Bewertung: 8
Gareth Edwards

Godzilla (3D)

Wenn die Natur übermächtig scheint, dann lass sie kämpfen!

Foto: Copyright: 2014 Warner Bros. Ent.
© 2014 Warner Bros. Ent.

Inhalt

Es ist im Jahr 1999, als ein Atomkraftwerk in Japan zerstört wird. Die Ursache: ein kürzlich erwachtes prähistorisches Monster (Muto). Dies wird jedoch von der Organisation Monarch, die Mutos bereits seit Jahren untersuchen, streng geheim gehalten. Der für Erdbebensicherheit ausgebildete Joe Brody (Bryan Cranston), verliert dabei seine Frau Sandra (Juliette Binoche), auf sehr tragische Weise. Er macht es zu seiner Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden. Die offizielle Begründung, dass ein Erdbeben die Katastrophe erzeugte, hält er nämlich für eine Lüge.

15 Jahre später ist Joe immer noch traumatisiert vom Tod seiner Frau. Dazu gerät er in Schwierigkeiten, da er in Japan das offiziell verseuchte Gebiet verbotener Weise betrat. Sein Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson), der extra zur Hilfe nach Japan reiste und seine Familie in San Francisco zurück ließ, bittet Joe, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Doch ohne Erfolg. Joe bewegt ihn dazu, ihm ins verbotene Gebiet zu folgen. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt erwacht das männliche Muto erneut und befreit sich...

Kritik

Obwohl es schon einige "Godzilla"-Filme gibt (u.a. Roland Emmerichs Version), hatte ich mir bisher noch keinen einzigen angesehen. Der 2014er-Streifen hatte mein Interesse dafür nun aber wecken können. Nicht alleine die Sache mit dem 3D-Effekt oder, dass eben einfach die Zeit passend war, ist der Grund. Es hat sich gleich interessant angehört, dass dieser "Godzilla"-Film qualitativ wieder an frühere Zeiten anknüpfen solle, und dazu Spannung mit düsteren Bildern geboten seien und ein 1a-Action-Thriller-Blockbuster vorliege. Vergleiche zu anderen "Godzilla"-Werken kann ich keine ziehen. Ich kann aber sagen, dass meine Erwartungshaltung trotzdem erfüllt wurde, da man sich bei diesem Film prächtig unterhalten fühlt.

Schon das Intro selbst ist sehr gut gemacht. Man gibt dem Zuschauer einen angenehmen Raum, sich schnell in die Geschehnisse einzufinden, was bei Zeitsprüngen wichtig ist. Sehr positiv auch die eingebrachte Familien- und Liebesstory der Protagonisten. Sehr gerne wird dieses Mittel ja als Grundlage eines Katastrophen-/Actionfilms genutzt, weil es immer wieder funktioniert. Richtig hervorragend sind die Szenen zwischen Joe und Sandra zu Beginn des Filmes. Man leidet mit Joe mit, als er im zusammenstürzenden Atomkraftwerk seine Frau zurücklassen und das Tor schließen muss. Auch auf die Auswirkungen des Todes seiner Frau auf Joe geht man gut ein, sowie auf die schwierige Situation seines Sohnes Ford, der genauso darunter zu leiden hat. Besonders dadurch auch, da sein Vater durch die Suche nach der wahren Ursache die schmerzliche Erinnerung weiter gegenwärtig hält. Die Macher haben es gut hingekriegt, dass man sich schnell für die Protagonisten erwärmt und dem weiteren Verlauf folgen will. 

Nach dem Vorfall in Japan nimmt der Film eine Wendung, die aber gut annehmbar ist. Die charakterlichen und emotionalen Momente werden in den Hintergrund gerückt. Die nunmehr drei Monster, und die Verfolgungsjagd der Forscher und des Militärs stehen im Mittelpunkt, was die Spannung jedoch weiter verstärkt. Fords Situation fesselt einen weiterhin, da man will, dass er rechtzeitig seine Familie retten kann und bei der Planung, die Monster zu vernichten, fiebert man mit. Viele Szenen sind zwar recht vorhersehbar und das eingebrachte Militär wirkt wie Standard-Beiwerk in einem Katastrophen-/Actionfilm, welches auch mal unbesonnene Entscheidungen trifft. Dennoch tut dies der Spannung keinen Abbruch. Die Monster - insbesondere "Godzilla" - sind sehr bedrohlich inszeniert, die Bilder der Zerstörungen dazu sehr imposant und die Atmosphäre düster. Der Kampf-Showdown ist ebenfalls recht gut ausgefallen. Hierzu ist nur ein Kritikpunkt zu vermerken, nämlich, dass "Godzilla" durchaus etwas mehr an Screentime erhalten hätte können. Gerade zum Showdown sollte nämlich das Tempo in der Story nicht dezent verlangsamt werden, wie es hier passiert. Das wiederum hervorragend gelungene Ende macht dies aber beinahe wett.

Wie nicht anders erwartet sticht "Breaking Bad"-Darsteller Bryan Cranston in seiner Rolle als Joe Brody sehr positiv hervor, ebenso Aaron Taylor-Johnson, der die Rolle des Sohnes einnimmt. Ansonsten konnte noch Dr. Ichiro Serizawa, der von Ken Watanabe sehr charismatisch zur Geltung gebracht wird, Eindruck hinterlassen. Die restlichen Charaktere sind zwar nicht störend, aber man vergisst sie schnell wieder, da man als Zuschauer zu wenig Zeit bekommt, um diese besser kennen zu lernen 

Fazit

Es hat sich bezahlt gemacht, diesen "Godzilla"-Streifen anzusehen. Neben beeindruckenden Action- und Spannungs-Szenen und der tollen düsteren Aufmachung, kann der Film im vorderen Teil auch mit Charaktermomente punkten. Auch die kritischen Anspielungen im Film, bezüglich des menschlichen Umgangs mit der Umwelt, finde ich einen interessant eingebrachten Aspekt. Die Monster rocken die Leinwand, lediglich Godzilla selbst hätte ein wenig mehr Screentime erhalten dürfen.  

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Samuel W. - myFanbase
07.06.2014

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