Bewertung: 7

Review: #7.13 Wer schön sein will, muss sterben

Diese Episode beweist einmal mehr, dass die Autoren es einfach nicht hin bekommen, staffelübergreifende Geschichten geschickt zu erzählen. Schon in der letzten Episode ist mir ein klein wenig sauer aufgestoßen, dass Shawn und Juliet sich anscheinend außerhalb der Kamera angenähert haben und wieder ein Paar geworden sind. Am Ende von #7.13 Nip and Suck it haben wir dann den endgültigen Beweis, dass die beiden ihre kleine Durststrecke überwunden haben und nun offiziell wieder zusammen sind.

"Jules and I are back together again. Officially."

Nein, es gibt keine Szene, in denen die beiden sich aussprechen oder Shawn die Gelegenheit bekommt, ihr zu beweisen, dass er verstanden hat, um was es ihr bei der Trennung überhaupt gegangen ist. Stattdessen stolziert Shawn einfach nur ins Büro und teilt Gus mit, dass er und Juliet wieder zusammen sind. Dann prahlt er noch damit, dass er hart dafür arbeiten musste, aber letztendlich wohl sein Charme gesiegt hatte und ich bin kurz davor, mein Notebook gegen die Wand zu donnern vor Ärger.

Die ganze Sache um die Trennung wurde so groß aufgezogen und zog sich über drei oder vier Episoden. Es tat gut, dass dass Juliet endlich ihre Naivität Shawn gegenüber überwunden hatte und es ist auch schön, dass sie am Ende erkannt hat, dass Shawn eben so ist, wie er ist und sie nicht absichtlich belogen hat. Dass die Auflösung dieser Geschichte dann jedoch unter Ausschluss der Fans stattfindet, ist einfach nur dreist. Vielleicht lag es ja daran, dass diese Staffel durch das außer der Reihe laufende Musical ein paar Episoden weniger enthielt alt sonst. Aber selbst dann hätte man ein paar Minuten darauf verwenden können, diesem Paar die Gelegenheit zur Aussprache zu geben.

"Let's see what the old fart has up his sleeve."

Der Rest der Episode gerät gerade wegen der letzten Szene fast schon ein wenig ins Hintertreffen, obwohl sich dieses Mal ein richtig interessanter Fall entspinnt. Nein, innovativ ist die Geschichte von der jungen Frau, die durch eine Botox-Injektion stirbt und die Ermittler dadurch in die ganz und gar nicht glamouröse Welt der Schönheitschirurgen führt, wahrlich nicht. Aber der Fall punktet durch das tolle Zusammenspiel von Vater und Sohn. Henry Spencer ist es dieses Mal nämlich, er bei einem Vogelkundeausflug über eine tote Frau stolpert und danach einfach nicht davon ablassen kann, selbst zu ermitteln.

Der arme Henry hat es wirklich schon schwer, denn dank seines Rückzugs vom aktiven Polizeidienstes ist er so gelangweilt, dass er nicht so recht weiß, was er mit sich anfangen soll und sogar mit einigen Senioren auf Vogelschau geht. Bei dieser Gelegenheit muss ich doch mal feststellen, dass es ungewöhnlich erscheint, dass ein Mann von Henry alter schon so lange in Rente ist. Laut dieser Episode ist er gerade mal 55 Jahre alt, was auch heißt, dass er zu beginn der Serie vor sieben Jahren gerade mal 48 Jahre alt war und schon damals im Ruhestand war. Ich weiß ja nicht, was Henry passiert ist, aber Ende 40 scheint mir etwas sehr früh zu sein.

Kein Wunder also, dass Henry hin und wieder langweilig wird. Da kommt solch ein kleiner Mordfall natürlich gerade gelegen. Voller Freude stürzt sich Henry in die Ermittlungen und ist amüsiert, dass er Shawn immer wieder einen Schritt voraus ist. Es dauert etwas, bis die beiden erkennen, dass sie weit bessere Resultate einfahren können, wenn sie aufhören, sich gegenseitig überbieten zu wollen und stattdessen ihre Stärken kombinieren.

Es ist unglaublich witzig, wie die beiden sich am Ende zusammenraufen und gemeinsam den Täter überführen. Ich hoffe inständig, dass Henry seine Drohung wahr macht und hin und wieder im Psych-Büro auftaucht, um den ein oder anderen Fall zu übernehmen. Ich rechne zwar nicht wirklich damit, weil die Autoren es nicht verstehen, sämtliche Darsteller des Casts adäquat in eine Episode zu integrieren, aber es wäre sicherlich amüsant. Genauso wie ich nicht davon ausgehe, dass wir Henrys Freundin, dargestellt von Lori Laughlin, noch einmal wiedersehen werden.

So amüsant die Shawn-Spencer-Show auch immer ist und wie toll sich Gus als Sidekick macht, so sehr schmerzt es manchmal, dass es die Autoren nicht auf die Reihe bekommt, allen Hauptdarstellern – immerhin ganzen fünf (!) – eine sinnvolle Rolle in einer Episode zukommen zu lassen. So rücken dieses Mal Juliet und Lassiter wieder deutlich in den Hintergrund. Ich weiß im Moment nicht einmal recht, ob Juliet überhaupt mehr als zwei Sätze in dieser Folge zu sagen hatte und Lassiter mehr als nur sein demonstrativ genervtes Augenrollen ob der Spencer-Methoden zeigen durfte.

Fazit

Man könnte jetzt meinen, dass ich mit der Episode unzufrieden bin, was eigentlich gar nicht der Fall ist. Es gibt viele witzige Szenen zwischen Vater und Sohn, Gus' hat ein paar richtig wundervolle Momente und die Zeit verfliegt nur so während der skurrilen Ermittlungen. Kurzum, "Psych" macht Spaß. Man darf eben nur nicht so sehr darüber nachdenken, welche Möglichkeiten die Serie hätte, würde man den Fokus nur ein klitzekleinwenig von Shawn Spencer auf den restlichen Cast verschieben. Da ich aber nicht davon ausgehen, dass sich das irgendwann noch einmal ändern wird, ist es vielleicht an der Zeit, "Psych2 so zu akzeptieren, wie es über die Jahre gewachsen ist. Für großartige Charaktermomente gibt es andere Serien. "Psych" ist und bleibt ein toller Happen für zwischendrin. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Melanie Wolff - myFanbase

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