Bewertung: 7
George Miller

Mad Max: Fury Road

"I am the one that runs from both the living and the dead. Hunted by scavengers, haunted by those I could not protect. So I exist in this wasteland, reduced to one instinct: survive."

Foto: Copyright: 2015 Warner Bros. Feature Productions Pty Limited. All rights reserved.
© 2015 Warner Bros. Feature Productions Pty Limited. All rights reserved.

Inhalt

Nach Jahren der Einsamkeit wird Max Rockatansky (Tom Hardy) im postapokalyptischen Ödland von einem Trupp Warboys gefangengenommen und soll Nux (Nicholas Hoult) von nun an als Blutspender dienen. Max, der an Nux angekettet ist, gelingt allerdings die Flucht und er versucht, sich durch die Wüste zu kämpfen. Dort begegnet er Imperatorin Furiosa (Charlize Theron), die mithilfe eines Lasters fünf Frauen aus der Knechtschaft des Regenten Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) zu befreien versucht. Schnell merken sie und Max, dass sie einander helfen können zu fliehen und wenn es sein muss, gemeinsam gegen die Gefolgsleute des Tyrannen zu kämpfen. So schließen sie sich zusammen in der Hoffnung, den Grünen Ort zu erreichen. Doch Immortans Warboys sind ihnen dicht auf den Fersen.

Kritik

Absolut durchgeknallt: Mit diesen zwei kleinen Worten lässt sich der vierte Teil des Franchise, "Mad Max: Fury Road", zusammenfassen. Aber müssen verrückte Dinge immer schlecht sein? Dieser Endzeitfilm beweist, dass dies nicht immer der Fall sein muss. Auch wenn es relativ lange dauert, ehe man überhaupt versteht, worum es eigentlich geht, beweist Regisseur George Miller, dass er sein Handwerk versteht. Die Regie ist fantastisch, ebenso wie es die visuellen Effekte sind. Der Zuschauer bekommt Bilder geliefert, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Dafür, dass der Film lediglich in einer heruntergekommenen Wüste spielt, werden sehr viel Abwechslung und hervorragende Schlachten der Extraklasse geliefert.

Ohne große Worte verkörpert Tom Hardy den etwas wortkargen, kriegerischen Max Rockatanasky. Zwar hat der Brite in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er jede Rolle verkörpern kann, die man ihm gibt, im Action-Genre ist er allerdings zu Hause und kann voll und ganz aufblühen, wie etwa als Bane in "The Dark Knight Rises". Max ist ein Einzelgänger, der sich nicht viel aus anderen Menschen macht. Er scheint emotionslos zu sein und niemandem zu vertrauen, was er Furiosa zunächst auch deutlich zu spüren gibt. Mit der Zeit merkt er allerdings, wie wichtig es sein kann, Verbündete an seiner Seite zu haben und so wird er aufgeschlossener und lernt, anderen Menschen sein Vertrauen zu schenken. Diese Entwicklung bringt Tom Hardy grandios auf die Leinwand und das mit nur sehr wenig Text. Eine fantastische Darstellung des Schauspielers.

Mit an Hardys Seite stehen Charlize Theron als Furiosa und Nicholas Hoult, der den Warboy Nux verkörpert. Furiosa ist eine toughe Frau, die gegen die Regentschaft von Immortan Joe vorgeht. Sie kann es nicht ertragen, dass er Frauen als Besitz ansieht und sich die schönsten und gebärfähigsten von ihnen nimmt, um Nachwuchs zu zeugen. Obwohl sie weiß, dass die Flucht ihr das Leben kosten könnte, setzt sie alles aufs Spiel, um fünf junge Frauen aus der Knechtschaft zu befreien. Ihr scheint es egal zu sein, was aus ihr wird und dieser Altruismus ist eine bewundernswerte Eigenschaft. Dass die doch sehr zarte und feminine Theron eine so kriegerische Frau überhaupt darstellen kann, ist bemerkenswert und sie meistert die Sache außerordentlich gut. Die Rolle des Nux hingegen ist eine absolut verrückte, doch Hoult meistert sie perfekt. Man erinnere sich an seine Darstellung in "Warm Bodies", wo er schon zeigen konnte, dass verrückt genau sein Ding ist. Auch der Warboy entwickelt sich in "Mad Max: Fury Road" merklich. Jedoch bleibt sein Ziel immer das gleiche: Er möchte in seinem Leben etwas erreichen, wofür man sich an ihn erinnert. Von einem fanatischen Anhänger von Immortan Joe entwickelt er sich merklich weiter und sorgt für die ein oder andere unerwartete Wendung.

Wie schon kurz erwähnt, sind die visuellen Effekte in diesem Endzeitfilm jedoch das, was heraussticht. Die Kämpfe sind nicht nur sehr realistisch inszeniert, sondern oft sogar ziemlich amüsant. Den gesamten Film über stellt man sich eigentlich bloß eine Frage: Was macht dieser komische Gitarrenspieler auf dem Truck? Er ist immer und überall zu sehen, welchen Sinn er allerdings erfüllt, bleibt unbeantwortet. Gut möglich, dass er einfach der Unterhaltung dienen soll, mich persönlich hat er allerdings etwas verwirrt.

Die einzige wirkliche Schwäche, die der Film mit sich bringt, ist die skurrile Handlung. Sie ist weder sonderlich logisch noch wirklich spektakulär. Allerdings wird man in so viele merkwürdige Actionszenen geworfen und bekommt die verrücktesten Kämpfe zu sehen, dass dies kaum auffällt. Der Zuschauer bekommt trotzdem Unterhaltung auf höchstem Niveau geliefert.

Fazit

Verrückt, skurril und durchgeknallt: das ist "Mad Max: Fury Road". Trotz Schwächen im Handlungsverlauf kann der Endzeitfilm aufgrund fantastischer Darsteller und bombastischer visueller Effekte durchweg überzeugen. Ein Film, der zu Recht für all die Oscars nominiert worden ist und hoffentlich den ein oder anderen Goldjungen davon mit nach Hause nehmen kann. Hut ab vor dem 70-jährigen George Miller dafür, dass er so ein Meisterwerk des Actiongenres auf die Leinwand gebracht hat.

Sanny Binder - myFanbase
20.01.2016

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