Bewertung: 7
Nzingha Stewart

Wie Jodi über sich hinauswuchs

Foto: Luke Eisner & Ava Michelle, Wie Jodi über sich hinauswuchs (Tall Girl) - Copyright: Scott Saltzman
Luke Eisner & Ava Michelle, Wie Jodi über sich hinauswuchs (Tall Girl)
© Scott Saltzman

Inhalt

Jodi (Ava Michelle) war schon immer das größte Mädchen der Schule – und sie hat sich damit immer schon unwohl gefühlt. Plötzlich trifft sie auf Stig (Luke Eisner), ein scheinbar perfekter Schwede, der durch ein Austauschjahr an ihre Schule kommt und der sogar größer als sie ist. Sie verliebt sich auf Anhieb auf ihn, was ihr Leben gehörig auf den Kopf stellt. Sie erhält jedoch Hilfe von ihren besten Freunden Jack (Griffin Gluck) und Fareeda (Anjelika Washington) und ihrer älteren Schwester Harper (Sabrina Carpenter). Dadurch erkennt sie auch, dass sie schon immer mehr als ihre Unsicherheiten über ihr Äußeres war.

Kritik

"Wie Jodi über sich hinauswuchs" hat einiges an Kritik und Häme einstecken müssen. So gab es Stimmen, die kritisiert haben, dass es genug Äußerlichkeiten gäbe, die einen zum Außenseiter machen und die dabei eine höhere Brisanz beinhalten, als das die Körpergröße tut. Spott gab es dann für das Casting, da Michelle mit 1,85 m zwar groß ist, aber dennoch zahlreiche deutlich kleinere Schauspieler gecastet werden mussten, um ihre Größe zu betonen. Doch beide Aspekte, die ich ohnehin nicht zu hoch hängen würde, verschleiern ein wenig, dass sich hinter "Wie Jodi über sich hinauswuchs" eine wirklich überraschende Komödie verbirgt, die ihre Stärken vor allem am Ende ausspielt.

Zu Beginn des Films war ich noch etwas hin- und hergerissen, da die Größenproblematik tatsächlich künstlich aufgebauscht wurde. Zudem hat der Film mit vielen Stereotypen gearbeitet, besonders zu erwähnen ist dabei die ältere Schwester Harper, die als regelmäßige Teilnehmerin von Schönheitswettbewerben nur von Äußerlichkeiten lebt, dabei aber auch eine Penetranz und Ich-Bezogenheit an den Tag legt, die einem die Nerven rauben können. Andererseits schaue ich schon seit Jahren Filme, die sich vorwiegend an ein jugendliches Publikum richten und obwohl ich jedes Jahr älter wäre, empfinde ich diese stetig als gute Unterhaltung und das auch immer mit allen Stereotypen.

Warum es sich trotz Stereotypen auch mal lohnt durchzuhalten, beweist dann "Wie Jodi über sich hinauswuchs". Jodis bester Freund seit Kindheitstagen, Jack, ist entschieden kleiner als sie, hat auch sonst eher das Aussehen eines Jünglings und hat mit seiner frechen Art und Ausdauervermögen Eigenschaften, die für das männliche Begierdeobjekt unüblich sind. Als er Jodi immer wieder andeutet, dass er der Richtige für sie ist, muss man unweigerlich schmunzeln, da man davon ausgeht, dass er so in sein Unglück rennen wird. Und doch ist er am Ende der strahlende Held und das hat mein Herz aufgehen lassen. Wenn stereotype Filme am Ende genau mit dem brechen, was sie eigentlich ausmacht, dann kann man schon mal mit offenem Mund vor dem Bildschirm sitzen. Trotzdem überstrahlt die Liebesgeschichte nicht alles, denn es geht auch darum, dass Jodi ihre eigene Essenz erkennt, es geht also auch um Selbstliebe. Das ist gerade für Teenager am Ende eine ganz wichtige Botschaft.

Fazit

"Wie Jodi über sich hinauswuchs" startet arg stereotyp, daher würde man nie dieses starke Ende erwarten, das alles noch einmal auf den Kopf stellt. Begleitet von der richtigen Portion Humor schaltet man nach diesen 90 Minuten zufrieden ab.

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Lena Donth - myFanbase
17.12.2019

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