Bewertung: 8

Review: #6.14 Mein scharfes Kindermädchen

Da war sie mal wieder, eine Episode, bei der in den letzten Sekunden die Gemütslage bei Charakteren und Zuschauern komplett umschlägt und man plötzlich fast alles vergessen hat, was man vorher noch lustig fand.

Babysitter

Da sowohl Carla als auch Turk wieder arbeiten, ist es natürlich schwer, rund um die Uhr für die Tochter da zu sein. Der einzige Ausweg ist ein Babysitter und nach langem Nachdenken hat sich Carla für eine junge Frau entschieden, die nicht nur Turk und J.D. den Kopf verdreht. Und dank der heutigen Technik können sie ohne Probleme die Vorzüge dieser Frau genießen. Da Männer eh alle gleich sind, muss das Horn betätigt werden und die gesamte männliche Belegschaft trifft sich zum Gucken. Sehr witzige Idee, vor allem dann die faulen Ausreden, damit Carla nicht die Wahrheit erfährt. Aber Turks Tollpatschigkeit erübrigt das dann sowieso. Carla ist sauer, was J.D. auf den Plan bringt. Er muss sich mit ihr verabreden, weil Turk dann den Reiz an ihr verliert.

Mal abgesehen davon, dass Turk diesen Fakt schon früher hätte erzählen können, um dem einen oder anderen Konflikt aus dem Weg zu gehen, war dieser Part einfach nur genial. Elliot als unattraktives Mannsweib war genauso zum Lachen wie die Geschichte, die J.D. Turk dann auftischt. Allein die Tatsache, dass J.D. überhaupt dachte, dass man ihm das abnehmen könnte, ist typisch "Scrubs". Dass Turk dann aber einen logischen Grund findet, warum dieses Fantasieprodukt nicht real sein konnte, setzt dem dann noch die Krone auf. Der Plan ist also misslungen und Turk bittet einfach um Verständnis dafür, dass er auch mal gucken will. Carla feuert die Babysitterin danach, was in ihrer Situation konsequent ist und sich später sowieso als absolut richtig erweist.

Danke

Elliot macht alles für ihre Patientin und handelt sich dadurch Ärger mit Kelso ein, der im Prinzip immer nur darauf wartet, ihr eins auszuwischen. Er ist stur genug, um Elliot weiter konsequent zu meiden und nicht mit ihr zu reden. Die Gründe sind schon länger bekannt, nur Elliot wollte das nicht wirklich nachvollziehen können. Es ist dann schließlich Carla, die als Menschenkenner fungiert und Elliot auf die Sicht aus Kelsos Perspektive hinweist. Da sie es endlich verstanden hat, nimmt sie das Heft in die Hand, geht auf Kelso zu und schafft es mit einem wirklich netten und vor allem sehr ehrlichem Dankeschön (und dem Hund) ihren ehemaligen Chef und Ausbilder zu besänftigen. Somit geht ein Abschnitt zu Ende, der zwar durchaus komisch war, insgesamt aber etwas nervte, weil er so langwierig war. Eigentlich war von Anfang an klar, dass nur eine Aussprache nötig ist, um das zu klären. Trotzdem hat mich die Art und Weise von Elliot wirklich beeindruckt.

Schlecht ist manchmal gut

Cox kümmert sich rührend um Jordan und erntet dafür gleich zweierlei Dinge. Zunächst bekommt er ein wirklich sehr bewegendes Danke von Jordan, das man ihr nun wirklich nicht zugetraut hätte. Cox hat das wirklich berührt und auch wenn es nicht so direkt ausgedrückt wurde, war er in dem Moment wohl so stolz und gerührt wie lange nicht mehr. Diese Szene macht ihm gleichzeitig aber auch klar, dass schlechte Dinge auch ihr Gutes haben können. Eine Tatsache, die er partout nicht einsehen will. Laverne hat es tatsächlich geschafft, seiner Sturheit etwas entgegen zu setzen. Es sind immer wieder die Schwestern, die ihm den Wind aus den Fahnen nehmen. Laverne hat hier wirklich einen großartigen Moment, emotional und nah dran an der Wahrheit. Sie muss einfach glauben, dass diese vielen schrecklichen Dinge auch ein Gutes haben und wenn man will, kann man das sicherlich auch immer irgendwie so auslegen. Sie konnte Cox jedenfalls davon überzeugen.

Das Ende war dann einfach nur brutal. Die Lebensbejahende Laverne, die Cox ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern konnte, liegt im Koma. Schlagartig ändert sich alles. Was zunächst wie ein Spiel um die Frage war, wer nun recht hat, bekommt hier ein paradoxes Ende. Die eigentliche "Siegerin" Laverne widerlegt ihre eigene Philosophie mit ihrem persönlichen Schicksal. Oder sollte auch dies eine gute Folge haben? Man kann sich nicht vorstellen, was am möglichen Tod von Laverne gut sein soll und so bleibt ein Dr. Cox zurück, der noch nie so gerne unrecht gehabt hätte, wie in dieser Situation.

Fazit

Eine sehr witzige Story, eine Story, die endlich ihr Ende findet und eine Story, deren Ende wirklich an die Nieren geht. Alles dabei und so schockierend wie selten, aber der letzte Tick fehlte. Acht Punkte.

Emil Groth - myFanbase

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