Bewertung: 8
Christopher McQuarrie

Mission: Impossible - Rogue Nation

Desperate times, desperate measures.

Foto: Copyright: Paramount Pictures Germany GmbH
© Paramount Pictures Germany GmbH

Inhalt

Aufgrund der Zerstörungen, die das IMF bei seinen geheimen Operationen hinterlässt, hat sich das Pentagon dazu entschieden die Geheimorganisation aufzulösen. Doch gerade jetzt kommt Ethan Hunt (Tom Cruise) der Terroreinheit von "Syndikat" auf die Spur, die es sich zum Ziel gesetzt haben, eine neue Weltordnung zu erschaffen. Sie versuchen jedes ehemalige IMF-Mitglied aus dem Weg zu räumen, um ihre Pläne verwirklichen zu können. Hunt kann nicht mit ansehen, wie die Welt zu Grunde gerichtet wird, und versucht ihnen auf die Schliche zu kommen. Doch scheint "Syndikat" ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Gemeinsam mit Benji (Simon Pegg), Luther (Ving Rhames), Agent William Brandt (Jeremy Renner) und der geheimnisvollen Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) versucht Hunt alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um deren Pläne zu durchkreuzen.

Kritik

Man könnte meinen, dass gerade bei Actionfilmen zu viele Teile einer Reihe öde werden könnten. Dass auch Tom Cruise nicht der sympathischste Schauspieler aller Zeiten ist, dürfte nach all den Negativ-Schlagzeilen der letzten Jahre ebenfalls kein großes Geheimnis mehr sein. Allerdings schaffte schon der Vorgänger durchweg zu überzeugen und in "Rogue Nation" wird nochmal einen Zacken draufgelegt. Der Film sprüht nur so von actiongeladenen Sequenzen, großartigen Stunts, einer spannenden Story und tollen Schauspielern. Da freut man sich doch sehr darüber, dass die Geheimaufträge von Ethan Hunt wohl so schnell kein Ende finden werden.

Tom Cruise ist zwar kein sonderlich facettenreicher Schauspieler, muss er für die Rolle des Ethan Hunt aber auch nicht sein. Er weiß dem Charakter das nötige Leben einzuhauchen, sodass man beim Zusehen durchweg seinen Spaß hat. Dass Cruise mit seinen mittlerweile 52 Jahren all die noch so gefährlichen Stunts selber macht, muss man ihm hoch anrechnen, denn das ist eine bemerkenswerte Leistung für einen Mann seines Alters. Nicht nur, dass Ethan Hunt eine besonders große Portion Coolness an den Tag legt, er klopft auch den ein oder anderen sehr guten Spruch, ist charmant und durchweg humorvoll. Gemeinsam mit seinem Team ist er unschlagbar, denn sie sind ein grandioses Ensemble, was nicht hätte besser ausgewählt werden können.

Was besonders gut gelungen ist, ist die Charakterisierung der geheimnisvollen Ilsa Faust durch Rebecca Ferguson. Nie kann man sich sicher sein, wie ihr nächster Schachzug nun aussehen mag und für wen die junge Frau wirklich arbeitet. Dass sich hier keine kitschige Liebesgeschichte zwischen ihr und Hunt entwickelt, ist ebenfalls eine wunderbare Abwechslung. Oftmals geschieht es leider, dass ein Actionfilm durch aufgezwungene, unnötige Liebesgeschichten ins Lächerliche gezogen wird, doch nicht so bei "Mission: Impossible Rogue Nation". Isla Faust ist hier der wohl vielschichtigste und interessanteste Charakter, deren Entwicklung man nur allzu gerne weiterverfolgt. Ob sie in einem sechsten Teil eine Rolle erhält, bleibt offen. Es wäre allerdings schön sie noch öfter zu Gesicht zu bekommen, denn sie ist schlagfertig, mutig und absolut tough die perfekte Actionheldin.

Um die fantastische Besetzung abzurunden, wurde Sean Harris als Bösewicht Solomon Lane gecastet. Man kauft ihm seine Rolle durchweg ab, denn er passt wie die Faust aufs Auge. Er mimt das Oberhaupt von "Syndikat" mit einer Leichtigkeit und zieht den Zuschauer so in seinen Bann. Ein wenig erinnert er an die gestörte Ratte Brain aus der Serie "The Pinky and the Brain", denn auch sein Ziel ist es ohne Rücksicht auf Verluste die Weltherrschaft an sich zu reißen. Lane ist ein Psychopath der besonders aggressiven Art und ist somit der perfekte Gegenspieler für Ethan Hunt.

Auch storytechnisch kann "Mission: Impossible Rogue Nation" um einiges mehr überzeugen als die Vorgänger. Die Handlung ist hervorragend durchdacht und komplex und es gibt zahlreiche unerwartete Wendungen, mit denen man so vermutlich niemals gerechnet hätte. Hinzu kommen die fantastischen Actionsequenzen, die selbstverständlich an einigen Stellen etwas überzogen und unrealistisch sind, dem jeweiligen Handlungsstrang allerdings hervorragend angepasst sind. Auch wenn der Film eigentlich ziemlich lang ist, kommt es einem doch nicht so vor, denn es gibt keine langatmigen Momente. Es passiert eigentlich die gesamte Zeit über etwas und man wird von einer Szene in die nächste geworfen, ohne eine Verschnaufpause zu haben, was allerdings sehr gut ist. So hat man auf jeden Fall am Ende das wohlwollende Gefühl wirklich etwas für sein Geld geliefert bekommen zu haben.

Fazit

"Mission: Impossible Rogue Nation" ist der bisher beste Teil des Franchise um Ethan Hunt. Tolle Charaktere, eine komplexe Handlung und fantastische Actionsequenzen katapultieren den Zuschauer förmlich aus den Kinositzen. Ein Film, den man sich im Kino anschauen sollte und den man mit Sicherheit noch das ein oder andere Mal auf DVD schauen kann.

Sanny Binder - myFanbase
09.08.2015

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