Bewertung: 8
Mark Neveldine & Brian Taylor

Crank

Adrenalin ist alles was ihn noch am Leben hält. Sobald er stehen bleibt, ist er tot...

Foto: Copyright: 2007 Universum Film GmbH
© 2007 Universum Film GmbH

Inhalt

Chev Chelios (Jason Statham) ist ein Profikiller und arbeitet für ein Kartell. Nachdem er einen Auftrag ausgeführt hat, wird er zur Zielscheibe seiner Gegner und Verbündeten. Doch anstatt ihn einfach umzulegen, spritzen sie ihm einen chinesischen Giftcocktail. Überraschenderweise schafft Chev es länger zu überleben, als seine Gegner gedacht haben, denn er hat einen Weg gefunden, wie er seinen Tod verlangsamen kann: Adrenalin! Und nun ist er auf der Suche nach seinen Mördern und schwört Rache.

Kritik

Mein Kriterium für "Crank" war nicht zuletzt Jason Stathams Darstellung in den Filmen "Snatch" und "The Transporter", sondern auch die aufdringliche Werbung und der gut gemachte Trailer, der einem viel Action und wenig Handlung versprach.

Und genau dabei ist es auch geblieben. "Crank" hinterlässt keine Spuren von einem Film, über dessen Handlung man noch Wochen später nachdenkt. Dessen Intention einen in seinen Gedanken gefangen hält und dessen tiefer Sinn einen immer wieder im Alltag begegnet. Nein! "Crank" zählt definitiv nicht zu den Filmen, über die ich immer wieder nachdenken werden und die ihre Spuren bei mir hinter lassen. Ist das was Schlimmes? Setzt es diesen Film herab?

Nein! Denn "Crank" stellt auch gar nicht den Anspruch so zu sein. Es ist vielmehr ein Film, der abgedreht, durchgeknallt und voller Action ist. Und genau das habe ich mir von dem Film erhofft und wurde aus diesem Grund keineswegs enttäuscht, sondern meine Erwartungen wurden komischer Weise fast übertroffen.

Schon die Einleitung in den Film hat mich fasziniert. Die einzelnen Kameraeinstellungen, das Spiel mit den verschiedenen Sichtweisen auf die gleiche Szene, haben diesem Film die nötige Geschwindigkeit gegeben und neben der, meiner Meinung nach grandiosen Darstellung von Jason Statham, die Handlung geprägt. Hätte man mit der Kamera nicht die Sichtweise des Hauptcharakters eingefangen und den Zuschauer so durch seine Augen sehen lassen, dann hätte der Film viel an Tempo verloren und wäre langatmig und vor allem langweilig gewesen. Doch durch die rasanten Schnitte, die Splitscreens und die komplett überzogene Darstellung, sowohl durch die Farbgebung, als auch durch Special Effects, der einzelnen Ereignisse, hat dieser Film mich immer wieder in seinen Bann gezogen.

Nicht nur der Hauptcharakter war auf Adrenalin, sondern auch der Zuschauer bekam durch die vielen Eindrücke auf der Leinwand den Eindruck, dass sein Adrenalinspiegel um einiges gestiegen ist. Das hat einen mit dem Hauptcharakter verbunden und man war manchmal für die etwas ruhigeren Momente sehr dankbar, da man endlich einmal durchatmen konnte und die ganzen Eindrücke endlich einmal verarbeiten konnte.

Auch schien es oft so, als würde der Film sich selbst überholen, was durchaus nicht negativ gemeint ist. So vieles geschah auf einmal und wenn man etwas Luft holen konnte, wurde einem erst einmal bewusst, dass man gerade die Person am anderen Ende der Telefonleitung im Außenspiegel des Autos gesehen hatte, oder auf einer Leinwand im Einkaufszentrum. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man viele dieser Kleinigkeiten erst beim mehrmaligen Schauen des Films erkennen wird, aber genau diese Kleinigkeiten begeistern mich persönlich immer wieder in Filmen.

Genial, wie absurd zugleich, waren für mich auch die, teilweise sehr unprofessionell wirkenden, Einblendungen von Google-Earth, die uns den Weg von Chev auf seiner Suche nach seinen Gegner den Weg zeigten. Genauso auch, die "Untertitel", die mit groben Lettern geschrieben wurden und eher fehl am Platz erschienen, als gewollt. Aber genau diese absurden Kleinigkeiten, die einem manchmal das Gefühl gaben, dass man es hier mit einer Hobby-Produktion zu tun hatte, machten den Film aus und passten einfach wieder perfekt zu der überspitzen Darstellung von allem in dem Film.

Jedoch hatte der Film auch einen negativen Aspekt für mich: Eve! Die Freundin des Hauptcharakters an sich, passte einfach perfekt in den Film. Sie war einfach nur - dumm! Mehr nicht. Dumm! Aber das passte und war auf keinen Fall störend. Jedoch wurde sie in den Vordergrund gehoben, da Chev eben sein Leben durch sie verändern wollte und genau bei dieser Geschichte hat der Film für mich an Tempo und leider auch an Qualität verloren. Ich bin selten ein Freund von Liebesgeschichten in Actionfilmen und diese konnte mich definitiv nicht überzeugen, da ich sie einfach als störend erachtet habe. Wäre Eve einfach die Freundin von Chev gewesen, die er mag, aber die nicht "sein Leben" ist, dann wäre das für mich völlig in Ordnung gewesen, aber das auch dieser Film so viel mit der Liebe spielen musste und ihr sogar das Ende gewidmet war, hat mich leider sehr enttäuscht und ist auch der Grund für meinen Punkteabzug.

Ansonsten hat mir das Ende sehr gefallen und war meiner Meinung nach konsequent, obwohl ich mir ein "Baby schaff dir endlich ein Handy an", als letzten Satz lieber gehört hätte, als den eigentlich Schluss...

Für alle "Abspann-Gucker", wie ich es bin, gab es auch bei "Crank" eine kleine "Belohnung", denn man konnte sich noch ein kurzes kleines Videospiel ansehen, dass den gesamten Film innerhalb weniger Sekunden noch einmal wiedergegeben hat.

Fazit

Als Actionfilm hat "Crank" definitiv bestanden und, abgesehen von der Liebesgeschichte, hat er für mich nichts Negatives. Ich werde ihn mir auf alle Fälle noch mal ansehen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Die Handlung ist einfach, aber gut umgesetzt!

Annika Leichner - myFanbase
25.10.2006

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