Bewertung

Review: #13.11 On the Way

Während bei den meisten der "Chicago P.D."-Hauptcharakteren schon klare Richtungen für diese 13. Staffel zu erkennen waren oder sogar bereits abschließende Momente angeboten wurden, gibt es für einen kleineren Kreis zwar Impulse, aber noch keine Klarheit, wie man es als Zuschauerschaft gerne erlebt. Das wird hier nun geändert, denn wir haben einen neuen Plan für Kevin Atwater.

Ich muss schon sagen, dass mir die Episode insgesamt nur wenig gegeben hat, was dann aber funktionierte, das war dann gleich großartig und das macht die Bewertung einer solchen Folge dann doch recht schwierig. Wie haben wir Kevin denn zuletzt zurückgelassen. Wir hatten seine Episode #13.05 Miami, in der ein bisschen offen war, ob er sich vielleicht überreden lässt, einen völligen Neuanfang zu wagen, indem er die Stadt verlässt und das wurde durch seine Kollegin Tasha Fox verkörpert, die nach Miami zur Polizei gewechselt ist. Sie hatten dann eine feurige Nacht zusammen und am nächsten Tag Tashas Nachricht, dass er weiß, wo er sie findet. Ich hatte geurteilt, dass es zu Kevin passt, so einen Wegzug nicht durchzuziehen, weil Chicago für ihn in vielfältiger Weise Heimat ist. Das ist also die Ausgangslage für diese Episode, in der man merkt, dass Kevin zwar seiner Heimat treu bleiben will, aber dennoch nach neuen Impulsen sucht. Eine Nachricht an Tasha zu schreiben, das erscheint ihm ein zu hohes Risiko, aber ein neues Auto, darum zirkuliert er immer konkreter. An der Stelle fand ich es auch großartig, dass die Freundschaft zu Kim Burgess mal wieder enger in den Blick genommen wurde. Sie hat ihn die ganze Zeit durchschaut und ihn wegen Tasha ermuntert und das auf eine aufziehende Art und Weise, die aber große Liebe ausdrückt.

Doch trotz der moralischen Unterstützung ist es erstmal das Auto geworden und das löst den Fall der Woche aus. Ich fand es vom Teaser her eigentlich interessant, in die Autoszene einzutauchen. Es wäre nicht meine Szene, aber es lässt sich in Serie/Filmen immer gut inszenieren, gerade für eine Serie wie "Chicago P.D.". Doch leider kam es dann nicht rüber. Ich kann es auch gar nicht richtig benennen, was nun genau nicht passte, aber ich fand es einfach belanglos. Der ganze Fall hatte für mich nicht so eine Brisanz, dass ich richtig mitfühlen konnte. Zudem fand ich ihn auch nicht ideal auf Kevins aktuelle Situation zugeschnitten. Mit Lolos Weisheit, man müsse agieren, damit man sich nicht in sich selbst verliert, war mir das zu wenig, denn im Grunde hat Kim das auch gesagt und da brauchte es bestimmt nicht Lolo, der noch sichtbar grün hinter den Ohren war. Ich habe mich zwar über Benjamin Wadsworth in dieser Rolle gefreut, weil ich ihn aus "Tell Me Lies" kenne, aber unter dem Strich war die Beziehung zwischen ihm und Kevin jetzt nichts, was ich ewig im Kopf behalten werde. Und da der Fall doch sehr dominant in der Folge war, ist das einfach ein großer Teil gewesen, der für mich dahinplätscherte. Es fiel nichts negativ auf, aber positiv eben auch nicht.

Damit wären wir dann aber an dem entscheidenden Punkt angekommen, der mich extrem neugierig macht, ja, sogar aufgeregt, weil es die beste Storyline für Kevin werden könnte. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir Tasha wiedersehen. Die Serie ist so schlampig, wenn es um Love Interests für Kevin geht, dass ich jegliche Hoffnungen immer begrabe. Tasha fand ich cool, klar wollte ich sie wiedersehen, aber es war für das Gefühl gut, dass ich sie eigentlich schon abgehakt hatte. Schon die Szene an der Tür hat sofort wieder die Chemie offenbart und es war auch sehr charmant, wie Kevin dann erstmal runterspielen wollte, was er ihr gegenüber fühlt, obwohl wir ja seine ganzen Versuche, Tasha zu schreiben, mitbekommen haben. Aber er war letztlich ehrlich, dass da etwas ist, was er unbedingt erkunden will, in dem Wissen, dass die Entfernung Chicago/Miami es nicht gerade einfach macht. Aber jetzt müssen sie eine Lösung finden, denn Kevin Atwater wird Papi! Auch damit habe ich null gerechnet, aber was für eine passende Idee. Es ist zwar ein heikles Ding, denn OneChicago und Nachwuchs, explosives Thema, aber auch wenn dieses Kind vielleicht nie das Licht der Welt erblicken wird, aber es ist etwas, was wir für Kevin so noch nicht hatten, was aber auf ihn als Mensch wunderbar passt. Deswegen knie ich auch vor der Reaktion von ihm nieder, weil ich hätte es genauso geschrieben. Erst dieser Gesichtsausdruck, den man gar nicht richtig einsortieren konnte, der aber für mich einer ist, wenn es in einem wie bekloppt rodelt und man alle Gefühle auf einmal fühlt, sodass es nach außen wie ein Roboter aussieht. Und dann dieses Lächeln, dieses richtig ehrliche Lächeln, weil alle Gefühle einmal durchgespielt wurden und Freude geblieben ist.

Denn klar freut es Kevin, Vater zu werden! Wir haben das Verantwortungs-Thema in dieser Episode schließlich wieder latent präsentiert bekommen. Denn als Kevin um das Auto verhandelt hat, war sofort rauszuhören, dass er für das Auto keine unsinnige Investition macht, nur weil vielleicht die Midlife-Crisis anklopft. Nein, er hat wieder seine Geschwister erwähnt und dass sein Gehalt keine großen Sprünge erlaubt. Und Vatersein ist eine große Verantwortung, in der Kevin aber erst richtig aufblüht. Dementsprechend genau die richtige Idee für ihn und das wird Tasha erstmal in der Serie halten. Mit dem Deal gehe ich gerne in die Zukunft. Ich fand es nur schade, dass wir zu dem Mustang nicht noch einen Abschluss bekommen habe. Es ist offen, ob er das Auto jetzt kauft oder nicht, ausgeschifft wurde es von Duke ja nicht. Aber ich fand die Symbolik eigentlich nett, dass Kevin das Risiko mit Tasha und dem Auto gegeneinander abgewogen hat und letztlich ist er das größere Risiko eingegangen, indem er sich bei Tasha gemeldet hat. Da brauchte es das Auto eigentlich nicht mehr. Aber da spricht vielleicht meine romantische Ader aus mir…

Fazit

Eine insgesamt belanglose Episode endet dann doch noch mit einem inhaltlichen Paukenschlag. Die private Entwicklung für Kevin Atwater macht mich richtig glücklich. Auch wenn da wieder viel an Enttäuschung kommen kann, aber als Idee will ich es als großartig stehen lassen.

Lena Donth – myFanbase

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