Bewertung: 8

Review: #2.03 Manya Mabika

"Nip/Tuck" brilliert nicht nur durch spektakuläre Operationen, sondern bringt auch immer wieder Schicksale von Menschen in den Vordergrund, die zum Nachdenken anregen. So führen uns die Serienmacher dieses Mal vor Augen, welch grausames Schicksal tausende afrikanische Frauen in ihrem Leben erleiden müssen, wenn sie als junge Mädchen beschnitten werden. Dabei verzichtet man diesmal auf allzu sexistische, erniedrigende Szenen, auch wenn Christian mit Manya in gewohnter Manier ins Bett steigt. Doch es wird durchaus deutlich gemacht, wie die Folter, die den jungen Mädchen in ihrer Heimat angetan wird, deren Gefühlsleben beeinflussen. Mutig, dass "Nip/Tuck" sich an ein derartiges Thema wagt und trotz der ansonsten sehr exhibitionistischen Darstellungsweise eher auf die leisen Töne setzt.

Trotz der ernsten Thematik dürfen natürlich auch dieses Mal die persönlichen Probleme unserer beiden Schönheitschirurgen nicht fehlen. Das Liebesleben von Julia und Sean liegt brach und wird erst dann wieder besser, als Erica endlich die Tür von hinter sich ins Schloss fallen lässt. Julia kann sich endlich von ihrer resoluten Mutter befreien, auch wenn es den Anschein hat, als hätte sie kurz vor ihrem Abgang noch einen wunden Punkt bei Julia getroffen, als sie ihr vorwirft, mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Christian zu hegen.

Apropos Christian. Es ist wundervoll mit anzusehen, wie sehr Christian in den kleinen Wilbur vernarrt ist und sogar bereit ist, ihn zu adoptieren. Dass ihm mal wieder Gina einen Strich durch die Rechnung macht, ist klar. Die Frau wird er so schnell nicht wieder los, auch wenn er es sich wünschte. Und Christian gäbe durchaus einen guten Vater ab, denn der kleine Wilbur bringt das Beste von ihm zu Tage. Der Womanizer wird plötzlich ganz zahm eine Tatsache, die sich zwar schon öfter einmal andeutete, jedoch mal erfrischend anders ist, als das Verhalten von Christian sonst. Schön zu sehen, dass mehr hinter Christian steckt als nur eine sexbesessene Lustmaschine.

Die vierte, nennenswerte Storyline bekommt dieses Mal Famke Janssen, die als Lebenstrainerin Ava eingeführt wird, um Julia bei der Bewältigung ihrer Probleme zu helfen. Die Idee mit dem Lifecoach ist wohl typisch amerikanische Upper-Class. Wer würde sich hierzulande schon einen eigenen Lebenstrainer leisten. Einen Fitnesstrainer ja vielleicht sogar einen Psychiaterbesuch, aber jemanden, der einem hilft, das Leben wieder in den Griff zu bekommen? Für mich Typisch amerikanisch! Dennoch finde ich die Idee interessant, denn Julia braucht eine Frau an ihrer Seite, die ihr zeigt, wie sie sich von alten Ballasten (z.B. Ihrer Mutter Erica) zu lösen, um endlich wieder ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Ich freue mich jedenfalls, mehr über Ava zu erfahren und damit auch mehr von Famke Jannsen zu sehen, die in jeder Szene eine unglaubliche Präsenz auf der Leinwand hat.

Alles in allem eine solide Folge, nicht zuletzt, weil dieses Mal mehr wert auf das Schicksal der Patientin gelegt wird und die Charaktere die Möglichkeit haben, sich ohne große Skandale weiter zu entwickeln.

Melanie Brandt - myFanbase

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