Bewertung

Review: #1.06 Chuck gegen den Sandwurm

Foto: Chuck - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Chuck
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Zu Beginn der Folge befürchtete ich zum ersten Mal, es mit einer schlechteren Episode zu tun zu haben...

Der Fall: Lazlo Mahnowski

Lazlo war kein sonderlich interessanter Charakter und entsprach dann doch einigen Klischees, die auf eine merkwürdige Art überzeichnet wurden. Leider stand er ziemlich im Mittelpunkt der Folge und die Storyline um ihn herum war doch sehr sprunghaft, sodass es relativ schwer war, Lazlo einzuschätzen und ihn als Charakter zu akzeptieren. Dass er zum Beispiel Chuck mit einer Wasser(!)pistole bedroht und kurz darauf aber eine Rakete nach Texas schicken will (und kann), steht doch sehr im Gegensatz.

Auch Chucks Reaktionen auf Lazlo waren teilweise etwas merkwürdig. Natürlich: Chuck ist ein bisschen hilflos, wenn es darum geht, den richtigen Menschen zu vertrauen, aber mit einem Mann, der ihn mit einer Pistole (auch wenn es nur ein Spielzeug ist) überfällt, einen Film in einem absolut menschenleeren Geschäft anzusehen, ist doch etwas übertrieben dämlich. Spätestens nachdem Lazlo sämtliche Sender Chucks "eliminiert" hatte, wäre doch jeder halbwegs normale Mensch verschwunden! In dieser Szene haben wir auch schon die nächste Ungereimtheit: Lazlo bittet Chuck, ihn vor der CIA zu verstecken, und Chuck versteckt ihn im Vorführraum des Buy More. Nicht nur, dass Casey im Buy More arbeitet, der Vorführraum ist - wie Chuck sehr wohl weiß - auch noch eine Art Kommunikationshauptquartier von Casey und Sarah, also wirklich nicht der beste Platz, um den Flüchtling unterzubringen. Hier vermisse ich eindeutig die Sorgfalt, mit der "Chuck" sonst geschrieben wird.

Der Rest der Folge hingegen war ziemlich gut. Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass Chuck Lazlo aufgrund eines Filmes "enttarnt" hat, typisch Nerd eben. Natürlich war diese "grünes Kabel oder rotes Kabel"-Sache ein kleines bisschen klischeehaft, aber was soll's. Und die James Bond-Anspielung, als der Timer bei 007 (Sekunden) stehen bleibt, war auch nicht schlecht, obwohl ich zugeben muss, dass ich das erst beim zweiten Mal bemerkt habe.

Morgan wird erwachsen...

... und ist dabei amüsant wie immer. Seine Wie-werde-ich-ein-Mann-Lektion mit Captain Awesome war wirklich zu witzig, vor allem der ach so entscheidende Schritt, sein Hemd in die Hose zu stecken und Morgans Gerede, dass er nicht wisse, ob er schon bereit dafür sei. Auch seine Szenen mit Chuck waren lustig, vor allem die (zweimal vorkommende) Sandwich-Diskussion, die die beiden doch mal wieder als "nicht so ganz normal" ausweist.

Allerdings waren diese Szenen nicht nur lustig und unterhaltend: meiner Meinung nach hat die Freundschaft von Chuck und Morgan in dieser Folge einen Schritt nach vorne gemacht. So war die Szene, in der Morgan dem Mann, der die Vorstellungsgespräche führte, diese Lobesrede für Chuck hielt, direkt ein wenig rührend - auf eine typisch "Chuck"-komische Art und Weise. Ich hätte anstelle von Morgan dem Mann einfach erzählt, Chuck hätte einen dringenden familiären Notfall gehabt, zum Beispiel eine schwere Krankheit oder etwas dergleichen. Noch so eine Szene haben wir ganz am Ende der Folge auf der Halloween-Party, als Chuck Morgan mit einer großzügigen Geste den Kopf des Sandwurmes überlässt (hier erkennt man übrigens auch wieder den Sinn für Details in der Serie, als Ellie zuerst im Kopf des Wurmes nach Chuck sucht, da sie das ja schon von jeher so gewöhnt ist.)

They think we're getting busy.

Obwohl diese Folge sich nicht wirklich auf Sarah und Chuck zusammen konzentrierte, finde ich, dass endlich mal ein wenig Bewegung in die Beziehung zwischen den beiden kam. In der ersten Szene in Chucks Zimmer zum Beispiel konnte man die Spannung deutlich "spüren". Vor allem, da Sarah, die sonst immer so souverän auftritt, doch irgendwie ziemlich nervös wirkte. Und sie verkleidet sich auf der Halloween-Party als Leia aus Star Wars! Wenn das mal keine romantische Geste ist, denn wer würde sich mehr eine Frau in Leias Sklaven-Bikini wünschen als ein Computerfreak? Außerdem macht sie extra für Chuck ein weiteres Foto, damit er etwas "echtes" auf seinem Nachttisch stehen hat, und bezeichnet ihre Beziehung als "echt, nur anders".

Allerdings ist diese ganze Vertrauenssache zwischen Sarah und Chuck inzwischen ein wenig ausgelutscht, da dies eigentlich in jeder Folge ein Thema ist. Natürlich ist es interessant und soll auch behandelt werden, aber hinsichtlich dieser Sache sollten die Serienmacher auch mal einen Schritt nach vorne wagen und sich ein neues Hindernis zwischen Chuck und seinen Agenten ausdenken. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die ganze Serie bald etwas lahm wird.

Fazit

Wie bereits gesagt, lag der Fokus dieser Episode viel zu stark auf Lazlo und da dieser nicht wirklich interessant und schlüssig gezeichnet ist, wirkt sich das natürlich stark auf die ganze Folge aus. Außerdem gerieten meiner Meinung nach dadurch einige andere Personen in den Hintergrund, vor allem Ellie und Casey. Allerdings war der Rest der Folge gut und es ist durchaus interessant, mal eine dunkle Version von Chuck durch Lazlo kennenzulernen. Es ist wahrscheinlich die schlechteste Episode bis jetzt, doch sie ist trotzdem sehenswert.

Pepita Gigglinger - myFanbase

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