sohn kümmern zu können und will sich deshalb nicht anmerken lassen, dass sein Vorzeige-Dunking, der wunderbar von Enrique Eglesias untermalt wurde, zu heftigen Rückenschmerzen geführt hat. Da kommt voll und ganz der stolze Dr. Cox durch. Eigentlich ist es total süß, dass er sich so sehr darum sorgt, ein guter Vater zu sein, aber etwas übertreibt er schon. So alt ist er nun noch nicht und schon weil er diesen anstrengenden Job jeden Tag mit Bravour meistert, sollte ihm doch auch klar sein, dass er auch vor seinem Sohn eine gute Figur machen kann. Aber das sind eben die kleinen Sorgen.

Eigentlich ganz ähnlich geht es Carla, die sich zwar wunderbar über Cox lustig machen kann, aber im Vergleich zu Turk auch einfach schon etwas reifer ist (und das ist in ersten Linie nicht aufs Alter bezogen). In Gedanken ist sie schon bei einem Kind, was Turk völlig durcheinander bringt. Die Vorstellung, dass er panikartig einfach aus dem Auto springt, ist mehr als nur gelungen und drückt die klischeehafte Einstellung, die viele junge Männer zu Kindern haben sollen, sehr gut aus. Zur Sicherheit fragt Turk dann auch mehrmals nach, ob mit der Verhütung alles in Ordnung ist. Arme Carla. Deutlicher konnte die Ansage von Turk nicht sein. Diese Pläne kann sie also auf Eis legen. Gefundenes Fressen für ihre Altersprobleme, denn wenn der Freund noch ganz jugendlich keinen Gedanken an ein Kind verschwendet und lieber um die Häuser zieht, ist es Carla, die sich schon so viele Gedanken macht und damit völlig allein ist. Naja, das wird schon noch.

Fazit

Eine unterhaltsame Folge, die irgendwie nur existenzielle Fragen behandelt und vor allem durch die Geschichte um den Hausmeister zu überzeugen weiß.

Emil Groth myFanbase

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