Bewertung: 6
Geoff Moore, David Posamentier

Hauptsache, die Chemie stimmt

"You can't help everyone, but everyone can help someone. And sometimes that someone is yourself. Doug Varney wasn't used to winning, but he was beginning to enjoy how it felt."

Foto: Copyright: 2014 Universal Pictures Germany
© 2014 Universal Pictures Germany

Inhalt

Doug (Sam Rockwell) ist ein Apotheker in einer Kleinstadt und wird von seiner Frau Kara (Michelle Monaghan) und dessen Vater Walter Bishop (Ken Howard) unterdrückt. Zu seinem Sohn hat er kaum Bezug. Als er eines Tages die Kundin Elizabeth (Olivia Wilde) kennenlernt, ändert sich sein Leben schlagartig. Er verfällt ihrem Charme sofort und beginnt eine Affäre mit der attraktiven Frau, die selbst mit dem reichen Jack Roberts (Ray Liotta) verheiratet ist. Zum ersten Mal seit langem fühlen sich die beiden wieder glücklich. Dann schlägt Elizabeth vor, dieses beschwingliche Lebensgefühl mit Medikamenten zu pushen und bevor sich Doug versieht, stellt er in seiner Apotheke Drogen her.

Kritik

"Hauptsache, die Chemie stimmt" ist das Regiedebüt von den beiden Amerikanern Geoff Moore und David Posamentier. Der Film ist zwar keine Offenbarung oder kommt auch nur ansatzweise an "Breaking Bad" heran, ist aber weit entfernt davon, ein schlechter Film zu sein.

Der größte Pluspunkt des Films ist sein Hauptdarsteller Sam Rockwell und die geniale Figur die er verkörpert. Doug ist ein überforderter Ehemann, der weder einen Draht zu seinem Sohn noch zu seiner Frau hat. Als er die hübsche Elizabeth kennenlernt, ist sein Leben als gewöhnlicher Apotheker vorbei. Durch die Drogen, die er sich selbst verabreicht, steigt er als Gewinner auf und bekommt deutlich mehr Selbstbewusstsein. Das besondere dabei ist, dass Doug stets sympathisch bleibt und das obwohl er seine Frau betrügt, illegale Drogen zusammenmischt und in seinem Wahn viele Kraftausdrücke verwendet. Und doch spielt Sam Rockwell den Charakter auf eine höchst sensible Art, was durch die Off-Kommentare noch verstärkt wird. Denn wer kann es Doug verdenken, endlich aus seinem routinierten Leben ausbrechen zu wollen und die wahre Liebe finden zu wollen?

Der Film schlägt überraschend ernste Töne an und die Gags verleiten eher zum Schmunzeln als laut Lachen. Trotzdem bleibt der Zuschauer am Ball und fühlt sich gut unterhalten, denn die Story hält viele Geschehnisse bereit. Bis zum Schluss weiß man nicht, ob Dougs Schwindel auffliegt und mit wem er letztlich zusammenkommt. Zum Glück hat man neben Sam Rockwell eine weitere gute Schauspielerin gecastet: Olivia Wilde. Obwohl sie den eher undankbaren Part als stereotypische Verführerin hat, schafft sie es, aus ihrer Rolle auszubrechen und nicht nur eine hervorragende Chemie mit Rockwell auf die Bildschirme zu bringen, sondern auch ihrer Figur Tragik zu verleihen. So fiebert man meist mit Doug und Elizabeth mit, die ein besseres Pärchen als Doug und seine Ehefrau abgeben. Alle anderen Figuren sind eher Mittel zum Zweck. Und am Schluss gibt es einen überraschend guten Auftritt von Jane Fonda, mit dem man nicht gerechnet hätte.

Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass aus diesem Film hätte mehr werden können. Am Ende wirkt die Story etwas zu sehr konstruiert und deshalb nicht mehr glaubwürdig. Man muss es dem Film aber zugute kommen lassen, dass er viele Themen gekonnt anspricht, ohne zu überladen oder belehrend zu wirken. Besonders gut sticht hierbei die Annäherung zwischen Doug und seinem Sohn hervor. "Hauptsache, die Chemie stimmt" ist eine nette Dramödie für Zwischendurch, die man sich gerne anschaut, nachher aber schnell wieder aus dem Gedächtnis schwindet.

Fazit

Die Komödie schlägt ernste Töne an, bleibt bis zum Schluss interessant und Sam Rockwell glänzt in seiner Rolle. Und doch hat man das Gefühl, dass "Hauptsache, die Chemie stimmt" noch Potential für etwas Größeres gehabt hätte.

Tanya Sarikaya - myFanbase
29.06.2014

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