Bewertung: 6
Erik Van Looy

Loft, The

One Loft... and a secret that will change their lives forever.

Foto: Copyright: 2015 Universum Film GmbH
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Inhalt

Das luxuriöse Loft ist das Paradies der fünf verheirateten Männer Vincent (Karl Urban), Chris (James Marsden), Luke (Wentworth Miller), Philip (Matthias Schoenaerts) und Marty (Eric Stonestreet). Als sie den Schlüssel von Vincent annehmen, wissen sie aber noch nicht, was sie sich da einbrocken. Monatelang schleppt jeder von ihnen seinen neuesten Flirt in den Loft und betrügt damit die Ehefrau. Der Spaß hört aber auf, als sie eines Morgens die Leiche von Sarah (Isabel Lucas) in dem Bett entdecken und der Mörder unter ihnen zu sein scheint.

Kritik

Es kommt allzu häufig vor, dass ein ausländischer Film von der Hollywoodfabrik ein zweites Mal "recycelt" wird und als ein Remake erscheint. Überraschend ist es zumeist nicht, dass die Originalversion erfolgreicher läuft als das Remake. Bei "The Loft" handelt es sich um ein solches Remake, das seine belgische Originalversion namens "Loft Tödliche Affären" aus dem Jahr 2008 aufgreift und wenig überraschend nicht an seinen Vorgänger heranreicht. Was aber das besondere bei diesem Film ist - und relativ selten oder so gut wie gar nicht vorkommt -, ist, dass derselbe Regisseur bei beiden Filmen auf dem Regiestuhl Platz nahm. Erik van Looy konnte das Angebot aus Amerika nicht ablehnen und sicherte sich einen ansehnlichen Cast. Die Story ist dieselbe geblieben, aber an sein Erstlingswerk kommt Van Looy mit der amerikanischen Fassung nicht ganz heran.

Zu Beginn kommt der Thriller sehr frech, abwechslungsreich und undurchsichtig rüber. Die fünf Männer sind keinesfalls Sympathieträger, da sie von Anfang an keinen Hehl daraus machen, wo und wie oft sie ihre Frauen betrügen. James Marsden kommt dem Antihelden noch am nächsten, da er, obwohl er keinen Deut besser ist als seine Freunde, immerhin Gewissensbisse hat und sich noch am meisten ziert, den Schlüssel für das Loft anzunehmen. Den Gegenpart zu ihm stellt Karl Urban da, der als smarter Draufgänger wohl der Schlimmste aus der Truppe ist und dem alle Frauen verfallen. Beide Schauspieler haben den dankbarsten Part erwischt, da ihre Charaktere am interessantesten wirken und auch eine große Wendung durchleben.

Die anderen Darsteller bekommen dagegen weniger Screentime und ihre Charaktere sind eher Standardtypen. Zwar hat man sich vielen Klischees bedient, aber Luke, Marty und Philip sind zum Glück sehr unterschiedliche Charaktere und haben ihre Daseinsberechtigung, da sie die Storyline voranbringen und nicht entbehrlich sind. Schade ist es allerdings, dass die tollen Darstellerinnen Rhona Mitra ("Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis") oder etwa Valerie Cruz ("Dexter", "True Blood") viel zu wenig zu sehen sind. Es ist ja gerade das Spannende, wie die Ehefrauen auf ihre untreuen Männer reagieren, aber es gibt vergleichsweise leider sehr wenige Konfrontationen.

Es ist interessant, wie sich die Charaktere durch den Film verändern und damit auch die Sympathien des Zuschauers immer wieder neu verteilt werden. Durch viele Rückblenden wird der Mord langsam entschlüsselt und man erfährt immer mehr über das Leben der fünf Protagonisten. Als dann die Frauen Ann und Sarah ins Spiel kommen, gerät alles völlig aus der Bahn. Leider können die weiblichen Schauspielerinnen keinerlei Akzente setzen, doch passend zum Film wird eine Männerwelt präsentiert, in der Villen, Autos, Frauen und Erfolg allesamt mit Geld kaufbar ist. Mehr und mehr wird aufgedeckt, aber der Mörder bleibt noch immer rätselhaft. Die erste große Wendung, mit der man überhaupt nicht rechnet, ist großartig inszeniert. Doch ab der zweiten Hälfte möchte der Film möglichst clever und komplex daherkommen, doch alteingesessene Fans von Thrillern und Krimis könnten eventuell schon auf den Mörder kommen. Ab diesem Zeitpunkt wird es ein wenig chaotisch und viele Szenen wirken erzwungen. Dadurch büßt der Film den Charme und Witz des Anfangs ein.

"The Loft" lebt davon, den Zuschauer im Dunkeln tappen zu lassen und Spannung bis zum Schluss aufzubauen. Das Finale ist dann allerdings weniger spektakulär als der Anfang und Mittelteil des Films. Es gibt bessere und vor allem cleverere Filme, aber für kurzweilige Unterhaltung ist "The Loft" geeignet. Ein zweites Mal anschauen ist aber überflüssig, denn sobald der Täter entlarvt ist, ist die Spannung weg.

Fazit

"The Loft" wirkt gegen Ende hin mit der großen Wendung zu erzwungen, bleibt aber durchweg spannend und lebt von dem großen Rätselraten nach dem Mörder.

Tanya Sarikaya - myFanbase
08.03.2015

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