Bewertung: 6
Diederik Van Rooijen

The Possession of Hannah Grace

"Ich glaube, wenn du tot bist, bist du tot. Ende der Geschichte."

Foto: Copyright: 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Inhalt

Megan Reed (Shay Mitchell) hat nach einem traumatischen Erlebnis, bei dem ihr Kollege sein Leben verloren hat, ihren Job als Polizistin an den Nagel gehängt und betäubt ihre Angstzustände mit Alkohol und Tabletten, was sie in die Sucht geführt hat. Um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, nimmt sie einen Job in einer Leichenhalle an, welcher ihr von ihrer Freundin Lisa Roberts (Stana Katic) vermittelt wurde.

Während ihrer Nachtschicht wird die Leiche der jungen Hannah Grace (Kirby Johnson) eingeliefert, die man brutal ermordet in einer Gasse gefunden hat. Als ein mysteriöser Mann (Louis Herthum) in die Leichenhalle einbricht, und versucht die Leiche von Hannah zu verbrennen, warnt er Megan und sagt ihr, dass Hannah nicht tot ist.

Megans Interesse an der Leiche wächst weiter, als ihr auffällt, dass die Augenfarbe von Hannah nicht mit der übereinstimmt, die in ihrem Ausweis vermerkt ist. Als immer mehr ihrer Kollegen verschwinden und Hannahs Leiche beginnt sich scheinbar selbst zu heilen, bittet Megan ihren Ex-Freund Andrew Kurtz (Grey Damon) um Hilfe. Gemeinsam finden sie heraus, dass Hannah bereits vor drei Monaten bei einem Exorzismus gestorben ist.

Gefangen in den Gängen der Leichenhalle muss Megan feststellen, dass Hannah noch immer von einem Dämon bessessen ist, welcher es auf sie und ihre Kollegen abgesehen hat und es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod.

Kritik

Der Film beginnt vielversprechend und zeigt den verstörenden Exorzismus der titelgebenden Hannah Grace, gefolgt von einem Einblick in das Leben der früheren Polizistin Megan Reed. In der ersten halben Stunde geschieht nicht sonderlich viel horrormäßiges, was aber nicht heißt, dass Langeweile aufkommt. Im Gegenteil: Man verfolgt interessiert das Leben von Megan, die mit Suchtproblemen und Beziehungsproblemen zu kämpfen hat und es werden einige Nebencharaktere eingeführt, die allesamt recht sympathisch wirken.

Sobald die Leiche von Hannah Grace eingeliefert wird, beginnt für Megan und dem Zuschauer der Horror. Dabei wird das düstere Setting vorteilhaft genutzt und schafft eine oftmals unheimliche Atmosphäre. Flackernde Lichter, gruselige Schatten und merkwürdige Geräusche werden hartgesottene Horrorfans wohl kaum noch schocken, sorgen aber trotzdem für den ein oder anderen schaurigen Moment. Die Jumpscares, die bei einem Horrorfilm dieser Art natürlich nicht fehlen dürfen, werden glücklicherweise nicht übermäßig eingesetzt und erzielen ihre Wirkung. Und auch die Effekte sind gut gemacht. Der Anblick von Hannahs Leiche ist nicht gerade schön anzusehen und ihre Bewegungen, die übrigens von Darstellerin Kirby Johnson selbst stammen und nicht durch Computeranimationen erzeugt wurden, sind beeindruckend und erschreckend gleichermaßen.

Bis hierhin ist alles recht positiv und gerade im Bereich der Exorzismusfilme, welcher oftmals durch trashigen Mist in Verruf gerät, ist "The Possession of Hannah Grace" einer der stärkeren Vertreter. Doch nicht alles ist überzeugend. Trotz der kurzen Laufzeit hat der Film seine Längen und die Storyline kommt oftmals nur schleppend voran. Stellenweise wirkt der Film fast zu ruhig und der Zuschauer sieht Megan minutenlang dabei zu, wie sie einfach nur durch die Gänge der Leichenhalle schlendert, ohne dass großartig viel passiert. Das Ironische daran ist, dass im Finale alles zu überstürzt wirkt. Fast so, als wären den Machern des Films die Ideen ausgegangen und man wollte den Film schnellstmöglich zu einem Abschluss bringen.

Shay Mitchell, die in "Pretty Little Liars" oftmals für ihre schauspielerischen Fähigkeiten kritisiert wurde, macht hier einen recht guten Job und spielt die Rolle der von einem Trauma gezeichneten Frau, die versucht ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, auf überzeugende Art und Weise. Auch Stana Katic, die Serienfans vor allem als Detective Beckett aus "Castle" ein Begriff sein sollte, spielt hier eine Nebenrolle und es war interessant Stana mal in einer anderen Rolle zusehen.

Fazit

"The Possession of Hannah Grace" ist die Art von Horrorfilm, bei dem der Trailer mehr verspricht, als der Film letztendlich hält, doch für einen kurzweiligen Kinoabend mit Freunden ist der Streifen allemal empfehlenswert. Seine Schwächen gleicht der Film mit einem düsteren Setting, guten Effekten und einem starken Cast, welches vor allem Serienfans gefallen wird, wieder aus.

Kevin Dave Surauf - myFanbase
02.02.2019

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