Bewertung: 6

Review: #1.14 Unter Beobachtung

Foto: Chris Noth, Good Wife - Copyright: Paramount Pictures
Chris Noth, Good Wife
© Paramount Pictures

In dieser Episode geht es heiß her. Die Wohnung der Florricks wird überprüft, damit alles vorbereitet ist, sollte Peter nach Hause dürfen, und dann erhält Alicia einen Anruf, der ihre Planung für die darauffolgenden Tage völlig auf den Kopf stellt.

Ein Kindermädchen wird blutverschmiert, nackt und ermordet in der Dusche des Paares gefunden, auf dessen Kinder sie hätte aufpassen sollen. Schnell gehen die Ermittlungen dahin, dass eine Affäre und damit auch ein Mord aus Eifersucht Grund dafür gewesen sein könnten. Will, Diane, Cary, Kalinda und Alicia durchleben spannende 48 Stunden, in denen sie so viele Beweise und Gegenbeweise finden müssen wie möglich. Und dann muss sich das Team auch noch spalten, weil beide Ehepartner unter Verdacht geraten. Der ganze Fall war so unheimlich hektisch, dass es einem schwer fiel, während der Episode mal zur Ruhe zu kommen. Mir war auch die ganze Zeit über unklar, wem man nun Glauben schenken konnte. Das war natürlich auch vollkommen beabsichtigt, sonst hätte man nicht so viele Verdächtige und so viele Motive präsentiert. Misstrauen spielte hier genau wie Eifersucht und Angst vor der Reaktion des Partners eine zentrale Rolle. Das alles wurde aus so vielen Blickwinkeln betrachtet, dass die Auflösung des Falls am Ende schon eher langweilig wirkte und mir auch ein bisschen zu kurz kam. Aber bei so viel Action blieb wohl einfach nicht genug Zeit, der Folge einen runden Abschluss zu geben.

Hatte es mich in #1.12 Schmerzmittel noch gestört, dass Cary manchmal etwas kurz kommt, so hatte er in dieser Folge eine auffällige Rolle und einen starken Moment am Ende. Auffällig in der Hinsicht, dass er sich an seinem freien Tag ein paar Drogen genehmigt hatte und nun gar nicht in der Lage war, sich ernsthaft um den Fall zu kümmern. So sahen wir ihn eigentlich immer nur kichernd oder seinen Schal anstarrend in der Ecke hocken. Hätte er allerdings auch noch einiges zu tun bekommen, hätte man das sicherlich nicht mehr in der Folge unterbringen können. So hat man Cary zwar nicht komplett ausgeblendet, aber immerhin mal kurzzeitig aufs Abstellgleis manövriert. Damit er aber nicht vollkommen überflüssig wurde, kam gegen Ende der Episode immerhin noch zur Sprache, dass der Wettkampf zwischen Alicia und ihm in dieser Folge sehr zum Nachteil für ihn hätte ausgehen können. Er wusste, dass er einen Fehler gemacht hatte, konnte ihn aber nicht zurücknehmen. Deshalb ist er Alicia sehr dankbar, dass sie ihn nicht an Will und Diane verpfiffen hat. Es bleibt nur die Frage, ob er in einer ähnlichen Situation genauso gehandelt hätte... wahrscheinlich nicht. Alicias Worte, dass die beiden schon genügend Gegner hätten und sich nicht auch noch gegenseitig Steine in den Weg werfen bräuchten, fand ich hier sehr schön. Im Endeffekt können sie durch ihre Arbeit positiv auffallen und sollten dadurch auch am Ende die Stelle bekommen. Den anderen aber anzuschwärzen, wäre unfair und dafür ist Alicia wohl auch zu erwachsen. Vielleicht schneidet sich Cary ja eine Scheibe von diesem vorbildlichen Charakter ab.

Parallel zu dem Ermittlungskrimi in der Kanzlei findet die Anhörung statt, ob Peters Fall neu aufgerollt werden kann. Childs bietet Peter einen Deal an, um ihn auf der Karriereleiter aus dem Weg zu schaffen, vor Gericht werden Lügen erzählt und Alicia schafft es wegen ihres eigenen Falls in der Kanzlei nicht mal, dem ganzen viel Aufmerksamkeit zu widmen. Vielleicht ist ihr das aber auch recht, da sie schon mit genug Details über Peters Verfehlung konfrontiert wurde und ihr letztes Aufeinandertreffen mit Amber Madison doch für einigen Wirbel gesorgt hat. Sie ist immer noch unsicher, ob sie Peter noch in ihrem Leben haben möchte. Da die letzten Monate eine Ausnahmesituation waren und sie das Ganze vielleicht immer noch nicht richtig verarbeitet hat, versucht sie so nüchtern wie möglich an die Sache heranzugehen. Ihr Verhalten finde ich absolut nachvollziehbar und ich weiß nicht, was Peter von ihr erwartet. Soll sie ihm um den Hals fallen und all seine Fehltritte verzeihen, nur weil er jetzt nicht mehr im Gefängnis sitzt? Ich bin gespannt, was aus den beiden wird, wenn sie sich nun täglich sehen und wieder unter einem Dach leben. Wird Peter akzeptieren, dass nun ein umgekehrtes Rollenbild in der Familie herrscht? Wird es eine richtige Versöhnung zwischen den beiden geben oder wird Alicia weiterhin abwarten, wie sich ihr Leben entwickelt, wenn Peter wieder zuhause ist? Abseits ihrer eigenen Gefühle wird sie wohl auch immer abwägen, was das beste für ihre Kinder ist und dabei spielt Peters zukünftiges Verhalten wohl eine wichtige Rolle.

Fazit

Eine turbulente Episode, in der man ab und zu den Faden verloren hat. Sowohl der Mordfall als auch Peters Anhörung vor Gericht boten ständig so viele neue Informationen, dass man sich nur schwer auf eine Sache konzentrieren konnte. Mit dem Ende der Folge wurde durch Peters Heimkehr aber ein Meilenstein erreicht, der die Handlung der nächsten Folgen stark prägen wird.

Catherine Bühnsack – myFanbase

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