Bewertung: 4
Mathieu Kassovitz

Gothika

"Man kann niemandem vertrauen, der denkt, man wäre verrückt."

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Miranda Grey (Halle Berry) führt ein glückliches Leben. In einer psychiatrischen Anstalt für Frauen arbeitet sie als Psychiaterin und betreut die schwer gestörten Patientinnen. Mit dem Leiter der Klinik, Douglas Grey (Charles Dutton), ist sie verheiratet und alles scheint gut.

Doch plötzlich ist alles anders. Miranda sitzt auf der anderen Seite der Glasscheibe. Sie ist in ihre eigene Klinik eingewiesen worden, da sie ihren Ehemann umgebracht haben soll. Miranda versteht die Welt nicht mehr: sie, die überhaupt nicht an übernatürliche Wesen glaubt, sieht sich nun nicht nur der Situation, sondern auch noch einem Geist gegenübergestellt. Da kann ihr auch ihr Ex-Kollege und nun-Therapeut Pete (Robert Downey Jr.) nicht helfen. Miranda macht sich auf die Suche nach den Gründen und findet Erschreckendes heraus...

Kritik

Was vom Inhalt her eigentlich ein ganz ordentlicher Horror-Streifen hätte werden können, wurde leider in der Umsetzung so ziemlich verbockt. Das Drehbuch wartet mit wenigen bis gar keinen Überraschungen und einfallslosen und altbackenen Dialogen auf. Dabei geben die Charaktere und die Story einiges an Potenzial mit, was leider kaum genutzt wurde.

Die Kamera und die Kulissen dagegen sind großartig. Die Psychiatrie, in Wirklichkeit ein Gefängnis in Kanada, ist der ideale Ort, um so eine Art Film zu drehen. Für den Film wurden jedoch die alten Gänge und Zellen mit Glasfronten und modernen Metall- bzw. Edelstahlmaterialien "dekoriert", was ein kaltes und doch modernes Bild von eben jener Klinik gibt. Die Kameraeinstellungen und –winkel passen sehr in die moderne Kulisse des Films. Alles wirkt – abgesehen von der Story – sehr einheitlich und professionell.

Und auch wenn Halle Berry großartige Arbeit leistet und sie sich bemüht, ihre Rolle für die Zuschauer sympathischer und einfühlsamer zu gestalten, so gelingt dies der Schauspielerin nicht wirklich. Die Figur bietet einfach zu wenig Hintergrundwissen. Sie wirkt kalt und unsympathisch und ist somit als Hauptcharakter für einen solchen Film mehr als ungeeignet. Schon etwas besser sieht es bei Pete Graham aus. Denn obwohl dieser deutlich weniger Screentime besitzt, schafft es das Drehbuch, ihn gut zu zeichnen. Er bleibt geheimnisvoll und bis zum Ende weiß niemand so Recht: Ist er nun Freund, oder Feind? Doch auch in Pete wäre noch mehr an Potenzial gewesen, zumal Robert Downey Jr. ihn großartig spielt. Genauso wie bei Chloe, der Figur, die Penélope Cruz zum Besten gibt. Denn auch Chloe hätte mit geschickteren Dialogen und ein bisschen mehr Screentime durchaus eine interessante Person werden könnten, doch so ist sie einfach nur unnahbar und uninteressant.

Was es noch mehr erschwert, mit diesem Film warmzuwerden, ist das verzerrte Realitätsbild, das der Film abgibt. Klar, Geistergeschichten können nie ganz realistisch erzählt werden, aber es ist nicht nur das. Viel zu viele kleinere und auch größere Dinge passieren einfach, ohne die Hintergründe zu erläutern, was keinesfalls dafür sorgt, den Film besser zu machen.

Fazit

Kein sonderlich guter, aber ein ansehnlicher Horrorstreifen, den auch Topstars wie Halle Berry, Penélope Cruz und Robert Downey Jr. kaum noch retten können.

Eva Klose - myFanbase
01.08.2004

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