Bewertung: 4
Jason Reitman

Thank you for Smoking

USA 2006, 92 min

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Danke fürs Rauchen, ihr Knallköpfe, muuuhahahhaa…
In der Zigarettenindustrie lacht man die Konsumenten aus. Das ist fast so dreist wie beim Glücksrad, da wurden ja immer die Konsonanten ausgelacht. Oder die traurigen Vokale. Oder das Kippenstummelchen Maren Gilzer. Wer diesen Humor mag, darf sich gerne "Thank you for smoking" anschauen. *hust*

Inhalt

Diesen Artikel kann ich nur mit kränzender Stimme schreiben, denn ich habe ein Larynxkarzinom. Tja, that’s life! Ich stelle mal eben einen Ventilator auf, damit ihr den Dunst nicht einatmen müsst. Ups, falsche Richtung… Heidewitzka, irgendwie klappt das mit dem Ventilator jetzt ähm nicht so recht.

ACHTUNG: DIESER ARTIKEL ENTHÄLT 0,00 KG NIKTOTIN, SOMIT KANN DAS LESEN DIESES ARTIKEL TÖDLICH SEIN. DAS LESEN DIESES ARTIKELS KANN ABHÄNGIG MACHEN. FANGEN SIE AM BESTEN GAR NICHT ERST DAMIT AN.

Rhetorik ist im Prinzip eine feine Sache. Sokrates hat diese zum Beispiel früher benutzt, um Leuten ihre Fehler aufzuzeigen. Heutzutage engagiert man solche 'Sokratesse' als abgezockte Dreckshunde in der Tabakindustrie. PR Manager Nick Naylor ist einer von ihnen. Für unglaublich viel Geld dreht er den 'Ziagarettomuchschosgegneros' jedes Wort im Munde um und lässt sie dumm aus der Wäsche gucken. Naylors Auftrag diesmal: er muss den Senator Finistirre stoppen, denn dieser möchte, dass auf jede Zigarettenschachtel ein Totenkopf gedruckt wird. Wozu denn Totenkopf? Die Leute müssen halt selbst entscheiden, was sie mögen. Sie probieren das erste Mal Schokolade, es schmeckt ihnen oder es schmeckt ihnen nicht. Schokolade ist weder für das Gewicht noch für die Zähne gut. Man raucht zum ersten Mal eine Zigarette, dann entscheidet man, ob man sich eine zweite anzündet oder nicht. Naylor plant eine Millionen Dollar teure Werbekampagne mit Brad Pitt rauchend auf dem Mond. "Charles Manson kills people. Michael Jordan plays Basketball and i talk." Oh ja, Nick Naylor, das kannst du!

Kritik

Hmm, Satire. Nur weil Satire drauf steht, muss sie ja nicht gleich gut sein. Ist denn eine schlechte Satire auch eine Satire? Wenn eine Satire schlecht ist, dann muss sie sich doch auch darüber bewusst sein? Wie kann denn eine Satire für intelligenten Humor stehen und nicht wissen, dass sie schlecht ist? Vielleicht hätte man diese Satire einfach einfrieren sollen. Aber dann müsste man sie ja irgendwann auch wieder auftauen. Das bringt ja nichts. Das ist wie mit Fisch, den friert man erst ein, dann taut man ihn wieder auf, dann friert man ihn ein und dann taut man ihn wieder auf. So leicht kann man seine Hotelgäste vergiften.

Na jedenfalls, das einzig wirklich Gute an "Thank you for smoking" ist Aaron Eckhart als Nick Naylor. Überhaupt ist die Figur Nick Naylor toll. Ein gigantisches Arschloch, dass es schafft, die übelsten Dinge so glaubhaft und charmant positiv darzustellen. Das macht Spaß zu schauen. Sonst ist dieser Film eher langweilig. Die Gags sind altbacken. Auch fehlt "der Zeigefinger". Zeigerfinger meint in diesem Fall, einfach mehr über das System dahinter zu erfahren. Katie Holmes spielt eine kleine Nebenrolle. Das bringt dem Zuschauer aber auch nichts. Sie hat zwar eine Sexszene, behält aber ihren BH an. Da sollte man sich lieber "The Gift" aus der Videothek ausleihen, da ist Katie nackt zu sehen. Oh, haben wir Katie Holmes gerade nur auf Sex reduziert? Macht nichts, besser als Scientology. Eine Kinoempfehlung geben wir nicht.

Vielleicht gibt es eine kleine Zielgruppe, die es nicht erwarten kann, so ein "intelligentes Gag Feuerwerk" im Kino zu sehen, allen anderen sei geraten, warten auf die Free TV Premiere.

Fazit

*sich eine Zigarre anzünd und entspannt zurück lehnt* Tumor ist, wenn man trotzdem lacht.

René von Bork - myFanbase
24.07.2006

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